Mission Jerez für 00-Bradl: Zahlinger Motorradrennfahrer startet am Sonntag in der MotoGP

Im Rennen in die Kurve legen darf sich am Sonntag in Jerez der Zahlinger Stefan Bradl. Ein zweiter Wildcardstart steht für ihn im August im tschechischen Brünn an. Eventuell folgt im September ein weiterer im spanischen Aragon. Fotos: Stefan Bradl

Stefan Bradl ist ein großer Fan von James Bond. Das kann man zumindest seinem Internetauftritt entnehmen. In zwei Dingen ähneln sich Bradl und Bond durchaus. Wie der legendäre Geheimagent ist auch der 29-jährige Zahlinger Woche für Woche an illustren Orten dieser Welt, zuletzt war er in Katar und in Austin, Texas. Wie 007 ist auch Bradl mit einem PS-starken Fahrzeug unterwegs (wenn auch ohne gepanzerte Scheiben und Raketenabschusssystem). Am kommenden Sonntag hat Bradl eine spezielle Mission: Der Testfahrer für das Team von HRC Honda wird am vierten Rennen der MotoGP, der Königsklasse des Motorradrennsports, teilnehmen.

Honda ermöglicht ihm den Start im spanischen Jerez mit einer sogenannten Wildcard. "Ich freue mich, endlich wieder mit den Jungs unter Rennbedingungen auf der Strecke zu sein", sagt Bradl. Er sei gespannt, "wie mein Speed so ist". Vergangene Woche bei Tests im italienischen Misano (Provinz Rimini) fühlte sich der 29-jährige jedenfalls "relativ schnell", weswegen er sich wohl auch für Jerez das Ziel steckt, unter die ersten 15 zu kommen - und somit in die Punkte.

Das Vorhaben hänge jedoch davon ab, schränkt Bradl ein, wie viele neue Teile er im Rennen für Honda testen soll. Sind es zu viele, "wird es schwierig, den Rhythmus zu finden", sagt er, um umgehend wieder auf das Positive zurückzukommen. "Die Vorfreude, die Anspannung, endlich wieder den Druck spüren", schwärmt er hörbar. Im Testfahreralltag trete er schließlich lediglich gegen die Stoppuhr an und, so sagt Bradl. Zudem sei er alleine auf der Strecke. Allerdings ist seine Arbeit unabdingbar, zuletzt adelte ihn sein Teamkollege, der fünfmalige Weltmeister Marc Márquez, als "einen der besten Testfahrer".

Früher seien sie "harte Gegner gewesen", erinnert sich Bradl. Heute lacht der Zahlinger darüber, denn: "Wir verstehen uns super."

Generell sei die Stimmung im Rennstall großartig, betont Bradl, auch wenn es anfangs mit den japanischen Eigentümern ein wenig gedauert habe, "bis das Vertrauen aufgebaut war". Auch wegen dieser tollen Atmosphäre innerhalb des Teams ist der 29-Jährige mehr als zufrieden mit seiner Rolle. Freilich, reizen würde es ihn schon, noch eine Saison als Stammfahrer zu absolvieren. Doch das bezeichnet er aktuell als "unrealistisch".

Macht ihm aber nichts: "Ich bin happy mit der Situation, es läuft gut, vor allem die Kombination mit dem Job bei Servus TV macht Spaß." Für den TV-Sender ist er seit 2017 als Experte im Einsatz. In seiner neuen Rolle am Streckenrand war er zuletzt in Katar und Austin. Es bereite ihm Freude, "weiter nah dran zu sein und den Zuschauern den besten und spannendsten Rennsport der Welt näher zu bringen", sagt er und ergänzt, dass er es schade findet, "dass es so wenige deutsche Fahrer gibt". Am Wochenende ist immerhin einer mehr auf der Strecke. Sein Name ist Bradl, Stefan Bradl. Und er hat eine Mission.



Servus TV überträgt das Rennen in Jerez am Sonntag ab 14 Uhr live.
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