Mangelnde Chancenverwertung, naives Abwehrverhalten, neuer Torhüter: Wo steht der FC Augsburg aktuell?

Der FC Augsburg muss in der Rückrunde wieder auf die Beine kommen und Punkte sammeln. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
 
FCA-Neuzugang Gregor Kobel bei der Vorbereitung auf die Rückrunde im Trainingslager in Alicante. (Foto: Klaus Rainer Krieger)

Der FC Augsburg bereitet sich momentan in Alicante auf die Rückrunde vor. Wo steht der Verein aktuell? Eine Einordnung.

Wie es in der Hinrunde lief:

Der FC Augsburg legte mit zwei Siegen und einem Unentschieden den bis dato besten Start in eine Saison hin, den es beim FCA je gab. Die Euphorie wurde allerdings bereits am dritten Spieltag gegen Mainz durch bittere Patzer von Fabian Giefer, der sich in der Vorbereitung gegen seinen Torwartkollegen Andreas Luthe durchgesetzt hatte, gebremst. Nach den Fehlern gegen Mainz und später auch gegen Bremen ersetzte Luthe Pechvogel Giefer gegen Bayern München. Ihm unterliefen bis zur Winterpause keine größeren Pannen, er sah allerdings bei dem ein oder anderem Gegentor dennoch unglücklich aus. Im Spiel gegen den Ball überraschte der FCA mit aggressivem Pressing seine Gegner, Borussia Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking sprach gar von einer „Jagd über den ganzen Platz“. Gut herausgespielte Chancen wurden jedoch immer wieder leichtfertig vergeben und die Mannschaft konnte das Tempo nicht über 90 Minuten aufrechthalten. In den Schlussphasen kassierte der FCA dann durch Unkonzentriertheiten und zu vielen Freiräumen für den Gegner einige Gegentore, die teils wichtige Punkte kosteten.
Das Ergebnis: Der Verein steht mit 15 Punkten auf Platz 15 gefährlich nah am Abgrund.

Was in der Rückrunde besser werden muss:

Der FCA muss endlich hinten sicherer stehen. In der gesamten Hinrunde hat die Mannschaft von Cheftrainer Manuel Baum nur ein einziges mal zu Null gespielt (0:0 gegen RB Leipzig am achten Spieltag). Außerdem muss über die gesamte Spieldauer eine konstantere Leistung auf den Platz gebracht werden, um die Gefahr der späten Gegentore zu verringern. Ein weiteres Manko ist die mangelnde Chancenverwertung. Oft kombiniert sich der FCA gut durch die Reihen der Gegner, schließt aber zu überhastet und unüberlegt ab und vergibt leichtfertig Torchancen.

Das macht Mut:

Bei vielen Ligakonkurrenten gilt der FC Augsburg als unangenehmer Gegner. Phasenweise lassen die Fuggerstädter den Gegenspielern wenig Raum für einen geordneten Spielaufbau und erzwingen Fehlpässe. Das Offensivspektakel gegen Tabellenführer Borussia Dortmund, das erst in der 96. Spielminute unglücklich mit 3:4 verloren ging, zeigt das Potenzial, das in dem Kader des FCA steckt.

Wer unbedingt mehr spielen sollte:

Auf der Rechtsverteidigerposition haben sich Jonathan Schmid und Raphael Frambeger abgewechselt. Der vor der Saison verpflichtete Felix Götze kann diese Position ebenso bekleiden und hat in den wenigen Einsatzminuten für Aufsehen gesorgt. Gegen Rekordmeister Bayern München wurde der 20-Jährige in der zweiten Halbzeit eingewechselt und erzielte den 1:1-Ausgleichstreffer. Dank ihm entführte der FCA einen Punkt aus der Allianz Arena.

Wer erst mal auf der Bank Platz nehmen sollte:

In den zurückliegenden Spielen hat Caiuby nicht wirklich überzeugen können und sorgt abseits des Platzes zunehmend für Unruhe, die der Verein im Abstiegskampf nun wirklich nicht gebrauchen kann. Wieder bleibt er der Mannschaft in der Vorbereitung fern und fehlt im Trainingslager. Bereits zum Trainingsstart für die Saisonvorbereitung im Sommer blieb Caiuby in seinem Heimatland Brasilien und ließ tagelang nichts von sich hören. Dafür bekam er seitens des Vereins eine Geldstrafe aufgebrummt. Zuletzt sorgte er durch Probleme mit der Justiz für Aufsehen, so wurde er kürzlich zu einer Geldstrafe wegen Schwarzfahrens verurteilt und ein weiteres Verfahren wegen einer angeblichen Körperverletzung ist noch offen.

Wer steht jetzt eigentlich im Tor?

Die Verantwortlichen des FCA haben offenbar das Vertrauen in die beiden Torhüter Giefer und Luthe verloren und haben kurz vor dem Start in die Vorbereitung auf die Rückrunde Torhüter Gregor Kobel vom Liga-Konkurrenten TSG Hoffenheim bis zum Saisonende ausgeliehen. Der 21-jährige Schweizer, der für die U21-Nationalelf seines Landes spielt und auch schon für die A-Nationalmannschaft nominiert war, müsste sich möglicherweise nur dem Konkurrenzkampf mit Fabian Giefer stellen, denn Andreas Luthe könnte vor dem Absprung stehen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, liege Luthe ein lukratives Angebot aus der amerikanischen Major League Soccer vor. Die Wechselgerüchte wollte Luthe bislang nicht kommentieren. Fest steht, dass die Leihe von Gregor Kobel weder für ihn, den FCA noch die TSG Sinn ergibt, wenn er nicht spielt.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.