Schmidt mit Einstand nach Maß: FC Augsburg siegt in Frankfurt

Torschütze Michael Gregoritsch zum 1:3 mit André Hahn (Foto: Moni Pfaff, Freie Foto-/Journalistin)
 
Michael Gregoritsch und Ja-Cheol Koo freudestrahelnd in der Kurve nach dem 1:3 (Foto: Moni Pfaff, Freie Foto-/Journalistin)

Der FC Augsburg besiegte Eintracht Frankfurt auswärts in einer emotional geführten, spannenden und sehr sehenswerten Partie mit 3:1 und bescherte so Neu-Trainer Martin Schmidt einen perfekten Start. Matchwinner war U21-Nationalspieler Marco Richter der zunächst die Frankfurter Führung durch Goncalo Paciencia (14.) ausglich und kurz vor der Pause mit einem präzisen Fernschuss die Partie drehte. Für die Frankfurter war es die erste Ligapleite in diesem Jahr. Durch die Punktverluste der Abstiegskonkurrenten aus Nürnberg, Schalke, Stuttgart und Hannover ist der FCA der große Gewinner des Spieltags im Tabellenkeller und hat nun sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den aktuell Stuttgart innehat.

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Martin Schmidt musste in Frankfurt auf Dong-won Ji und Philipp Max verzichten. Stattdessen rückten Constantinos Stafylidis, Rani Khedira, André Hahn und Alfred Finnbogason in die Startelf. Augsburgs neuer Trainer Martin Schmidt, der Mitte der Woche die Nachfolge des freigestellten Manuel Baum antrat, setzte auf eine Viererkette in der Defensive (4-1-2-2-1). Die Marschroute des Trainers war klar, die Frankfurter offensiv anzulaufen, früh zu stören und so permanent unter Druck setzen.

Nach 15 Minuten erlaubte sich Augsburg allerdings erste Fahrlässigkeiten. Dies bestraften die Frankfurter direkt. Erst durfte Filip Kostic von der linken Seite ohne Gegenwehr flanken, im Zentrum konnte Goncalo Paciencia ungestört zur Führung einnicken. Es war bereits der 5. Kopfballtreffer des Portugiesen in der aktuellen Saison.

Immer wieder Marco Richter

Die Elf von Schmidt schüttelte sich einmal kurz und schaltete direkt wieder in den Angriffsmodus. Pech hatte der FCA, als es nach einem klaren Foul von Almamy Touré an Marco Richter nur zwei Minuten später keinen Elfmeter gab. Schiedsrichter Bastian Dankert verzichtete auf den Videobeweis. Angestachelt durch die Entscheidung erhöhte der FCA den Druck. Diese Bemühungen wurden in der Minute 31 belohnt, dann fand Michael Gregoritsch Richter - und der vollendete präzise aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich. Kurz vor der Pause war es erneut Richter, der sich ein Herz fasste und von links vor dem Strafraum den Ball herrlich wie unhaltbar rechts unten ins lange Eck nagelte (45.+4).

Doch der Abschnitt hatte noch mehr zu bieten. So zog Dankert in der 28. Minute einen Videobeweis zu Rate, wegen eines Handspiels von Khedira. Außerdem musste die Augsburger Leihgabe im Frankfurter Trikot, Martin Hinteregger, in der 26. und auf der anderen Torwart Gregor Kobel in der 40. Minute ausgewechselt werden. Für Kobel kam Andreas Luthe.

Gelb-Roter Start in Halbzeit zwei

Es waren erst wenige Momente gespielt nach dem Seitenwechsel, als der bereits verwarnte Frankfurter Gelson Fernandes mit seinem harten einsteigen gegen Jonathan Schmid für Rudelbildung und erhitzte Gemüter sorgte. Dankert ließ sich von der Rudelbildung nicht beirren und löste die Situation souverän – diese Ruhe und Souveränität bewahrte der Unparteiische auch im weiteren Verlauf der hitzig geführten 2. Halbzeit. Dankerts Entscheidung Fernandes vorzeitig mit gelb-rot zum Duschen zu schicken, spielte den Augsburger Gästen natürlich in die Karten. Nun hatte Augsburg Platz, da Frankfurt trotz Unterzahl offensiv wechselte und versuchte das Spiel noch zu drehen. Koo (58.) und Richter (60.) hätten für das 3:1 und die vorzeitige Entscheidung sorgen können, verpassten jedoch knapp.

Da auch die Frankfurter durch Ante Rebic und Luka Jovic zu guten Möglichkeiten kamen, wurde das Spiel immer hektischer und intensiver. Es kam zu zahlreichen Diskussionen, Rudelbildungen und Beschwerden bei Schiedsrichter Dankert – der ruhig blieb und als Rebic es zu bunt trieb ihn verwarnte. Danach wurde auch wieder Fußball gespielt. Für die Erlösung aus Augsburger Sicht sorgte in der 84. Minute Gregoritsch, der nach tollem Solo von Joker Julian Schieber traf. Schieber, der nach langwierigen Kniebeschwerden zu seinem ersten Einsatz seit dem 16. Spieltag kam, setzte sich auf links gegen Touré durch, legte auf Daniel Baier zurück, der einen Schuss antäuschte, aber auf den links freistehenden Gregoritsch weiterleitete. Dessen platzierter Schuss ließ Kevin Trapp keine Chance.

Mission Klassenerhalt

Am kommenden Samstag, 20. April, 15.30 Uhr, kann der FC Augsburg mit einem Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten VFB Stuttgart den Klassenerhalt de facto perfekt machen.
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