Koalition der Wechselwilligen: Wie geht es jetzt mit Hinteregger, Max und Gregoritsch weiter?

Kann FCA-Trainer Martin Schmidt (rechts) Martin Hinteregger in Augsburg halten? (Foto: Klaus Rainer Krieger)

Ehe die Profis des FCA in das Trainingslager reisten, standen Teambuilding-Maßnahmen in den Schweizer Alpen auf dem Programm. Es ging Trainer Martin Schmidt vor allem darum, als Team zusammenzuwachsen, um Willensschulung, Grenzen zu erkennen und Grenzen zu verschieben. Team ist dabei das entscheidende Stichwort, denn einige Spieler befassen sich derzeit vor allem mit der eigenen Karriere.

Um 5.30 Uhr aufstehen und Aufbruch zur Wanderung um 6 Uhr. Dann stundenlang auf bis zu 2700 Höhenmetern über Stock, Stein und Fels durch das Bergmassiv wandern. Die Spieler bekamen in der dreitägigen Tour von professionellen Bergführern und Geologen Vorträge und Informationen rund um den Naturschutz und den Klimawandel.
„Es war uns wichtig, auch ein Zeichen für den Naturschutz zu setzen. Daher auch der Titel ’Trekking for Future’ für unsere Tour“, sagt Schmidt. „Durch diese Eindrücke wird das Bewusstsein für viele Dinge geschärft.“Am vergangenen Sonntag ging es dann für ein einwöchiges Trainingslager nach Bad Häring in Tirol.

Mit ins Trainingslager durften nur Spieler, die auf dem Platz (mit und ohne Ball) belastet werden können. So musste Rani Khedira aufgrund einer Sehnenreizung in Augsburg bleiben und Jeffrey Gouweleeuw fehlt ebenso. Jan Moravek trug aus dem Vorbereitungsturnier in Heimstetten eine Verletzung davon und ist nicht nach Österreich mitgereist. Im Aufbautraining in Bad Häring befinden sich nach langer Verletzungspause Torjäger Alfred Finnbogason und Rechtsverteidiger Raphael Framberger.

Martin Hinteregger:  „Es war hart, dass man mich in einem Atemzug mit Dembelé und Neymar nennt."

Mit Spannung erwartet wurde, ob der wechselwillige Innenverteidiger Martin Hinteregger mitreist. Nach öffentlicher Kritik an Ex-FCA-Trainer Manuel Baum in der Winterpause wurde Hinteregger nach Frankfurt ausgeliehen. Dort wurde er innerhalb kurzer Zeit durch starke Leistungen zum Stammspieler und Publikumsliebling. Nach der Saison kehrte er zurück nach Augsburg und machte keinen Hehl daraus, dass er unbedingt auch in der kommenden Saison für Frankfurt auflaufen will. Zum Trainingsauftakt des FCA soll er mit einem Eintracht-Frankfurt -Rucksack erschienen sein und nun laut „Bild“ mit Zustimmung des Vereins sogar einem inoffiziellen Teamfoto-Termin für Sportmagazine wie „kicker“ ferngeblieben sein. Allerdings offiziell nur, um seine Reha nicht unterbrechen zu müssen.
Im Trainingslager erklärt Hinteregger dem kicker: „Es war extrem hart, dass man mich in einem Atemzug mit Ousmane Dembelé und Neymar nennt. Wenn ich streiken oder etwas provozieren wollte, bleibe ich doch eher wie Caiuby oder Neymar zwei Wochen im Urlaub.“

Er könne sich gar einen Verbleib in Augsburg vorstellen und spricht von einem „Top-Trainerteam“. Für Hinteregger verlangt FCA-Sportdirektor Stefan Reuter 15 Millionen Euro, so viel ist Frankfurt aber nicht bereit zu zahlen. 

Der FCA sollte für Philipp Max ein Sprungbrett sein

Auch Michael Gregoritsch und Philipp Max liebäugelten zuletzt mit einem Abgang. Gregoritsch wurde als Nachfolger für Max Kruse bei Werder Bremen gehandelt. Bremen allerdings erklärte kürzlich, dass der Offensivspieler zu teuer sei. Augsburg soll für den 25-Jährigen zehn Millionen Euro verlangen.

Max hingegen könnte bei einem Wechsel 20 Millionen Euro einbringen. Ursprünglich bekundete Borussia Dortmund Interesse, nach der Verpflichtung von Linksverteidiger Nico Schulz dürfte sich das allerdings erledigt haben. Nun wird Max nach Angaben der spanischen „Sport“ mit Champions-League-Sieger FC Liverpool und dem spanischen Meister FC Barcelona in Verbindung gebracht.

Mit der Neuverpflichtung des 22-jährigen brasilianischen Nachwuchs-Nationalspielers Iago und des 22-jährigen Dänen Mads Pedersen hat der FCA bereits für Ersatz auf der Linksverteidigerposition gesorgt. „Mir wurde seit 2015 immer von Vereinsseite gesagt, dass der FCA für mich ein Sprungbrett sei“, erklärte Max bereits vor einigen Wochen.
Das Transferfenster ist noch bis 2. September geöffnet. Reuter sagte in der Sommerpause, dass der FCA künftig nur noch mit Spielern arbeite, die sich mit dem Verein identifizieren.

Wird die neue Nummer Eins beim FC Augsburg wieder ein Schweizer?

Nach der unglücklichen Torwartsituation in der vergangenen Saison und dem Wechsel von Gregor Kobel von Hoffenheim nach Stuttgart, ist der FCA weiterhin auf der Suche nach einer neuen Nummer Eins. Heißester Anwärter für den Platz zwischen den Augsburger Pfosten ist der 25-jährige Schweizer Yvon Mvogo. Derzeit ist er Ersatztorwart bei RB Leipzig. Der gebürtige Kameruner soll fünf Millionen Euro kosten.

Die größte Baustelle stellt drei Wochen vor Beginn der Saison 2019/20 die Defensive dar. Nach Abgängen von Konstantinos Stafylidis (Wechsel nach Hoffenheim), Jonathan Schmid (Wechsel nach Freiburg), Reece Oxford (Leihe beendet/West Ham United) drohen die wechselwilligen Hinteregger und Max wegzufallen. Rechtsverteidiger Framberger ist zwar im Aufbautraining, gilt aber eher als verletzungsanfällig. Als Alternative auf der rechten Verteidigerposition stehen der unerfahrene 18-jährige Jugendspieler Simon Asta und der 28-jährige Georg Teigl, der bislang nur Reservist war.

Offensiv hingegen steht der FCA gut da. Neben Torgarant Finnbogason und dem Nachwuchstalent Marco Richter stehen André Hahn, Julian Schieber, Sergio Córdova und die Neuzugänge Noah Sarenren Bazee (Hannover 96), Ruben Vargas (FC Luzern) und Florian Niederlechner (SC Freiburg) zur Verfügung.

Ein Abgang von Gregoritsch, der in der abgelaufenen Saison hinter seinen Möglichkeiten blieb, wäre also durchaus zu verkraften. Und dann gibt es auch noch den Augsburger Skandalprofi Caiuby, der nach einer Leihe aus Zürich zurückkehrte.

Augsburg ist am ersten Bundesliga-Spieltag in Dortmund zu Gast

Nach dem 4:1-Sieg am Donnerstag steht im Trainingslager ein weiteres Testspiel gegen den FC Villareal an. Die Saisongeneralprobe findet im Rahmen eines Familienfestes am Samstag, 3. August, um 15.30 Uhr in der WWK Arena gegen den italienischen Erstligisten FC Bologna, dem ehemaligen Klub von FCA-Legende Helmut Haller, statt.

Das erste Pflichtspiel der Saison steht im DFB-Pokal am Samstag, 10. August, um 15.30 Uhr beim Regionalligisten SC Verl an. Die Bundesliga startet für den FCA am Samstag, 17. August, um 15.30 Uhr bei Borussia Dortmund.
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