18 Kartons, 144 Aktenordner: Stadtwerke übergeben Unterlagen zur Linie 3 an Regierung von Schwaben

Massen an Papier: Projektleiter Martin Müller (Mitte). Teilprojektleiterin Tuba Arslanoglu und Auszubildender Christos Tselios bringen die Kartons mit Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens zur Regierung von Schwaben. Foto: Stadtwerke Augsburg

Augsburg - Mehr als 40 Jahre ist es her, dass die Stadt Königsbrunn erstmals den Wunsch nach einer Verlängerung der Tramlinie 3 Richtung Süden geäußert hat. Nun vermelden die Stadtwerke einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Realisierung der Straßenbahnanbindung zwischen Augsburg und seiner Nachbarstadt: In 18 Umzugskartons mit 144 Aktenordnern haben die swa nun die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Schwaben eingereicht.

Bereits seit Jahrzehnten wird die Trasse für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von der bisherigen Endhaltestelle Haunstetten West im Süden Augsburgs bis in die Innenstadt von Königsbrunn von den beiden Nachbarstädten freigehalten. Mit der Übergabe der Planfeststellungsunterlagen sei "ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung geschafft", heißt es von den Stadtwerken.

Inhalt der eingereichten Unterlagen seien eine Vielzahl von Plänen, wie technische Lage- und Höhenpläne, Spartenpläne, Fahrleitungspläne oder Bau-werkspläne. Außerdem enthielten die Unterlagen zahlreiche Gutachten, etwa Umweltverträglichkeitsgutachten zu Boden, Wasser, Pflanzen, Tieren oder Kulturgütern, aber auch Baugrund-, Verkehrs- oder Erschütterungsgutachten.

Das Planfeststellungsverfahren zur Genehmigung des Linienneubaus liegt in Händen der Regierung von Schwaben. Im Zuge dieses Verfahrens soll das Vorhaben auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor letztlich über die Zulassung entschieden wird. So findet ein Anhörungsverfahren mit Institutionen, Ämtern oder Vereinen, den sogenannten "Trägern öffentlicher Belange" statt, und die Unterlagen werden öffentlich ausgelegt, so dass privat Betroffene die Möglichkeit erhalten, Einwendungen zu erheben.

Bereits vorab hatte der Königsbrunner Bürgermeister Franz Feigl drei Informationsabende für die Anlieger angekündigt. Diese hätten mit dem Planfeststellungsverfahren nichts zu tun, die Stadt wolle frühzeitig auf die betroffenen Bürger zugehen und sie über alle Details ins Bild setzen. Hauptthema des ersten Infoabends im Januar war der Lärmschutz. Denn je nachdem ob das Gleisbett mit hoch- oder tiefliegendem Rasen angelegt wird, wird wohl an einigen Gebäuden der Einbau von Schallschutzfenstern notwendig. Ein weiterer Informationsabend ist für Februar geplant.

Erst wenn nach Abschluss des Verfahrens der Planfeststellungsbeschluss und damit die umfassende Genehmigung für das Vorhaben ergangen sei, könne mit dem Bau der Trassenverlängerung nach Königsbrunn begonnen werden, erklären die Stadtwerke. Die Bauzeit wiederum sei abhängig vom jahreszeitlichen Beginn, notwendigen archäologischen Untersuchungen und der Prüfung auf Kampfmittelfreiheit und könne so voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern.

Die geplante Strecke ist 4,6 Kilometer lang, von denen 1,9 Kilometer auf Augsburger Flur liegen. Die Kosten beziffern die swa auf rund 48 Millionen Euro netto. Neben zwei bestehenden Haltestellen, die umgebaut werden, werden sechs Haltestellen neu angelegt. Geplant ist, dass der Streckenabschnitt nach Königsbrunn von der Tram in der Regel im 15-Minuten-Takt befahren wird, nur samstags im 20-Minuten-Takt und am Sonntag ab 9 Uhr alle 30 Minuten.

Die Straßenbahn soll "eine leistungsfähige Nahverkehrsverbindung der beiden Nachbarstädte Augsburg und Königsbrunn" werden und Königsbrunn auch schnell an die Universität, die Hochschule und den für Bahn-Pendler wichtigen DB-Haltepunkt Haunstetter Straße sowie den Augsburger Hbf anbinden. So soll etwa die Fahrzeit von Königsbrunn Zentrum zur Uni mit der Tram umsteigefrei rund eine Viertelstunde betragen statt bisher mit Bussen 30 Minuten. Bis zum Augsburger Königsplatz soll die Straßenbahn ab Königsbrunn Zentrum etwa eine halbe Stunde unterwegs sein. Die Stadtwerke rechnen auf dem Streckenabschnitt mit bis zu 10 000 Fahrgästen pro Tag. (
Von Kristin Deibl)
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