FCA-Niederlage: Nix zu holen bei den Fohlen

Aufstehen und es nächste Woche gegen Köln besser machen, lautet die Devise. (Foto: Archiv)

Abgezockte Gladbacher gewannen durch ein frühes und ein spätes Tor und fügten dem FC Augsburg am 19. Spieltag die dritte Auswärtsniederlage der Saison zu. Für die frühe Gladbacher Führung sorgte, sehr zum Ärger von FCA-Übungsleiter Manuel Baum, nach einer Ecke Matthias Ginter per Kopf. Den Schlusspunkt in einer bis zum Ende spannenden Partie setzte in der 90. Minute Thorgan Hazard.

Augsburgs Trainer Manuel Baum vertraute mit einer Ausnahme der Elf, die am vergangenen Spieltag den HSV mit 1:0 bezwang. Neu in der Startelf ist der Augsburger Topstürmer Alfred Finnbogason, der nach überstandenen Achillessehnenbeschwerden und Grippe Sergio Cordova wieder verdrängte. Dass der isländische Goalgetter in den  Reihen der Fuggerstätter noch nicht bei 100 Prozent ist, das merkte man in einigen Situationen, da fehlte einfach noch die Spritzigkeit. Zur Halbzeit wurde er durch Gregoritsch ersetzt.

Frühes Gegentor ärgert Baum

Wild gestikulierend und meckernd marschierte Augsburgs Trainer Manuel Baum an der Seitenlinie im Borussia-Park auf und ab. Das frühe Gegentor in der 10. Minute durch Matthias Ginter hatte ihm  gar nicht geschmeckt. Warf es doch früh den Augsburger Matchplan über den Haufen. Der FCA überließ in der Anfangsphase den Gladbachern den Ball und die Spielkontrolle, mit der Absicht nach Balleroberung schnell umzuschalten und durch Konter zum Erfolg zu kommen - so war zumindest der Plan. Aber was nutzen die besten Pläne, wenn sich der Gegner nicht ans Drehbuch hält.

In der zehnten Minute blockte Gladbachs Patrick Herrmann an der Strafraumgrenze den Klärungsversuch von Rani Khedira. Am schnellsten reagierte Cuisance und zog aus 18 Metern ab, FCA-Keeper Hitz konnte das Geschoss gerade noch mit dem linken Arm aufs Tordach ablenken. Die anschließende zweite Ecke für den VfL landete auf dem Kopf von Ginter, der den Ball aus zehn Metern an den rechten Innenpfosten köpfte, von wo aus er ins Tor sprang. Hitz konnte dem Ball nur noch hinterherschauen.

Von Ecke zu Ecke

Die erste Halbzeit war geprägt von Kampf und Krampf. Viele Zweikämpfe und Fehlpässe verhinderten auf beiden Seiten einen ordentlichen Spielfluß und so blieben Torchancen aus dem Spiel heraus Mangelware. Umso gefährlicher wurde es bei Ecken.

In der 33. Minute schickte sich mit Jannik Vestergaard auch der zweite Innenverteidiger der Fohlen an, sich in die Torschützenliste einzutragen. Hazards Flanke auf den kurzen Pfosten brachte Vestergaard mit dem Kopf aufs Tor - diesmal konnte FCA-Keeper Hitz eingreifen und faustete die Kugel weg. Die anschließende Ecke jagte Gregoritsch aus der Gefahrenzone im Fünfmeterraum.

Aber auch Baums Mannen hatten ihre Spezialisten für die ruhenden Bälle von der Eckfahne. Der beste Vorbereiter der Liga, Philipp Max (9 Vorlagen), bediente Augsburgs Innenverteidiger Jeffrey Gouweleeuw. Dessen Kopfball aus 7 Metern entschärfte Fohlenkeeper Jan Sommer.

Opare - erst Pfui, dann Hui

Erst entgeht Daniel Opare, nach einem leichtsinnigen und mit zu wenig Druck ausgeführten Rückpass als letzter Mann an Hitz, mit Glück einer roten Karte. Der Gladbacher Raffael startete an Opare vorbei Richtung des langsam auf Hitz zukullernden Balles und wäre durchgewesen, wenn Opare ihn nicht mit einem Griff ans Trikot gestört hätte. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus beließ es trotz der Gladbacher Proteste bei einer gelben Karte. Zwar war Raffael noch nicht am Ball und es gab sogesehen noch keine echte Torchance, trotzdem Glück für Opare. Nur drei Minuten später wurde Zakaria steil in den Augsburger Strafraum geschickt, erwischte das Leder vor Max und guckte sich bereits den sich aufplusternden Hitz aus. Opare spitzelte dem Gladbacher in höchster Not den Ball vom Fuß. Zur Halbzeit wurde Opare durch Raphael Framberger ersetzt - das Risiko wurde Manuel Baum dann doch zu groß.

Für den nächsten Aufreger sorgte Daniel Baier - er berührte auf dem Boden sitzend im eigenen Strafraum den Ball gleich zwei Mal mit der Hand. Die VfL-Fans und -Spieler forderten Elfmeter, doch Schiedsrichterin Steinhaus ließ weiterspielen. In beiden Situationen hatte Augsburg Glück, doch beide Entscheidungen von Steinhaus waren nachvollziehbar und vertretbar.

FCA belohnt sich nicht

In der zweiten Halbzeit legten die Gäste den Vorwärtsgang ein und nahmen das Spiel in die Hände. Auch wenn die Spieler großen Einsatz zeigten, blieben zwingende Torchancen Mangelware - zu ungenau waren die finalen Pässe und zu aufmerksam die Gladbacher Innenverteidiger. Die beste Chance hatte Caiuby (67. Minute) nach einer Hereingabe über links - traf aber bei seiner Direktabnahme den Ball nicht richtig und die Chance war dahin. Da auch Ja-Cheol Koo drei Minuten später seine Chance am Fünfmeterraum nicht nutzte und weit übers Tor verzog, kam es wie es kommen musste.

Gladbachs Ginter eroberte am eigenen Strafraum den Ball gegen Khedira und schickte Hazard in der 90. Minute auf die Reise. Der Belgier hatte drei Optionen - er konnte abspielen auf Stindl oder Zakaria. Er entschied sich für den eigenen Torabschluss von der Sechzehnergrenze und versenkte die Kugel im linken Eck. Das war die Entscheidung.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.