Pokalheld Gregoritsch rettet schwachen FC Augsburg in Kiel

Michael Gregoritsch brachte den FCA bei Holstein Kiel kurz vor Schluss auf die Siegerstraße. (Foto: Alexander Heinle/Archiv)

Lange musste der FC Augsburg im Achtelfinale des DFB-Pokal bei Holstein Kiel zittern. Der Zweitligist war über weite Strecken der Partie die tonangebende Mannschaft und scheiterte nur an der eigenen Chancenverwertung. Kurz vor Spielende brachte Michael Gregoritsch seine Mannschaft nach einer tollen Einzelaktion von Fredrik Jensen dann aber doch noch auf die Siegerstraße.

Gleich vier Wechsel musste Trainer Manuel Baum im Vergleich zum überzeugenden 3:0 Heimsieg gegen Mainz am Wochenende an seiner Startelf vornehmen. Dreifachtorschütze Alfred Finnbogason, Ja-Cheol Koo und Jan Moravek konnten diese Woche noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen und fielen damit aus. Rechtsverteidiger Jonathan Schmid verletzte sich zudem im Abschlusstraining und stand somit ebenfalls nicht zur Verfügung. Für sie rückten Reece Oxford, Felix Götze, Marco Richter und Sergio Córdova in die Aufstellung. Für Neuzugang Oxford und Götze war es jeweils der erste Einsatz von Beginn an für den FC Augsburg. Auf Augsburger Seite waren damit sechs der elf Akteure gerade mal 21 Jahre oder noch jünger.

Der Pfosten rettet die wackelige Defensive

Die junge Mannschaft hatte zu Spielbeginn auch direkt etwas mehr Spielanteile als die Gastgeber, konnte ihr optisches Übergewicht allerdings nicht in klare Torchancen ummünzen. Gerade bei eigenem Ballbesitz agierte die Baum-Elf oft kopflos nach vorne, ohne eine klare Idee im Spielaufbau zu präsentieren.
In der Folge fanden auch die Kieler immer besser in die Partie und erspielten sich vor allem über die rechte Abwehrseite des FCA immer wieder aussichtsreiche Abschlusssituationen. Die größte Chance gehörte dabei dem Kieler Kingsley Schindler, der nach einem Steilpass dem jungen Innenverteidigerduo Danso und Oxford entwischt war, und mit seinem Lupfer lediglich am Innenpfosten scheiterte.

Baum reagiert früh auf die Abwehrschwäche

Kaum verwunderlich war demnach die frühe Reaktion von Manuel Baum, den bis dato überfordert wirkenden Götze bereits nach 39 Minuten für Konstantinos Stafylidis vom Feld zu nehmen, um Ruhe und Erfahrung in seine nicht ganz sattelfeste Defensivreihe zu bringen. Kurzfristig war jedoch kaum Besserung zu erkennen und so verdankte es der FCA erneut nur der schlechten Chancenverwertung der Gastgeber, dass diese nicht noch vor der Halbzeit in Führung gingen, als erst Schindler und anschließend Mühling in aussichtsreicher Position vergaben.

Und auch nach der Pause setzte sich das zuvor gewohnte Bild fort. Während der FCA nun mittlerweile in nahezu allen statistischen Bereichen unterlegen war, ließen die Kieler jede noch so große Chance zur mittlerweile verdienten Führung liegen. Die Größte vergab dabei wohl Okugawa, der den Ball frei vor dem leeren Tor stehend über die Latte beförderte.

Gregoritsch mit dem Schuss ins Glück

Erst kurz vor Spielende kam der FC Augsburg wieder gefährlich in die gegnerische Hälfte und zeigte den Kielern prompt, wie wichtig eine gute Chancenverwertung im Pokal ist. Mit einem herausragenden Sololauf tankte sich der eingewechselte Fredrik Jensen von der Mittellinie bis an den gegnerischen Strafraum durch, um dort das Abspiel auf den freistehenden Michael Gregoritsch zu suchen. Der Österreicher ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte den Ball in der 85. Minute zur Führung im Kieler Tor.

Die Gastgeber hatten in der Nachspielzeit der Partie sogar nochmals die Möglichkeit auf den Ausgleich, scheiterten jedoch abermals an der eigenen Abschlussschwäche.

Der FC Augsburg zieht nach einer schwachen Partie, in der der Zweitligist über weite Strecken die bessere Mannschaft war, dank des Last-Minute-Treffers von Gregoritsch ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Am kommenden Sonntag gastiert der FCA in der Bundesliga nun aber erst einmal bei Werder Bremen, wo die Fuggerstädter die gegen Mainz begonnene Kehrtwende nach zuvor zehn sieglosen Partien in Folge fortführen wollen.

Die Aufstellung des FC Augsburg: Kobel – Max, Danso, Oxford, Götze (38. Stafylidis) – Baier, Khedira, Hahn, Gregoritsch, Richter (60. Ji) – Córdova (72. Jensen)

Bank: Giefer (Tor), Callsen-Bracker, Janker, Stanic
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