Schon wieder Aufbauhelfer: AEV verliert auch gegen Berlin

Erst in der letzten Viertelstunde wurde Sebastian Dahm im Eisbären-Tor ausgiebig geprüft.
 
TJ Trevelyan bei seinem ersten Spiel nach der Verletzung im Playoff-Viertelfinale gegen die DEG.

Ein gerechtes 1:2 sahen die AEV-Fans im wieder gut gefüllten Curt-Frenzel-Stadion: Die ersten beiden Drittel hatten die Eisbären mehr vom schwachen Spiel und schossen je ein Tor, während die Panther viel zu spät aufwachten und erst den Schlussabschnitt dominierten. Da aber nur Gill in Unterzahl traf setzte es eine weitere Heimniederlage.

Auch TJ Trevelyan – er und Alex Lambacher ersetzten Ull- und Holzmann – brachte kein Tor und kein Glück, der Wechsel wirkte sich kaum auf die Spielweise aus: Verunsichert und mit entsprechend vielen Fehlpässen vor allem im Spielaufbau startete der AEV ins Spiel und durfte sich bei Oli Roy bedanken, dass es nach zwanzig Minuten nur 0:1 stand. Denn der Goalie war einer der wenigen Spieler mit Normalform. Kaum Härte in den Zweikämpen, wenige Checks und langsames Backchecking der Hintermannschaft, vorne großteils Ideenlosigkeit, wenn überhaupt Angriffe gefahren werden konnten. Denn die Pässe, die diese hätten einleiten sollen, landeten meist in der Berliner Mauer.

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Auch die Eisbären waren bei weitem nicht gut, aber in der 14. Minute fiel dann doch das 0:1 durch Sheppard. Bis dahin hatte man sich durch Unterzahl, Überzahl und vier gegen vier geübt, beiderseits ohne Erfolg. Trotz dann voller Besetzung konnte Backman unbedrängt von hinterm Tor auf Sheppard passen, der fünf Meter vor dem Tor alleingelassen auf diesen Pass warten konnte – die Zuordnung ums Tor herum hatte nicht gestimmt, Sheppard konnte sich die Ecke aussuchen.

Schlimmer als in den Derbys

Wer glaubte, schlimmer als gegen Straubing, Ingolstadt und während des ersten Drittels gegen Berlin konnte es nicht mehr werden, sah sich im Mitteldrittel getäuscht: Der Tabellenletzte aus Berlin dominierte über weite Strecken das Geschehen auf dem Eis, die Panther hatten nur ein paar Konterchancen, die aber allesamt vergeben wurden. Die größte vergab Daniel Schmölz, der einen Alleingang ans Plexiglas schräg überm Tor ballerte. Weitgehend spielte sich das Geschehen jetzt jedoch vor Oli Roy ab, erst recht nach dem 0:2. Hier hatte sich erst Simon Sezemsky an der Bande von Lapierre austanzen lassen, der passte in den Lauf von Berlins Jüngsten, Lukas Reichel – und der verwandelt eiskalt unter Roy hindurch.

Der zweite Abschnitt war strafenlos zuende gegangen, erst im Schlussabschnitt musste wieder ein Augsburger auf die Strafbank. Aber gegen die Eisbären funktionierte das Penaltykilling, die bisherige größte Schwäche des Teams, endlich wieder. Man fing sich nicht nur keinen Gegentreffer, sondern traf erstmals in numerischer Unterlegenheit. John Rogles hatte den Puck erobert und Drew Leblanc sowie Sahir Gill auf die Konterreise geschickt. LeBlanc fuhr auf Dahm im Berliner Tor zu, wartete lange und spielte dann auf Gill ab – der Anschlusstreffer durch die Nummer 29 markierte den Wendepunkt im Spiel. Endlich war der AEV aufgewacht, Angriff nach Angriff rollte auf Dahm zu. Jetzt kamen die Eisbären kaum noch aus ihrem Dritel raus, denn Augsburg setzte sich dort immer wieder fest, vergab aber alle Chancen auf den Ausgleich. Bei Callahans Abfälscher fehlten Zentimeter, sonst war Dahm zur Stelle oder der Puck versprang beziehungsweise wurde von einem Berliner aus der Gefahrenzone bugsiert. Es blieb beim 1:2, Berlin hat im fünften Auswärtsspiel erstmals gewinnen können, während Augsburg zum fünften Mal als Verlierer das heimische Eis verlassen musste.

Sonntags Iserlohn, dienstags Champions League

Nach dem sonntäglichen Gastspiel in Iserlohn folgt am kommenden Dienstag das dritte CHL_Heimspiel gegen Liberec. Die müssen beide Spiele gegen den AEV gewinnen, sonst scheidet der aktuelle Tabellenführer der tschechischen ersten Liga in der Gruppenphase aus.
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