Neue Afa: Veranstalter "castet" Aussteller

Mehr Besucher als in diesem Jahr erhoffen sich die Projektleiter der Afa, die 2019 im Winter stattfinden soll. (Foto: Thorsten Frank)

„Die Zeiten ändern sich. Heute schneller denn je.“ Mit dieser Erkenntnis wirbt die Afag Messen und Ausstellungen GmbH als Projektleiterin für die „neue“ Afa. Nachdem zuletzt die Besucherzahlen zu wünschen übrig ließen, will man die Afa – ausgeschrieben heißt das „Augsburger Frühjahrs-Ausstellung“ – einem gründlichen Relaunch unterziehen. Wichtigste Änderung: Sie wird in den Winter verlegt.

„Wer sich nicht anpasst, verliert. Das gilt auch für die Afa“, ist man bei der Afag überzeugt. Deswegen möchte man im kommenden Jahr die Messe anders präsentieren: „Kürzer, regionaler, emotionaler“, teilt Pressesprecher Winfried Forster mit. Heuer kamen knapp 75 000 Besucher – 13 000 weniger als 2017.
Die Afa war jahrzehntelang ein Event für die ganze Familie. Allerdings war es damals eben noch eine Sensation, wenn man ein futuristisches Küchengerät live mixen sah und gleich ein kleines Becherlein Dessert-Creme probieren durfte. Darin wurden Eier samt Schale verwendet. Der Mixer pürierte so fein, das merkte man gar nicht. Heute undenkbar. Schon wegen der Salmonellengefahr. Außerdem braucht man mittlerweile nur noch die TV-Fernbedienung zu drücken, und schon bekommt man im Shoppingkanal ausführlich erklärt, was man unbedingt kaufen sollte.
Was also muss eine Messe bieten, damit sie begeisterte Besucher und Aussteller anlockt? Man habe, so Forster, Gespräche mit Ausstellern wie Besuchern geführt und gemerkt: „Die Afa bietet für jedes Alter etwas und ist bei allen beliebt.“ Zumindest bei denen, die kommen.
Getreu dem Motto „weniger ist mehr“ habe man zunächst die Laufzeit der Messe verringert, auf fünf statt neun Tage. Dadurch stiegen die täglichen Besucherzahlen, meint Forster. Eine kürzere Laufzeit bedeute für die Beschicker zudem mehr Effizienz. Man wolle jedoch festhalten an dem Konzept „Aus der Region, für die Region“. In Zeiten wachsender Globalisierung will man den Fokus noch stärker auf Regionalität setzen, als ohnehin schon.
„Heimat wird für viele Menschen immer wichtiger, als Ausgleich sozusagen. Dementsprechend wächst die Nachfrage nach regionalen Angeboten.“ Die regionalen Themen sollen gemäß Wunsch der Afag renommierte und bewährte Aussteller ebenso besetzen wie „neue, junge und individuelle Unternehmen“. Künftig werde man zudem das Augenmerk darauf legen, dass man mehr Nutzen und Erlebnis für die Besucher biete.
Dank des neuen Termins im Januar kollidiert die Messe nicht länger mit Plärrer und Dult. Neue Themenbereiche sollen Outdoor, Touristik, Sport und Gartengestaltung sein. Damit wolle man die Afa, so Winfried Forster, „auch für jüngere, aktive und einkommensstarke Zielgruppen wieder interessanter machen.“
In Halle eins präsentieren sich unter dem Motto „Mein Schwaben – Leben und Arbeiten in der Heimat“ Städte, Landkreise und Institutionen, Dienstleister und Medien. „Mein Heim“ heißt die Halle zwei. In dieser geht es um Bauen, Wohnen und den Garten. In der dritten Halle sind die Themen ähnlich: Bauen, Renovieren, Sanieren. Zudem gibt es einen „Handwerker-Boulevard mit lebenden Werkstätten“, man erfährt Neues aus den Bereichen Einrichten, Wohnen, Interieur, Gartenbau und -gestaltung, findet Gartenmöbel sowie -accessoires und kann ein Bau- und Garten-Forum erleben.
„Outdoor, Sport und Tourismus“ ist die vierte Halle betitelt. In ihr geht es um Naherholung und Ferntourismus, Partnerstädte, Outdoor, Camping, Caravaning und Sportvereine. Der Sportfachhandel erhält Aktionsflächen und organisiert Mitmachangebote unter dem Motto „Heimatrausch – Dein Outdoor-Festival. Aktiv im Alter“.
Halle fünf nennt sich „Mein Markt“ und bietet Essen, Haushalt und Mode. Man findet dort Nahrungs- und Genussmittel aus der Region, Streetfood, Haushaltswaren und -geräte, Mode und Accessoires sowie ein Genießer-Forum mit Kochstudio und „Langer Tafel“. Das Kinderland ist in der sechsten Halle untergebracht. Trotz des Termins im Winter möchte man auch das Freigelände nutzen. Dort sollen ein E-Mobility-Parcours und eine „Grill-Area“ entstehen.
Neu ist ein „Aussteller-Casting“, wie die Afag es nennt. „Der neue Kommunikationsauftritt im Vorfeld der Afa präsentiert die Menschen, die die Afa gestalten und mit zum Erfolg führen: die Aussteller“, heißt es dazu. Auf einer Sonderseite im Internet können die Aussteller ihre Unternehmen vorstellen und sich als „Model“ für die Printkampagne qualifizieren. „Ich habe heute ein Foto für dich“, sagt Heidi Klum, wenn eines ihrer „Meeedchen“ eine Runde weiter ist. Wie das im Fall der Afa funktioniert, erfahren potenzielle Beschicker unter meine-afa.de.
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