„Ohne Ehliz habt ihr keine Chance!“ – AEV schlägt Nürnberg

Hans Detsch im Glück: Erstes Saisontor, Ehrenrunde, Fernseh-Interview und zum Schluss Vorsänger der "Humba".
  Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Yasin Ehliz war ein wichtiger Spieler im deutschen Silber-Team und ein sehr wichtiger Bestandteil des Nürnberger Eishockeys: Mit den IceTigers eliminierte er u.a. vor zwei Jahren in sieben Viertelfinal-Spielen die Augsburger Panther. Durch Olympia wurde sein Talent auch in der NHL entdeckt und sein Nürnberger Vertrag zugunsten eines Wechsels den Calgary Flames aufgelöst. Angeblich mit dem Versprechen, im Fall der Rückkehr wieder für die Franken zu spielen. Egal ob es das Geld war oder die Aussicht auf sportlichen Erfolg: Ehliz ließ die strauchelnden IceTigers im Stich und unterschrieb beim dreifachen Meister München. Ohne Ehliz und weitere Ausfälle verspielten die IceTigers im Curt-Frenzel-Stadion einen 2:0-Vorsprung und verloren mit 2:5.

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Traumstart für Nürnberg

Denn nicht nur Ehliz fehlt den Franken, zusätzlich belastet durch die Champions League fielen seit Saisonbeginn immer wieder Leistungsträger aus, neu hinzugekommen waren gegen den AEV Brandon Buck (Knie) und Dane Fox (gesperrt). Mike Stewart dagegen konnte aus dem Vollen schöpfen und rotierte diesmal Arvids Rekis zu Thomas Holzmann auf die Tribüne, für ihn kehrte Steffen Tölzer aufs Eis zurück. Trotzdem gelang den ersatzgeschwächten und gebeutelten Nürnbergern ein Traumstart: Nach nur 46 Sekunden überraschte Chris Brown AEV-Goalie Olivier Roy mit einem No-Look-Schuss, nach 2:59 legte Leo Pföderl in Überzahl das 2:0 nach – und der AEV fand im Anschluss zwanzig Minuten lang nicht ins Spiel.

AEV-Verteidiger sorgen für schnelles Comeback

Wie leicht und schnell die Franken aus dem Rhythmus zu bringen sind zeigte sich im Mitteldrittel. Wieder gab es schnelle Tore, aber jetzt für den AEV: Pat McNeill im Powerplay und Kapitän Steffen Tölzer mit einem One-Timer-Schlagschuss sorgten in Minute 23 und 24 für den Ausgleich. Nürnberg blieb bemüht, aber die Saison-Krise wurde zur Spiel-Krise. Zwar konnte Augsburg vorerst nicht in Führung gehen, aber Nürnberg hatte den Zugriff aufs Spiel verloren.

Zum Schaden kommt der Spott:
„Ohne Ehliz habt Ihr keine Chance!“

Die Tore zum Sieg fielen dann im Schlussabschnitt: In der 42. Minute wuchtete Matt Fraser den Rebound nach einem Haase-Schuss zur Führung ins Tor, das 4:2 fiel nach einem schönen Doppelpass: Hans Detsch führt den Puck durchs Mitteldrittel, passt nach links auf TJ Trevelyan, der vors Tor zieht und statt selbst zu schießen den Puck zurück zum mitgelaufenen Detsch passt – bei seinem Schuss war Andreas Jenike im fränkischen Tor außer Position und deshalb chancenlos (50. Minute)
Nachdem das Spiel dadurch endgültig gekippt war griffen Augsburgs Fans ganz tief in die Schmähkiste und trafen die Nürnberger am momentan wundesten Nerv: „Ohne Ehliz habt Ihr keine Chance!“ – das saß: Sogar die sonst durchgehend munteren Takatuka Ultras stellten kurz den Support ein, ihr Team kassierte noch ein fünftes Tor durch David Stieler in der 58. Minute und Augsburg feierte den Derbysieg.

Die nächsten Spiele:
Sonntag in Schwenningen, dienstags gegen Wolfsburg

Am Sonntag geht’s zum nächsten Kellerkind: Schwenningen erkämpfte sich zuletzt unter dem neuen Trainer Paul Thompson einige nicht erwartete Punkte und ist deshalb kein Selbstläufer mehr, am Dienstag folgt das Gastspiel der wie Nürnberg stark von Verletzungen geplagten Wolfsburger.
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