Halbzeitbilanz: Manuel Baum will in der Winterpause die Naivität des FCA abstellen

FCA-Trainer Manuel Baum war sichtlich bedient nach dem Last-Minute-Gegentor zur 2:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg. (Foto: Alexander Heinle)

Die gesamte Hinrunde hindurch fing sich der FC Augsburg in den Schlussminuten Gegentore ein, die wichtige Zähler kosteten. Obwohl die Punkteausbeute nicht stimmt, hält der Verein an Cheftrainer Manuel Baum fest. Der FCA hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass ein vorschneller Wechsel auf dem Trainerposten nicht notwendig ist.

Fünf Mal bekam der FC Augsburg in der Hinserie ein Gegentor in den letzten zehn Spielminuten. Zuletzt im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Zwar hatte der FCA noch Glück, dass die Gäste in der ersten Halbzeit nur zwei Tore erzielten; so konnte er sich zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder herankämpfen und glich in Windeseile aus. In den Schlussminuten spielte die Mannschaft von Manuel Baum gar auf Sieg und wurde dafür in der 89. Minute durch ein Kontertor bestraft.

FCA-Verteidiger Jeffrey Gouweleeuw fand nach dem Spiel zu den späten Gegentoren klare Worte. „Wenn das so oft in der Saison vorkommt, ist das vielleicht auch kein Pech mehr. So etwas musst du einfach besser verteidigen“. Außerdem legte er sich und seinen Mannschaftskollegen nahe: „Jeder sollte in den Spiegel schauen und sich die Frage stellen, ob er seine Topform erreicht hat. Ich denke, das, was wir bisher gezeigt haben, ist zu wenig.“

André Hahn ist vom Potenzial der Mannschaft überzeugt

Der vor Beginn der Saison zurückgekehrte André Hahn gab sich optimistisch, wenngleich er die momentane Situation „echt beschissen“ finde. Allerdings sei er davon überzeugt, dass „wir das Potenzial haben und wenn wir mit Vollgas so in die Rückrunde wie in die Hinrunde starten, dann sammeln wir schnell wieder Punkte“, ist sich der 28-Jährige sicher.

In Hahn wurden große Hoffnungen gesetzt, denn in Augsburg reifte er in der Saison 2013/14 einst zum Nationalspieler. Seit Helmut Haller war er der erste Augsburger der den Sprung ins Nationalteam schaffte. Nach drei Jahren in Mönchengladbach und einem Jahr in Hamburg holten ihn die Verantwortlichen des FCA zurück in die Fuggerstadt. Zur zweiten Halbzeit ersetzte er gegen Wolfsburg Marco Richter. Nach seiner und Sergio Cordovas Einwechslung spielte der FCA offensiver und konnte ausgleichen, ehe die Partie in den Schlusssekunden verloren ging.

Zu grün für die Bundesliga?

Trainer Manuel Baum ärgerte sich besonders über die Art und Weise, wie der späte Treffer zustande kam. „Anstatt dass ich mich vor den Torwart hinstelle und er dreimal um mich herumlaufen muss oder ich ihn solange behindere, bis wir hinten drinstehen, kommt unbedrängt der lange Ball. Da merkt man, dass wir in der ein oder anderen Situation noch zu grün für die Bundesliga sind“. In solchen Situationen müsse seine Mannschaft noch besser werden und die Naivität gelte es jetzt in der Winterpause abzustellen. Die Leistungen seien größtenteils okay gewesen, punktetechnisch allerdings viel zu wenig, bilanziert Baum.

Mit einem Punkt vor dem Relegationsplatz, auf dem sich momentan der VfB Stuttgart befindet, geht es mit 15 Punkten auf Platz 15 in die Winterpause. Drei Zähler hinter Fortuna Düsseldorf, die am 19. Januar zu Gast in der WWK-Arena sind und ihre englische Woche vor Weihnachten mit drei Siegen, unter anderem gegen Tabellenführer Dortmund, abschlossen.

Am 3. Januar nimmt der FCA wieder das Training auf, ehe die Mannschaft am 4. Januar ein Trainingsquartier im spanischen Alicante bezieht. Schwerpunkt könnte eine stabilere Abwehrkette sein, sollte einer der Stammspieler ausfallen. Martin Hinteregger und Philipp Max fehlten verletzungsbedingt gegen Wolfsburg. Was die Augsburger Hintermannschaft in den ersten 45 Minuten präsentierte, sah ziemlich unsortiert und wild aus. Der defensive Mittelfeldspieler Rani Khedira arbeitete viel mit nach hinten, half ein ums andere mal aus und bekam seine fünfte gelbe Karte, wegen der er nun im ersten Spiel der Rückrunde nur zusehen darf.

Stefan Reuter stärkt Trainer Baum den Rücken

Obwohl sich die Verantwortlichen eine bessere Tabellenposition gewünscht hätten, lässt der FCA-Geschäftsführer Sport auf die Personalie Baum bislang nichts kommen: „Wir sind überzeugt von Manuel Baum und der Art und Weise, wie er da ran geht. Wir wissen, dass es immer mal schwierige Phasen gibt, da müssen wir gemeinsam dagegen angehen“, sagt Stefan Reuter.

Dass ein voreiliger Trainerwechsel nicht immer sinnvoll ist, hat der FC Augsburg vor einigen Jahren unter Beweis gestellt. In der Saison 2012/13 erspielte er mit defensiver Spielweise gerade einmal neun Punkte in der Hinrunde und lag gleichauf mit Schlusslicht Greuther Fürth. Der Verein hielt an Trainer Markus Weinzierl fest und erspielte mit einem kreativen Angriffsspiel als siebtbeste Mannschaft der Rückrunde 24 Punkte. Am letzten Spieltag erkämpfte sich der FCA den 15. Platz und damit den direkten Klassenerhalt. Noch nie hatte das bis dato ein Verein mit so wenig Punkten zur Saisonhälfte geschafft.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.