Jetzt bloß nicht hängen lassen: FCA-Kapitän Daniel Baier findet klare Worte und Manuel Baum nimmt die Verteidigung in die Pflicht

Hängende Köpfe beim FC Augsburg: Zum Rückrundenauftakt gegen Düsseldorf musste man in den Schlussminuten wieder einmal dem Gegner beim Jubeln zusehen. (Foto: Valterio D’Arcangelo)

Nach der Winterpause hat der FC Augsburg mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie in der Hinrunde: Die Mannschaft riskiert in der Schlussphase zu viel und verteidigt zu naiv.


Daran wollte der Verein im Trainingslager in Alicante arbeiten, doch der FCA hat die Rechnung wohl auch ohne Unruheherd Caiuby gemacht. Sein Fernbleiben von der Mannschaft überschattete die Vorbereitung. Auch wenn Spieler und Verantwortliche immer wieder betont haben, dass sie sich damit momentan nicht befassen und konzentriert arbeiten wollen, dürfte solch ein Verhalten für Unruhe innerhalb der Mannschaft sorgen.

Aber nicht nur der Brasilianer fehlte dem FCA zum Rückrundenauftakt. Trainer Manuel Baum musste zudem auf sieben weitere Akteure verzichten. Rani Khedira fehlte gelb-gesperrt, die beiden Südkoreaner Dong-Won Ji und Ja-Cheol Koo sind im Asien-Cup unterwegs und Felix Götze sowie Jeffrey Gouweleeuw mussten wegen Adduktorenproblemen pausieren. Julian Schieber fiel wegen Problemen im Oberschenkel aus und Konstantinos Stafylidis musste wegen muskulärer Probleme passen. Darum musste auf der Linksverteidigerposition der noch nicht wieder vollständig genesene Philipp Max spielen, der in der Winterpause wegen Grippe pausierte. Und nun hat sich auch noch Raphael Framberger verletzt. Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss. Damit werde das Augsburger Eigengewächs für den Rest der Saison ausfallen, teilte der Verein am Mittwoch mit.

Zum Rückrunden-Auftakt gegen Düsseldorf schmerzten vor allem die Ausfälle von Khedira und Gouweleeuw. Beide sind wichtig für das Augsburger Defensivspiel – und wenn in der Schlussphase der 34-jährige Jan-Ingwer Callsen-Bracker in der Defensive Max ersetzen muss, dann spricht das Bände. Bei der Notbesetzung in der Abwehr überraschte es nicht, dass die Abstimmung untereinander komplett fehlt.

Daniel Baier: „Dümmer kann man sich nicht anstellen“

Obwohl der FCA gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf Düsseldorf einen Punkt hätte einfahren können, spielte die Mannschaft auf Sieg und riskierte wieder einmal eine Niederlage. In der 90. Spielminute wurden die Fuggerstädter dann auch viel zu einfach ausgekontert und verloren kurz vor Schluss die Partie.

Kapitän Daniel Baier übte deutliche Kritik: „Da fehlen die Worte und das Verständnis. Viel dümmer kann man sich nicht anstellen.“ Wenn man Woche für Woche solche Nackenschläge bekommt, sei es schwer, weiter zu machen, so der 34-Jährige. Er forderte: „Wir müssen was in unserem Spiel ändern“. Und das ist dringend notwendig, denn seit Wochen hat der FC Augsburg damit zu kämpfen, dass er auf die gleiche Art und Weise Punkte liegen lässt. Baum hat das Problem erkannt, dass die Mannschaft „teilweise zu gierig“ sei und es nicht passieren dürfe, dass sich die Viererkette einfach auflöse und es dem Gegner viel zu leicht mache.

Manuel Baum nimmt die Verteidigung in die Pflicht

Er betonte allerdings, dass der FC Augsburg „eine Mannschaft ist, die mutig spielen will“. Diese Herangehensweise stellt sich derzeit als problematisch heraus, denn die formschwachen Offensivspieler Michael Gregoritsch und André Hahn sind nicht in der Lage, ihre Stärken auf den Platz zu bringen und auch Alfred Finnbogason kann nicht glänzen.

Baum kündigte allerdings an, dass die Devise nun „Safety First“ laute. Er wolle an einer kompakteren Abwehr arbeiten.
Gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag steht zumindest Khedira wieder zur Verfügung, der seine Gelbsperre abgesessen hat und auch Max konnte die Woche nutzen, um wieder fit zu werden.

Gregor Kobel will nicht auf der Bank Platz nehmen

Für den nötigen Rückhalt könnte die neue Nummer Eins sorgen. Torhüter Gregor Kobel bewies bereits gegen Düsseldorf, dass er nicht davor zurückschreckt, seine Vordermänner zurechtzuweisen: „Deswegen bin ich hier, ich will dem Team helfen und es ist meine Aufgabe, die Leute wach zu machen, wenn sie unkonzentriert sind“ und machte klar. „Ich bin nicht hierhergekommen, um mich auf die Bank zu setzen, dann hätte ich auch in Hoffenheim bleiben können“.

Den Auftakt beim FC Augsburg hätte er sich natürlich anders vorgestellt, sagte er. Bei den beiden Gegentoren gegen Düsseldorf war er machtlos und bekam sonst fast keinen Schuss aufs Tor.

Der FCA konnte nun neun Mal in Folge nicht gewinnen und kann von Glück reden, dass sich Nürnberg, Hannover und Stuttgart nicht besser anstellen. Doch so langsam wird es für Augsburg höchste Zeit, endlich wieder zu punkten.
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