Wegen Körperverletzung verurteilt: Caiuby will Urteil nicht akzeptieren und geht in Berufung

FCA-Profi Caiuby ist im Kopfstoß-Prozess zu einer Geldstrafe in Höhe von 49.500 Euro verurteilt worden. Sein Anwalt Fabian Krötz kündigte an, dass Caiuby in Berufung gehen wird. Foto: Patrick Bruckner

Äußerst pünktlich erschien Caiuby am Freitagmorgen vor dem Augsburger Amtsgericht. Das ist nicht selbstverständlich bei dem Skandalprofi des FC Augsburg, doch an diesem Tag stand das Urteil im Kopfstoß-Prozess an. Richter Julian Mertes verurteilte den 31-jährigen Brasilianer zu einer Geldstrafe in Höhe von 49 500 Euro, bestehend aus 165 Tagessätzen zu je 300 Euro.

Mertes sah es als erwiesen an, dass Caiuby vor rund eineinhalb Jahren einem heute 27-jährigen Mann in den frühen Morgenstunden auf der Maximilianstraße einen Kopfstoß verpasst hat. Dadurch erlitt das Opfer eine Gehirnerschütterung inklusive Jochbeinprellung und war fünf Tage lang nicht in der Lage, zur Arbeit zu gehen.

In der Urteilsbegründung erklärte Mertes, dass es neben dem Geschädigten noch drei weitere Personen gegeben habe, die den Kopfstoß mitbekommen haben. Einer davon war ein Freund des 27-Jährigen, der allerdings einige Meter entfernt stand und ein Taxi organisieren wollte. Die anderen beiden waren zwei Türsteher, die zuerst bei der Polizei fast keine Angaben machen konnten, in der Hauptverhandlung allerdings aussagten, durchaus eine Kopfbewegung des FCA-Profis wahrgenommen zu haben.

Caiubys Verteidiger Fabian Krötz kreidete den Belastungszeugen genau das an, der eine sei viel zu weit weg gestanden um um fünf Uhr morgens etwas auf größere Entfernung erkennen zu können und die beiden Türsteher hielt Krötz aufgrund der unterschiedlichen Aussagen bei Polizei und Gericht für unglaubwürdig. Darum plädierte er am Ende des zweiten Verhandlungstages auf Freispruch.

Der Vorsitzende Richter hingegen beurteilte das anders und hatte keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit. Über die abweichenden Aussagen der Belastungszeugen sagte Mertes: „Die Aussagen haben erheblich divergiert, aber die Quintessenz ist die gleiche“. Abweichungen über den genauen Tatort sprächen nur dafür, dass es im Vorfeld der Verhandlung keine Absprachen gegeben habe, erklärte Mertes.

Insgesamt wurden an zwei Verhandlungstagen 17 Zeugen gehört, darunter waren auch einige Begleiter des FCA-Profis in der Partynacht. Sie erklärten durchweg, nichts von einem Kopfstoß mitbekommen zu haben, es habe lediglich eine Diskussion mit einem Fan gegeben, der lauthals Caiubys Namen durch die Maximilianstraße gebrüllt haben soll. Diesem Mann soll Caiuby die Brille aus dem Gesicht gerissen und weggeworfen haben. Dafür allerdings machten die Freunde des Angeklagten, darunter auch FCA-Profi Sergio Cordova, aber einen 30-jährigen Landsmann des Angeklagten verantwortlich.

Richter Julian Mertes: „Sie waren aufgebracht und in Pöbelstimmung“

Der 30-jährige Zeuge sagte vor Gericht aus, dass er es war, der den Kopfstoß getätigt habe. Über eine Stunde lang nahmen Richter, Staatsanwaltschaft und Nebenkläger den Brasilianer in die Mangel. Dieser verstrickte sich immer wieder in Widersprüche und wirkte äußerst unglaubwürdig. Im Nachgang der Tat gaben zudem alle Freunde und auch Caiuby selbst an, nicht weiter über die Ereignisse gesprochen zu haben.

„Das glaube ich nicht, dass nicht darüber geredet wurde“, sagte Mertes und führte weiter in Richtung Caiuby aus: „Sie waren aufgebracht und in Pöbelstimmung“. Zudem sei es lebensfremd, wenn man geschlagen wurde, dass man direkt jemand anderen dafür bezichtigt und etwas herausschlagen wolle, geht Mertes auf die Anschuldigungen von Krötz ein, dass der Geschädigte es möglicherweise nur auf Geld abgesehen haben könnte. Mit dem Urteil folgte der Richter nicht den Forderungen von Staatsanwalt Moritz Bamberger, der eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten sowie eine Geldbuße in Höhe von 75 000 Euro forderte. In dem Strafbefehl, in den auch das Urteil wegen Schwarzfahrens einbezogen wurde, war die Rede von einer Geldstrafe im sechsstelligen Bereich.

Caiuby beteuert weiterhin seine Unschuld und legt Berufung ein

Da Caiuby jedoch derzeit kein Gehalt mehr vom FCA beziehe, könne die Tagessatzhöhe 300 Euro nicht überschreiten, erklärte Mertes. Die Summe, die der Skandalprofi nun also bezahlen muss, ist gerade einmal die Hälfte von der im Strafbefehl angegebenen.

Das will Caiuby aber nicht akzeptieren, er beteuert weiterhin seine Unschuld. Wie sein Anwalt auf Anfrage bestätigte, wird der FCA-Profi in Berufung gehen. „Wir versuchen die höhere Instanz davon zu überzeugen, dass er es nicht war“, erklärte Krötz.
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