FCA überwindet Pokalhürde TSV Steinbach Haiger

Hatte sich das ganze anders vorgestellt. Bis zum Schluss musste seine Mannschaft für das Weiterkommen kämpfen. (Foto: Patrick Bruckner)

Die ersten 35 Minuten machte der FC Augsburg fast alles richtig: er kontrollierte Ball und Gegner und Marco Richter erzielte das frühe 1:0. Danach verpassten es Hinteregger und Gregoritsch die Führung auszubauen und die Augsburger ließen die Zügel etwas zu sehr schleifen. In einer turbulenten Anfangsphase nach dem Wiederanpfiff vernebelten zuerst einige Chaoten aus dem Augsburger Block das Spielfeld und sorgten so für eine Spielunterbrechung. Danach schoss Steinbach den Ausgleich und hätte sogar in Führung gehen müssen. Aber Rückkehrer André Hahn brachte mit seinem Tor den FCA zurück auf die Siegerstraße und in die zweite Runde des DFB-Pokals.

In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokal bekam es der FC Augsburg mit dem Regionalligist TSV Steinbach Haiger aus dem mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis zu tun. Die bange Frage die sich alle Augsburg-Fans, genau wie die Spieler und Trainer, vor dem ersten Pflichtspiel stellten war, wo stehen wir leistungsmäßig. Auf dem Papier war der FCA klarer Favorit - aber im DFB Pokal muss das nichts heißen. Am gestrigen Samstag verlor der aktuelle Titelverteidiger Eintracht Frankfurt gegen den Regionalligisten SSV Ulm mit 1:2 und schied blamabel aus. Der TSV Steinbach liegt mit zehn Punkten aus vier Spielen voll im Soll – punktgleich mit dem SSV Ulm. Der FC Augsburg sollte also nach der Erstrundenniederlage gegen den 1. FC Magdeburg in der vergangenen Saison doppelt gewarnt sein.

Augsburg setzt auf Spielkontrolle

Das Team von Manuel Baum zeigte am Anfang an seine überlegene Klasse. Diese Überlegenheit wurde in Ball- und Gegnerkontrolle umgemünzt - ohne selbst große Risiken einzugehen. Zum ersten Mal gefährlich wurde es als Dong Won Ji, der den fehlenden Alfred Finnbogason ersetzte, nach einer knappen Viertelstunde einen verunglückten Rückpass abfing und Richtung Steinbachs Keeper Frederic Löhe marschierte. Etwas überhastet versprang Ji die Kugel und Löhe konnte klären.

Besser machte es eine Minute später Marco Richter, der sich das Leder an der Strafraumgrenze querlegte und mit einem platzierten Schuss zur Führung traf. Martin Hinteregger per Kopf an die Latte und Michael Gregoritsch im 1 gegen 1 mit Frederic Löhe hatten in den Folgeminuten die Chance auf 2:0 zu erhöhen. Danach verflachte die Partie - Augsburg tat nicht mehr als es musste und Steinbach war nicht in der Lage Torgefahr zu erzeugen. In den Minuten vor der Pause wurde der Gastgeber etwas mutiger - sehr zum Missfallen von Baum.

Vernebelter Start in Halbzeit 2

Kurz nach dem Wiederanpfiff wurden von einigen mitgereisten Chaoten im Augsburger Block Rauchtöpfe gezündet und Schiedsrichter Martin Thomsen musste die Partie kurz unterbrechen. Die prompte Strafe folgte so gleich. Während die Unterbrechung den FCA scheinbar aus der Konzentration gerissen hat, nutzte Steinbachs Kapitän Nico Herzig nach einer Ecke das Momentum für sich und sorgte so für den Ausgleich aus dem sprichwörtlichen nichts - das hatte niemand kommen sehen. Erst recht nicht Martin Hinteregger, der sich bei diesem Zweikampf gehörig verschätzt hatte.

Es wird turbulent

Ebenfalls benebelt waren die Sinne von Schiedsrichter Martin Thomsen, als er in der 62. Minute das Foul an Richter im Steinbacher Strafraum übersah und keinen Strafstoß gab. Zum Glück für die Augsburger verpasste es Nikola Trkulja im direkten Konter die Führung für den Underdog zu erzielen. Nur ein paar Sekunden später prüfte Fatih Candan Augsburgs neue Nummer 1 Andreas Luthe mit einem Lupfer. Doch Luthe war auf Zack und war ein sicherer Rückhalt für das Team.

Gerade als die Schwaben anfingen ins Schwimmen zu geraten, tat Philipp Max das, was ihn letzte Saison so wertvoll machte: Seine perfekt getimte Flanke von links fand den eingelaufenen André Hahn, der da weitermachte wo er in seinem Abschiedsspiel am 10. Mai 2014 gegen Eintracht Frankfurt aufhörte und per Kopf zur erneuten Führung einnetzte.

Candan zwang Luthe mit seinem harten Freistoß in der 73. Minute zu einer weiteren Glanzparade. Augsburgs Trainer Manuel Baum wurde an der Seitenlinie immer nervöser: er stand abwechselnd an der Seitenlinie, redete auf den Co-Trainer ein oder saß in Gedanken versunken auf seinem Platz. Zum Glück für Baum und den FCA war das Steinbachs letzte Chance.

Debütanten Ball

Nach Zwischenstationen in Gladbach und Hamburg kehrte André Hahn nach vier Jahren zurück zum FCA und stand von Beginn an auf dem Platz. Die weiteren Neuzugänge Fredrik Jensen und Felix Götze, der Bruder von Mario Götze, wurden in der Schlussphase eingewechselt.
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