Playoffs ohne Augsburger Panther: Die Statistik zeigt, wann die Saison verloren ging

Die Negativserie, die im Oktober 2017 begann, war für die Panther mit der Knackpunkt in der zurückliegenden Saison. Grafik: Oliver Böhm


Die Pre-Playoffs wurden dieses Jahr klar verpasst, der AEV beendete die Saison mit 65 Punkten auf Tabellenplatz 12. In der Endabrechnung der Regular-Season fehlten 9 Punkte auf den 10. Platz, den hatten sich die Schwenninger Wild Wings erkämpft. Warum gelang den Panthern nicht ein ähnlich gutes Abschneiden wie in der vergangen Saison? Die Mannschaft wurde kaum verändert, die Abgänge von Ben Hanowski und Justin Shugg mit Matthew White und Daniel Schmölz bestens kompensiert. Im Folgenden soll ein Blick auf die Statistiken dazu beitragen, das frühzeitige DEL-Aus zu beleuchten.

Negativserie

In der Retrospektive fällt eine Phase besonders negativ auf. Und man kann getrost behaupten, hier hat man letztendlich die Möglichkeiten für eine bessere Platzierung verspielt. Der Saisontiefpunkt begann mit einer Niederlage gegen Straubing am 15. Spieltag und endete objektiv betrachtet erst am 29. Spieltag. Zwischen dem 22.10. und 03.12. konnten die Panther aus 14 Spielen lediglich 8 Punkte einfahren, vgl. Graphik.

Schwach gegen schwache Gegner

Ein weiter Auffälligkeit in dieser Saison war, gegen wen man gewonnen hat bzw. gegen wen nicht. Der AEV hat sich alle Ehren als Aufbaugegner für Mannschaften aus dem Tabellenkeller gemacht, den Topteams konnte man hingegen ordentlich Paroli bieten. Ein Beispiel: Gegen Straubing, Tabellenvorletzter (der AEV lag in der Endabrechnung nur einen Platz vor Straubing), musste man sich dreimal geschlagen geben. Gegen den Tabellendritten, die Lebkuchenbuben aus Nürnberg, konnte man zwei Siege erkämpfen. Und das ist nur ein Beispiel für die angesprochene Diskrepanz.

Torhüter

Die Augsburg Panther gingen mit dem Torhütergespann Jonathan Boutin und Benjamin Meisner in die DEL Saison 2017/18. Die abschließende Tatsache, dass der im November nachverpflichtete Olivier Roy bereits einen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben hat, das Torhütergespann, mit dem der AEV in die Saison gestartet war, (noch) nicht, spricht nahezu für sich selbst. Statistisch spannend ist auch der Vergleich zwischen Ende der Negativserie und Zeitpunkt der Verpflichtung von Roy. Roys Verpflichtung wurde am 30. November bekannt gegeben, sein erstes Spiel bestritt er am 01.12., die Negativserie wurde am 08.12. beendet.

Boutin bestritt als nominelle Nr. 1 nur 20 Spiele. Mit einer Fangquote von 90,4% zählt er zu schwächeren Torhütern der Liga. Der verletzungsanfällige Goalie konnte bei 60 Gegentoren nur 8 Siege festhalten,

Meisner war in seiner Leitung nicht konstant genug, kam in 10 Spielen auf eine Fangquote von 92,11 %. An dieser Stelle muss man ein 'Aber' einfügen. Prozentual kann Meisner auf die beste Fangquote der Panther-Goalies verweisen, konnte aber nur 2 Siege bei 8 Niederlagen festhalten.

Nachverpflichtung Olivier Roy bestritt 23 Spiele bei einer Fangquote von 91,74 %. 763 mal wurde scharf auf Roy geschossen, 700mal blieb er Sieger, 63mal musste er hinter sich greifen. 11 Siegen stehen 12 Niederlagen gegenüber. Resümee: Hat sich in aller Schnelle in der DEL etabliert, rangiert im prozentualen Torhütervergleich der DEL, nach der Regular Season, auf einem guten 11. Rang. Hat sich den Vertrag für die kommende Saison redlich erarbeitet.

Abwehr

Die Leistung der Torhüter steht häufig in direktem Zusammenhang mit der Abwehrleistung. Und damit ist nicht nur die Leistung der ausgebildeten/etatmäßigen Verteidiger gemeint, damit ist auch das Abwehrverhalten der Stürmer gemeint. Dazu werfen wir erst mal einen Blick auf die plus/minus Statistik. Zur Erklärung: diese Statistik greift nur beim Spiel 5 gegen 5, Treffer, die in Unterzahl- oder Überzahlspiel erzielt werden, werden nicht zur plus/minus Statistik gezählt. Im negativen Sinne wird diese Statistik bei den Panthern unangefochten von Evan Trupp, mit einem Wert von - 23, angeführt, Trupp hat aber auch 30 Scorerpunkte beigetragen. Es folgen Gabe Guenzel (-18) und Michael Davies (-12).

Sturm

Der kongeniale Spielmacher der Panther, Drew LeBlanc, gewinnt die teaminterne Scorerwertung mit 43 Punkten (32 Assists / 11 Tore). Zum Saisonendspurt fiel LeBlanc durch einige folgenreiche Fehler, vornehmlich im Spielaufbau, auf. Die meisten Tore, 22 an der Zahl, konnte Trevor Parkes erzielen. Die zweitmeisten Tore steuerte Matthew White mit 16 Treffern bei, zugleich feuerte er die meisten Schüsse (224) auf das gegnerische Tor ab. Zum Vergleich: DEL Topscorer war Keith Aucoin mit 64 Punkten (53/11, München), Bruce Macek (auch München) war mit 26 Treffern der beste Torschütze.

Spezialteams

Wie heißt es so schön im Eishockey: auf die Spezialteams kommt es an. Aber das beste Überzahlteam der Liga spielt nicht in den Pre-Playoffs. Der Reihe nach: Die Panther konnten 51 Tore in Überzahl erzielen, der zweitplatzierte in dieser Statistik, die Brausebuben aus München, kamen "nur" auf 39 Treffer. Im Unterzahlspiel mussten die Panther 34 Treffer hinnehmen, das bedeutet Platz 9. Das vorzeitige Saisonaus hat also nicht an den Spezialteams gelegen, die Saison hat man, diesen statistischen Werten zu Folge, im Spiel 5 gegen 5 verloren.

Summa summarum

Die Panther haben in der Sasion 2017/18 zu wenig Konstanz gezeigt, teilweise wirkte die Mannschaft kraftlos und ausgebrannt. Vielleicht lässt sich damit auch erklären, warum die Panther 14mal mit (nur) einem Tor Unterschied verloren haben. Die Torhüterleistungen, zumindest bis zur Nachverpflichtung von Roy, haben ihr Übriges zum vorzeitigen Ausscheiden beigetragen. (Oliver Böhm )
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