Jahreshauptversammlung des FC Augsburg: zweitbester Jahresabschluss der Vereinsgeschichte

Der FC Augsburg verkündete auf der Jahreshauptversammlung einen Millionen-Überschuss nach der vergangenen Saison. Außerdem sprach sich der Verein klar gegen zusätzliche Wettbewerbe aus. (Foto: Patrick Bruckner)

Bis auf einen Aufreger zu Beginn hatten die rund 600 anwesenden Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung des FC Augsburg allen Grund zu feiern. Der Verein erwirtschaftete in der abgelaufenen Saison mehr als zehn Millionen Euro Überschuss.

Noch bevor die Jahreshauptversammlung des FC Augsburg am Dienstag eröffnet wurde, sorgte ein Fan für Unruhe. Der aufgebrachte Mann beschimpfte lautstark den in der ersten Reihe sitzenden Markus Bayerbach, Kreisvorstand der AfD in Augsburg. Er warf ihm und vor allem seiner Partei Rassismus und Hetze vor. Der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Bircks bremste den Mann und betonte die Neutralität des Vereins.

Das war der einzige Zwischenfall an diesem Abend, bei dem der Verein sonst allen Grund zu feiern hatte. Im Jahr des 111-jährigen Vereinsjubiläums verkündete Finanz-Vorstand Michael Ströll, dass der FCA in der vergangenen Spielzeit bei mehr als 90 Millionen Euro Umsatz rund 10 Millionen Euro Überschuss erwirtschaften konnte. Dies sei das zweitbeste Ergebnis in der Vereinsgeschichte, gab Ströll unter dem Beifall der etwa 600 anwesenden Mitglieder bekannt. Präsident Klaus Hofmann betonte, dass die Mitglieder "die Basis des Vereins" seien und holte ein Stimmungsbild ein, wie es mit den Mitgliedsbeiträgen künftig weitergehen soll. 2012 wurden diese erhöht, um die Finanzierung des neuen Funktionsgebäudes zu gewährleisten. Da diese 2020 abgeschlossen sein wird, wollte der Vorstand von den anwesenden 592 stimmberechtigten Mitgliedern wissen, ob der Beitrag gleich bleiben soll, um den Bau eines Internats für den FCA-Nachwuchs zu finanzieren. Eine große Mehrheit stimmte für diesen Vorschlag. Geplant sei laut Hofmann, dass noch dieses Jahr der Grundstein gelegt wird und es spätestens 2021 bezogen werden kann.

Die Jugend sei dem Vorstand sehr wichtig, doch die Entwicklungen, die die Zukunft des Fußballs angeht, sieht Hofmann kritisch: "Ich habe den Eindruck, dass bei den FIFA-Funktionären die Sicherungen komplett durchgebrannt sind", sagte er in Bezug auf die zusätzlich geplanten Wettbewerbe und die steigenden Teilnehmerzahlen bei Europa- und Weltmeisterschaften. Weil die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften zunimmt, sei der Qualitätsunterschied zu groß und die Spiele wären für den Zuschauer nicht mehr ansehnlich. Er setzte seine Kritik allerdings auch auf nationaler Ebene an, denn die Lizenzvergabe unterstehe strengen Regeln, an die sich alle halten müssten. Dies sei in der Vergangenheit seitens DFL und DFB nicht immer so durchgesetzt worden.

Klare Kante zeigte Hofmann auch bei der Diskussion um die 50+1-Regelung. Durch diese Vorschrift ist es Kapitalanlegern nicht möglich, die Stimmenmehrheit bei Kapitalgesellschaften zu übernehmen, in die Fußballvereine ihre Profimannschaften ausgegliedert haben. Hoffnung geben ihm vor allem zwei große Bundesliga-Konkurrenten. "Solange Dortmund und Schalke mit ihren großen Fangemeinden 50+1 befürworten, wird 50+1 nicht fallen", sagte Hofmann.
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