FCA vor dem Pokal-Auftakt: Wer ist eigentlich der SC Verl?

Im direkten Vergleich spricht eigentlich alles für den FC Augsburg. (Foto: Alex Heinle)
 
Ungleiche Verhältnisse: Für Sergio Cordova (Marktwert zwei Millionen Euro) könnte man den gesamten SC Verl bekommen. (Foto: Alex Heinle)

Eine Woche vor Bundesligastart beginnt am Samstag die Fußball-Saison 2019/20 mit der ersten Runde des DFB-Pokals.

Der FC Augsburg hatte wie im vergangenen Jahr, als es gegen den TSV Steinbach ging, Losglück und Regionalligist SC Verl als Gegner bekommen. "Wir wollten einen Gegner, der unser Stadion füllt. Den haben wir jetzt", freut sich Verls Trainer Rino Capretti auf die Partie. In der Regionalliga West hat es der SC Verl sonst mit den Nachwuchsmannschaften von Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf und vom 1. FC Köln zu tun. Nun steht also ein Pflichtspiel gegen einen Bundesligisten an.

Wie es dazu kommen konnte ist allerdings durchaus kurios, denn der SC Verl belegte in der Saison 2018/19 mit elf Siegen, 13 Unentschieden und zehn Niederlagen mit 46 Punkten lediglich den siebten Platz.

Dennoch hat sich der im Jahre 1924 gegründete Verein für den DFB-Pokal qualifiziert.

In Westfalen nimmt nämlich neben dem Gewinner des Landespokals seit 2015/2016 auch der Sieger des Entscheidungsspiels zwischen dem Meister der Oberliga Westfalen und der besten westfälischen Mannschaft aus der Regionalliga West am DFB-Pokal teil.

Meister Viktoria Köln (Fußballverband Mittelrhein) und Tabellenzweiter Rot Weiß Oberhausen (Fußballverband Niederrhein) fallen also bei diesem Kriterium schon weg. Der SV Rödinghausen als Dritter der Regionalliga-West-Tabelle qualifizierte sich als Westfalenpokalsieger. Die zweiten Mannschaften von Borussia Mönchengladbach (Vierter) und Borussia Dortmund (Fünfter) sind nicht spielberechtigt. Tabellensechster Alemannia Aachen ist als Sieger des Mittelrheinpokals qualifiziert.

SC Verl mit Glück für DFB-Pokal qualifiziert

So durfte also der Siebte der Tabelle, der SC Verl, als beste westfälische Mannschaft gegen den Meister der Oberliga Westfalen spielen. Theoretisch wäre das die zweite Mannschaft des FC Schalke 04 gewesen. Praktisch ist diese aber ebenso wie Mönchengladbach II und Dortmund II nicht spielberechtigt.

Der TuS Haltern, bei dem Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder seit Jahren als Vorsitzender und U19-Trainer tätig ist, rückte als Tabellenzweiter nach. Verl gewann das Duell der Nachrücker mit 3:1 und darf nun also gegen den FC Augsburg ran.

Im direkten Vergleich spricht eigentlich alles für den FC Augsburg. Der 25 Mann starke Kader des SC Verl, bei dem Ex-Nationalspieler Arne Friedrich in der Saison 1999/2000 kickte, ist insgesamt nur zwei Millionen Euro wert. Im Schnitt beträgt der Marktwert eines Spielers 80 000 Euro und mit einem Durchschnittsalter von 23,48 Jahren hat Verl allerdings eine jüngere Truppe als Augsburg, dessen Mannschaft im Schnitt 24,73 Jahre alt ist. Augsburgs Kader besteht aus 33 Spielern und hat einen Marktwert von 130,05 Millionen Euro. Durchschnittlich kostet jeder FCA-Spieler 3,94 Millionen Euro, aber für Sergio Cordova (Marktwert zwei Millionen Euro) könnte man schon den gesamten SC Verl bekommen.

Dass die Westfalen gegen Mannschaften mit höheren Etats bestehen können, haben sie Anfang Juli in einem Testspiel gegen Bundesligisten SC Paderborn gezeigt. Die Partie endete 2:2-Unentschieden.

Das Spiel gegen den SC Verl sollte der FCA nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn 2014 und 2017 stolperte Augsburg in der ersten Pokalrunde gegen Drittligist Magdeburg.

Die Verler Verantwortlichen hoffen, dass die Partie gegen den FCA am Samstag, 10. August, um 15.30 Uhr die Sportclub Arena füllt. Der Umbau des Stadions wurde 2016 fertiggestellt und bietet Platz für 5153 Zuschauer, etwa ein Fünftel der Einwohner von Verl, das sich rund 15 Kilometer von Bielefeld befindet.

Kirchturm diente als Stadionuhr

Die Tribünen sind überdacht und die Ecken des komplett in den Vereinsfarben schwarz-weiß angestrichenen Stadions wurden geschlossen, um den Schallschutz für die Anlieger zu gewährleisten.

Dank des Umbaus können die FCA-Profis wie gewohnt auf die Uhr der Anzeigetafeln schauen. Bis zum Stadionumbau gab es diese nämlich nicht. In der Vergangenheit diente häufig die Uhr der St.-Anna-Kirche als Stadionuhr, die vom Ostbereich des Stadions gut sichtbar war.
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3 Kommentare
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Dieter-MrACE Strehl aus Großaitingen | 08.08.2019 | 07:10  
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Sebastian Summer aus Aystetten | 08.08.2019 | 12:54  
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George Stadler aus Augsburg - City | 11.08.2019 | 14:31  
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