Neuer Anlauf mit neun Neuzugängen: Wie gut ist der neue Panther-Kader?

Die Neuzugänge v.l.n.r.: Adam Payerl, Christoph Ullmann, Patrick McNeill, Henry Haase, Markus Keller, Matt Fraser, Tim Bullnheimer, John Rogl und Sahir Gill.
 
Augsburger Panther 2018 / 19
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Ein langer und heißer Sommer liegt hinter dem AEV und seinen Fans, das letzte Spiel fand aufgrund der verpassten Playoffs am 4. März statt. Am vergangenen Donnerstag, es herrschten Dürre und Hitze bei fast 40°C, luden die Augsburger Panther zum Sommerende ins coole Curt-Frenzel-Stadion ein. Und pünktlich zur Vorstellung des neuen Teams und der neuen Trikots braust draußen ein erster Sommersturm vorbei, der in Norddeutschland als Nadine große Schäden verursacht: Winter is coming!

Fotos vom ersten Training

Impressionen von Team-Shooting und Trikotpräsentation

Folgt aufs Sturmtief Nadine das Sturmhoch AEV?

Nadine blieb in Augsburg ein heißer Wind, der seine Schäden anderswo anrichtete. Dasselbe erhoffen sich die AEV-Fans vom neuen Panther-Sturm, der nach der letztlich enttäuschenden Saison 2017/18 massiv umgebaut wurde. Einen ersten Eindruck davon bekamen die Fans, die am frühen Freitagabend im winterlich temperierten Eisstadion nicht nur Abkühlung suchten, sondern hauptsächlich Antworten auf die Fragen „Ist der neue Sturm das Unwetter, vor dem die Gäste bibbern?“ und „Schaffen wir mit der runderneuerten Defensive wieder die Playoffs?“

Es waren natürlich nicht nur Neugier aufs Team und die coole Atmosphäre bei 15°C, die 800 Fans ins Curt-Frenzel-Stadion lockten, sondern auch die Einkaufsmöglichkeit im sehr gut besuchten Fanshop und das Wiedersehen mit Bekannten – aber vor allem das Kennenlernen des neu formierten Teams.

Bayrischer, schwäbischer, „augschburgerischer“:
Mit neun Neuen in die nächste Saison

Neun Neue muss Coach Mike Stewart bis Mitte September integrieren, mit Marco Sternheimer, der letzte Saison nur einmal kurz in Mannheim mitspielen durfte, sind es sogar zehn. Auffallend: Der AEV setzt verstärkt auf Cracks aus der Gegend. So ist Steffen Tölzer nicht mehr das einzige Eigengewächs im Kader, hinzu kommen Heimkehrer Markus Keller und die Rookies Tim Bullnheimer und Marco Sternheimer, die letzte Saison gemeinsam die Deutsche Nachwuchsliga DNL aufmischten (am Ende stand ein sensationeller sechster Platz) und in Sonthofen ans Erwachsenen-Hockey herangeführt wurden. In Bayrisch-Schwaben haben das Eishockeyspielen gelernt Thomas Holzmann (Buchloe und Kaufbeuren), Simon Sezemsky und Daniel Schmölz (beide in Füssen) sowie Hans Detsch (Landsberg und Kaufbeuren). Die bayerische Fraktion komplettieren der Altöttinger Christian Ullmann, der nach langen Jahren in der Diaspora (736 Spiele für Köln und Mannheim) wieder in Bayern spielt und John Rogl aus Landshut (20 Einsätze für München und Mannheim). Henry Haase aus Berlin ist der einzige Preuße im bayrisch-kanadisch geprägten Team, zwei US-Amerikaner und die Deutsch-Tschechen David Stieler und Jaroslav Hafenrichter vervollständigen den Kader.

Tor: Auf Meisner folgt Keller

Wenn Olivier Roy so hält wie im Dezember und Januar dürfte die Saison der Panther gut verlaufen. Schwächelt die Nummer 1 im Tor wie zum Saisonende steht Markus Keller parat, der in den letzten drei Jahren in der DEL 2 mit Kassel einmal Meister und zum besten Goalie der 2. Liga gekürt wurde. Sein Gegentorschnitt bei den Hessen lag konstant unter 3, seine Fangquote bei über 91% - tolle Werte, vor seinen Einsätzen im Panther-Tor muss niemandem bange sein.

Verteidigung: McNeill soll Cundari ersetzen

Patrick McNeill soll den größten Verlust ersetzen, denn Mark Cundari wird kommende Saison in Berlin für die Eisbären auflaufen. Zwei deutsche defensive Neuzugänge – Henry Haase (258 DEL-Spiele für Berlin und Düsseldorf) und John Rogl – nehmen die Positionen von Derek Dinger und Gabe Guentzel ein. Mike Stewart meinte nach der vergangenen Saison, dass er zukünftig mehr auf große Spieler setzen möchte, und sowohl Masse als auch Größe bringen die beiden mit: der 22-jährige Landshuter Rogl misst 1,94 Meter und auch der 25-jährige Berliner Haase ist mit 1,91 das Gegenteil eines Zwergkaninchens. Im Gegensatz zu Guentzel sind die beiden nicht als Scorer und erst recht nicht als Torschützen bekannt, dafür soll es vor dem eigenen Tor den gegnerischen Stürmern wieder richtig weh tun. Für Tore von der Blauen Linie müssen wie gehabt Brady Lamb, Simon Sezemsky sowie Neuzugang Pat McNeill sorgen – der Ex-Schanzer hat es drauf, er war vor drei Jahren punktbester Verteidiger der Liga.

Sturm: Payerl für Parkes, Fraser für Davies und Gill statt Trupp

Im Sturm schmerzt vor allem der Abgang von Parkes, der seine Treffer jetzt für München erzielen will. Mit Adam Payerl hat Stewart einen ähnlichen Spielertypen - groß, durchsetzungsfähig und hoffentlich treffsicher - verpflichtet, der bei den ersten Trainingsspielchen schon gut mit Drew LeBlanc und Matt White harmonierte. Matt Fraser fiel als eiskalter Sniper auf und gewann gleich den teaminternen Shootout-Wettbewerb zum Ende der ersten Trainingseinheit.

Wo man sich definitiv verbessert hat ist die Center-Position: In den letzten Jahren kam nach dem Ausnahmespieler Drew LeBlanc lange nichts, was sich bei Verletzungsausfällen besonders bemerkbar machte - er wurde in Doppelschichten eingesetzt und zu gefühlt jedem zweiten Faceoff geschickt. Zu ihm und David Stieler gesellt sich jetzt Ullmann, und auch Payerl und Sahir Gill können als zentrale Stürmer auflaufen. Bleibt die Frage, wann TJ Trevelyan den deutschen Pass bekommt – mit ihm wäre der Kader noch tiefer, die Erfolgschancen der Panther 2018/19 größer.

Beim Dolomitencup in Neumarkt / Südtirol stehen am kommenden Wochenende die ersten Testspiele an. Für den AEV geht’s los am Freitagabend gegen den EBEL-Meister HC Bozen Foxes, am Sonntag gibt‘s Finale oder Spiel um Platz 3, den Gegner machen der EV Zug und die Düsseldorfer EG unter sich aus.
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