Heimattag der Vertriebenenverbände - BdV Kreisvorsitzender Aue für Versöhnung

BdV und SL Kreisvorsitzender Kurt Aue.
 
Beim Heimattag der Sudetendeutschen Landsmannschaft Königsbrunn/Wehringen wurde Christa Straub (2.v.l.) aus Wehringen zum Ehrenmitglied ernannt. Herbert Müller (2.v.r.) aus Gersthofen erhielt eine Dankurkunde. Lothar Silbernagel (3.v.l) wurde zum Kreis - und Ortsehrenobmann der SL Augsburg Land und Königsbrunn/Wehringen ernannt. Die Ehrung nahmen BdV Kreisvorsitzender Kurt Aue (re.) und Stellv. SL - Obmann Walter Eichler (li.) vor.
 
Vize Walter Eichler bei seinem Vortrag über Graupen.
Heimattag der Vertriebenenverbände

Vertriebene wollen Aussöhnung – Die ausgestreckte Hand annehmen

BdV – Kreisvorsitzender Aue: „ Auch die Tschechen müssen einen Schritt entgegen kommen“ -

Königsbrunn / Landkreis Augsburg (oH). Beim Tag der Heimat den der Bund der Vertriebenen Augsburg Land und die Sudetendeutsche Landsmannschaft Augsburg Land mit der Ortsgruppe Königsbrunn/Wehringen/Klosterlechfeld durchführte ging BdV Kreisvorsitzender Kurt Aue, der zugleich auch Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft ist, in seiner Begrüßungsrede auf das Motto der diesjährigen Heimattage ein. „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“. Aue, weiter in seinen Ausführungen: „Wir begehen den Tag der Heimat unter dem Leitwort: „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“! Beide Forderungen sind ebenso wichtig wie aktuell. Bei dem politischen Reizwort „Unrechtsdekrete“ denkt man zunächst an die Beneš-Dekrete, welche die Verbrechen während der Vertreibung der Sudetendeutschen legitimierten.“


„Entsprechende Unrechtserlasse gab es auch im Nachkriegspolen und den von ihm verwalteten Oder-Neiße-Gebieten. Hier waren es die Bierut-Dekrete, welche die Entrechtung und Enteignung der Deutschen legitimierten. Während wesentliche polnische Verfügungen inzwischen aufgehoben sind – seit 1985 etwa das faktische Enteignungsgesetz „über das verlassene und aufgegebene Vermögen“ – haben die tschechischen Unrechtsdekrete bis heute ihre formale Geltung nicht verloren. Was sagt uns dieser Vergleich? – Dass die Forderung „Unrechtsdekrete beseitigen“ vor allem heißen sollte: Die Ideologie, die hinter den Unrechtsdekreten steht, aus den Köpfen der Menschen zu beseitigen! Denn ob nun in Tschechien die Beneš-Dekrete noch in Kraft oder die Bierut-Dekrete in Polen teils aufgehoben sind – in beiden Staaten vergiftet der nationalistische Geist, der einst diese Erlasse schrieb und nun in der politischen Rechten um Václav Klaus oder Jarosław Kaczyński fortlebt, bis heute das geistige Klima und das Verhältnis zu Deutschland sowie den deutschen Vertriebenen. Wenn gegen die bestehende Gültigkeit der Beneš-Dekrete protestiert wird, geht es daher heute weniger um die Durchsetzung deutscher Rechtspositionen als vielmehr darum – hierauf hat der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, wiederholt hingewiesen –, dass mehr und mehr Tschechen das historische Unrecht als solches begreifen, von sich aus auf eine Aufhebung der Unrechtsdekrete drängen – und damit den dahinterstehenden nationalistischen Geist überwinden. Kritische Köpfe der tschechischen Öffentlichkeit haben längst erkannt, dass es hierbei nicht nur um eine Frage des tschechisch-(sudeten)deutschen Verhältnisses, sondern um die moralischen Fundamente der eigenen politischen Kultur und Gesellschaft geht. Unser Ziel ist es liebe Landsleute und das habe ich mir mit Ihnen zusammen zur Aufgabe gemacht. Das an uns geschehene Unrecht darf nie vergessen werden. Dafür müssen wir sorgen, solange unsere Herzen schlagen. Daher müssen wir zusammenstehen, so Aue bei seiner Begrüßungsrede.


Versöhnung auf beiden Seiten


„Nur so“ Aue bei seinen weiteren Ausführungen sei eine Versöhnung sinnvoll. Nur wer die Geschichte der Vertreibung richtig und wahrheitsgetreu aufarbeitet, der wird Wahrheit erfahren. Zahlreiche Vertriebene, aber auch etliche Einheimische waren in den Festsaal des Hotels Krone nach Königsbrunn gekommen. Aue verlas ein Grußwort von Staatssekretärin Carolina Trautner , die auf diesem Wege dem Heimattag, der unter dem Motto „Sudetenland mein Heimatland“ steht, einen guten Verlauf wünschte! „Der „Tag der Heimat“, den wir heute begehen, ist fast so alt wie unser Grundgesetz und geht auf die Kundgebung vor dem Stuttgarter Schloss am 6. August 1950 zurück, bei der die Charta der deutschen Heimatvertriebenen verkündet wurde. Auch Landrat Martin Sailer hatte ein Grußwort geschickt und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf.

Die Ereignisse von millionenfacher Deportation, Flucht und Vertreibung sowie der Verlust der Gebiete östlich von Oder und Neiße nach dem Zweiten Weltkrieg sind die vielleicht einschneidendsten Veränderungen in der deutschen Geschichte. Etwa 15 Millionen Deutsche wurden damals aus ihrer Heimat vertrieben, rund 2 Millionen verloren dabei ihr Leben. In der heutigen Zeit, in dem Flucht und Vertreibung weltweit leider an Aktualität nichts verloren hat, ist es wichtig, an das Schicksal vieler Deutscher zu erinnern. Durch die schrecklichen Ereignisse im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg kamen allein nach Bayern bis 1950 rund 2,1 Millionen Heimatvertriebene und Flüchtlinge, die meisten davon Sudetendeutsche. Hinzu kamen seit 1950 rund 640.000 Aussiedler und Spätaussiedler aus sämtlichen Herkunftsgebieten im Osten.Wir wollen niemals vergessen, was die Vertriebenen und Flüchtlinge zu verkraften hatten: Den Verlust der Heimat! Dies bedeutete natürlich auch den Aufbau eines neuen Lebens in fremder Umgebung, die erst noch zur Heimat werden musste. Uns muss stets bewusst sein, dass Heimat nicht nur der Ort ist, an dem man lebt, Heimat ist auch ein Gefühl! Ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Zusammenhalts. Heimat schafft auch Identität!, so Trautner in ihrem Grußwort.


Zu Beginn der Veranstaltung verzückte das Mitglied des Bezirksvorstandes des BdV Adolf Bier aus Meitingen mit einem Trompetensolo. Adolf Bier untermalte musikalisch auch das Totengedenken das der Stellvertretende Kreisvorsitzende Walter Eichler aus Neusäß vortrug. Per DVD zeigte der federführende Veranstalter Kurt Aue einen musikalischen Genuß von Robert Jung mit dem Lied „Sudetenland mein HEIMATLAND. Filme aus dem Altvatergebirge und Zeitzeugen aus der Zeit der Vertreibung wurden per Film auf eine Leinwand produziert.


Ehrungen und Termine


Walter Eichler erläuterte in einem 20 minütigem Vortrag seine Aufgabe als Heimatpfleger von Graupen. Mit dem gemeinsam gesungenem Lied „Wahre Freundschaft soll nicht Wanken“ ging der harmonische Heimattag zu Ende. Zuvor nahm Orts – und Kreisobmann Kurt Aue zahlreiche Ehrungen vor -

Die weiteren Termine der Sudetendeutschen Landsmannschaft: 17.11. 2018 Volkstrauertag mit Fahne in Wehringen, 18.11.2018 Volkstrauertag Königsbrunn mit Fahne, 9.12. 2018 13 Uhr Ortsgruppen Vorstandsitzung Kö/Wehr. in Wehringen, ab 14 Uhr Weihnachtsfeier in Wehringen, 15.12. 2018,13 Uhr Kreisvorstandsitzung Alpenhof, 14 Uhr Alpenhof Kreisdelegierten Weihnachtsfeier. 6.4. 2019 Kreishauptversammlung im Alpenhof Augsburg, 12. Mai 2019, 14 Uhr Muttertagsfeier in der „KRONE“ Königsbrunn. Donnerstag 20.6.2019 Teilnahme mit der Fahne an der Fronleichnamsprozession in Königsbrunn, 6.7. 2019 Ortshauptversammlung mit Neuwahlen- in Wehringen, 16./17.11. 2019 Volkstrauertage Wehringen und Königsbrunn, 8.12. 2019 Weihnachtsfeier in der „Krone“ in Königsbrunn.

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Ehrungen bei Sudetendeutscher Landsmannschaft Ortsgruppe Königsbrunn/Wehringen (Klosterlechfeld)

anläßlich des Heimattages am 11. August 2018 im

Hotel Krone Königsbrunn


Ehrenortsobmann: Lothar Silbernagel


Ehrenkreisobmann: Lothar Silbernagel


Ehrenmitglied: Christine Straub Wehringen


Dankurkunde: Herbert Müller Gersthofen


10 Jahre Mitgliedschaft:

Annemarie Kastl, Bürgermeister Manfred Nerlinger (Wehringen) und

Walter Eichler

(OG Königsbrunn/Wehringen).


20 Jahre Mitgliedschaft: Margarete und Lothar Silbernagel, Mathilde Weirather,

Ludwig Fröhlich.


25 Jahre Mitgliedschaft: Anton Kurz, Herbert Kinzel, Ulrich Egger,

Margot Simnacher, Gertrud Eckel, Theresia Böshans, Marianne Thalhofer,

Gertrud Ertl.


30 Jahre Mitgliedschaft: Anna Eschey, Centa Sagner


35 Jahre Mitgliedschaft: Christine Straub


40 Jahre Mitgliedschaft: Helmut Wittich


45 Jahre Mitgliedschaft: Karl Heinz Weisser und Werner Fritsch.


55 Jahre Mitgliedschaft: Franz Suck, Walter Vocadlo, Walter Stransky,

Heinz Streubel.


60 Jahre Mitgliedschaft: Anneliese Herbig, Walter Seifert, Reinhard Weigend,

Edwin Wurst.


65 Jahre Mitgliedschaft: Herbert Schön, Ernst Opitz, Hermine Albrecht,

Herbert Bombeck, Josef Rzehak, Helmtrud Baumann, Herbert Christl, Fritz Pohl, Josef Zeisberger.
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