Siebter Sieg im achten Spiel: AEV gewinnt gegen Köln

Darauf haben die AEV-Fans lange warten müssen: TJ Trevelyan auf dem Eis. Hier bejubelt er Drew LeBlancs 1:0.
  Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

800 Spiele in der DEL: Köln und die mitgereisten Haie-Fans wollten ihren Kapitän Moritz „Mo“ Müller feiern. Doch der AEV vermieste die rheinische Party und feierte seine eigene – mit einem 4:1-Sieg und natürlich, weil Publikumsliebling TJ Trevelyan nach seiner Handverletzung aus der Vorbereitung endlich wieder mitspielen konnte. Und das nach sieben kanadischen Jahren als Deutscher, der keine Ausländerlizenz mehr belegt.

Fotos vom 4:1-Sieg gegen Köln

David Stieler hatte sich gegen München verletzt, da kamen Trevelyans deutscher Pass und seine Einsatzfähigkeit genau zum richtigen Zeitpunkt. Auch im Tor wurde wieder rotiert, obwohl Olivier Roy gegen München nur einen Schuss nicht halten konnte, setzte Coach Mike Stewart gegen Köln auf Markus Keller. Viel zu tun hatte Augsburgs Goalie im ersten Drittel nicht, den Haien steckte offensichtlich noch die 0:6-Schlappe vom Freitag gegen Ingolstadt in den Gräten. Auch die Panther kamen nicht richtig ins Spiel, Hannibal Weitzmann bei seinem Debüt im Kölschen Tor musste sich zunächst auch nicht beweisen. Was sich aber bald ändern sollte, denn nach etwa zwei Minuten gab es die ersten ernsthaften Angriffe. Und Weitzmann startete mit einer fünfzigprozentigen Fangquote in die DEL: Den ersten Schuss von Hafenrichter konnte er nicht festhalten, er fiel ihm vor die Füße - und damit vor die Kelle von Drew LeBlanc, der den Puck ins Tor schubsen konnte. Das erste Powerplay für Augsburg folgte, brachte aber nichts Zählbares, ebenso auf der Gegenseite: In der aktuellen Paradedisziplin Penaltykilling lässt der AEV nicht nur nichts zu, sondern kommt immer wieder zu gefährlichen Breaks. Was dem Drittel fehlte waren nur weitere Treffer und es folgte das fast schon übliche: Was vorne versäumt wird geht hinten rein. Der Ausgleich war das berühmte Tor „aus dem Nichts“, gegen Kölns erste Großchance hatte Markus Keller keine Chance: Potter hatte hart vors Tor gepasst und Dumont die Kelle zum Tip-in reingehalten. Aufregung eine halbe Minute vor der ersten Sirene: Weitzmann denkt den Puck unter sich zu haben, aber der rutscht durch und bleibt fünf Zentimeter vor der Linie liegen.

Pinizzotto verweigert Fight gegen Detsch

Ins Mitteldrittel startete Köln in Überzahl, wie so oft wurde das vom AEV mit Bravour gelöst. Fast genauso oft endet Augsburgs Powerplay torlos, auch bei zwei Spielern mehr. Das Spiel wird nickliger, weil beide Teams mitbekommen haben, dass der Gegner in Überzahl nicht trifft? Die Einladung zum Fight mit Hans Detsch schlägt Pinizzotto trotzdem aus. Hätte er gewusst was folgt, Pinnizzotto hätte sich wohl nicht ausgewechselt, und er und Detsch hätten ein paar Minuten auf der Strafbank verbracht. Dann hätte Detsch nicht den tollen Pass auf Fraser gespielt, der zum 2:1 führte. Und er selbst hätte nicht beim Schussversuch versagen können, der zum 3:1 führte. Gill blockt den Schuss und rast auf Weitzmann zu, begleitet von Fraser, der den Nachschuss verwandelt. Passiert, wenn der Trainer seinem Enforcer den Job untersagt.

Der umstrittene Pinizzotto hat später noch einen weiteren Auftritt. Statt sich gegen einen Schlag vor Markus Kellers Tor zu wehren beschwert er sich beim Schiedsrichter – und bekommt eine Strafe aufgebrummt wegen Lamentierens. Fast muss man es nicht mehr erwähnen: Das folgende Powerplay brachte nichts ein, es bleibt beim 3:1 nach vierzig Minuten.

Im letzten Drittel sehen die 5.575 Zuschauer weiterhin kein hochklassiges Match wie freitags gegen München, aber gegen sehr biedere Kölner reichte auch ein mittelprächtiger AEV-Auftritt. Den Zuschauern war es egal, die Hauptsache sind die drei Punkte, die der AEV sicher nach Hause spielte. Angesichts des Zwei-Tore-Rückstands nimmt Kölns Trainer Draisaitl schon dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene Weitzmann vom Feld, was dem AEV einige Möglichkeiten ermöglicht ins leere Tor zu treffen. Aber Schmölz schießt vorbei, White trifft aus kurzer Distanz nur den Außenpfosten und Hafenrichter wird abgedrängt. Erst der vierte Versuch sitzt: Scott Valentine lupft den Puck übers komplette Eis in die Mitte des Haie-Tors – 4:1, die endgültige Entscheidung.

An Halloween gegen Bremerhaven

Schon am Mittwochabend steht das nächste Heimspiel an, die Pinguins Bremerhaven kommt an Halloween in die Hölle des Südens, wo ihnen die Panther in rot-grünen Freddy-Krueger-Pullis das Fürchten lehren wollen.
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