Vor dem "Endspiel gegen Stuttgart": Wie Martin Schmidt den nächsten Sieg holen will

Ist das ein Fingerzeig, wo Martin Schmidt (links) und Co-Trainer Stefan Sartori mit dem FCA hin wollen?
 
Marco Richter (Mitte) spielte die Frankfurter Abwehr schwindelig. Mit zwei Treffern war das FCA-Talent maßgeblich für den 3:1-Auswärtssieg. Fotos: Moni Pfaff

Wie der neue FCA-Trainer Martin Schmidt mit psychologischen Kniffen und einer durch die Kabine fliegenden Kiste die Köpfe der Spieler frei bekommt.

Sichtlich befreit spielte die Mannschaft des FC Augsburg im ersten Spiel ohne Manuel Baum auf. Durch die Punktverluste der Abstiegskonkurrenten aus Nürnberg, Schalke, Stuttgart und Hannover ist der FCA der Gewinner des vergangenen Spieltags im Tabellenkeller und hat nun sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den aktuell Stuttgart - der nächste Gegner - innehat.

Im kommenden "Endspiel gegen den VfB Stuttgart", wie es Neu-Trainer Schmidt bezeichnete, hat der FC Augsburg die Chance, den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf zehn Punkte zu erhöhen und somit das vor Saisonbeginn ausgegebene Ziel: "Klassenerhalt" zu erreichen.

"Das sind Bonuspunkte, die wir vergolden müssen", sagte Martin Schmidt im Hinblick auf das Spiel gegen Stuttgart. Er müsse die Spieler daran erinnern, dass man nicht nur Spiele gewinnen muss, sondern die richtigen. Wenn das Spiel gegen Stuttgart verloren gehe, sei der Punktgewinn aus dem Frankfurtspiel wieder weg, erklärte Schmidt.

Spieler über Schmidt: "Weiß der eigentlich wo wir stehen?"

Er habe nach Amtsantritt eine funktionierende, fitte und mentalitätsstarke Mannschaft vorgefunden, in der Ordnung und Disziplin stecke, sagte der 52-jährige Schweizer. "In der ersten Trainingswoche war von Anfang an klar, dass die Mannschaft offensiv ausgerichtet wird." Es hätte nichts gebracht, direkt die Philosophie ändern zu wollen, man müsse das nehmen, was man vorfindet und an ein paar Stellschrauben drehen.

Entscheidend für den Sieg in Frankfurt sei seine neue Herangehensweise gewesen, erklärte er. "Ich bin unbeschwert in den Abstiegskampf gekommen und habe von Anfang an nur von Sieg gesprochen", so Schmidt. Am Ende der Woche habe er teils den Eindruck gehabt, dass die Spieler dachten: "Weiß der eigentlich wo wir stehen?" Genau das habe er bewirken wollen. Vor dem Spiel habe die Mannschaft einen Kreis gebildet und Schmidt eine Rede gehalten: "Ich habe mich für die geile Woche bedankt, wie sie mich aufgenommen und wie wir trainiert haben."

Plötzlich sei eine Metallkiste durch die Kabine geflogen: "Die lag da so schön vor mir, dann habe ich getreten und noch ein paar Spieler haben auch drauf gehauen." Manchmal könne so etwas bewirken, dass die Spieler auf den Platz gehen und den Kopf frei hätten und nicht mehr an den Abstiegskampf denken würden, so der 52-Jährige.

Vor VfB-Spiel: Schmidt will an Raumaufteilung arbeiten

Zur Vorbereitung auf den VfB Stuttgart wolle er an der Raumaufteilung arbeiten, denn wenn man offensiv agieren wolle, müsse man die schnellen Konter der Gegner besser verteidigen und kompakter werden, sagte Schmidt.

Die vergangenen Partien zwischen den beiden schwäbischen Teams waren mit einem torlosen Unentschieden und zwei knappen 1:0-Siegen für Stuttgart knapp.

Nun wird sich zeigen, ob der Trainerwechsel den gewünschten Effekt hat und die Leistung konstant bleibt. Denn bereits unter Baum hat sich der FCA gegen offensiv agierende Mannschaften wie den FC Bayern (2:3), RB Leipzig (1:2 n.V.), Borussia Dortmund (2:1) und auch Eintracht Frankfurt (3:1) leichter getan als gegen defensiv ausgerichtete Teams. Vermeintlich leichte Spiele gegen Bremen, Freiburg und Nürnberg wurden mit 0:4, 1:5 und 0:3 verloren.
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