Männer in der Pflege

Sebastian Haffner ist in der Pflege angekommen (Foto: SSG Augsburg)

Nicht nur Frauen können pflegen

Pflege galt lange Zeit als Frauenberuf. Doch dies hat sich geändert: Immer mehr junge Männer entscheiden sich für eine Karriere im Pflegebereich. Und sie werden dringend gebraucht.

„Ich kann mir keinen interessanteren Beruf vorstellen“, sagt Sebastian Haffner, Pflegefachkraft im Seniorenwohnen Augsburg-Haunstetten. Und das, obwohl sich Klischees beharrlich halten. Frauen seien von Natur aus mütterlich und fürsorglich, heißt es da, quasi biologisch für die Pflege gemacht. „Viele Männer haben Angst unmännlich zu wirken“, so Haffner. Doch diese Angst sei in unserer heutigen Welt völlig unbegründet.

Die Suche nach Fachkräften

„Fachkräfte werden dringend benötigt. Die Sicherheit, dass Ausgebildete unterkommen, ist also garantiert“, erklärt der 38-Jährige. Für ihn ist der Beruf der perfekte Mix. „Ich habe sowohl körperliche, als auch soziale Aktivität, Emotionsarbeit und Büroarbeit. Jeden Tag passiert etwas Anderes, nie ist es langweilig“, sagt Haffner. Als einer von drei männlichen Pflegern habe er zudem eine Art „Exotenbonus“. Auch bei den Bewohnern kommt er gut an. Gerade ältere Männer bevorzugen es, wenn ein männlicher Pfleger sie versorgt, der sie als Mann verstehen und wahrnehmen kann. „Natürlich kommt es bei älteren Frauen auch vor, dass sie lieber von einer weiblichen Pflegekraft behandelt werden möchten“, sagt Haffner. Das sei dann aber nicht persönlich zu nehmen.

Einfach ausprobieren

Durch Umwege kommt Haffner nach dem Studium von Pädagogik und Forstwirtschaft vor sieben Jahren zum Pflegeberuf. „Ich wollte etwas Soziales machen und am meisten interessierte mich die Altenpflege“, sagt Haffner. Bevor sich Interessierte jedoch für die dreijährige Ausbildung entscheiden, rät er zu einem Praktikum. „Der Beruf ist nicht für jeden gemacht. Daher einfach ausprobieren und Erfahrungen sammeln“, rät Haffner jungen Interessenten.

Der 38-Jährige ist überzeugt, dass die Zahl der männlichen Pfleger steigen wird. „In den Ausbildungsklassen sind immer mehr Männer“, so Haffner. Vorurteile sollte „Man(n)“ zur Seite legen und den Beruf ausüben, der einem Spaß macht. Auch dann, wenn es kein typischer Männerberuf ist. „Was Pfleger machen, enthält eine Sinnhaftigkeit. Du erhältst sofort Feedback zum Beispiel durch ein Lächeln. Du baust Beziehungen auf. Das gibt es so in keinem anderen Beruf“, ist sich Haffner sicher. In diesem Sinne: Männer, ab in die Pflege!
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