Feuerwehr soll Wellensittich in Inningen abholen und retten ein Menschenleben

Statt einen Wellensittich abzuholen, haben zwei Feuerwehrleute einem 76-Jährigen das Leben gerettet. (Foto: Symbolbild / Clarissa Beck)

Großes Glück im Unglück hatte am Dienstag ein 76-jähriger Fahrradfahrer, der mit seiner Begleiterin an der Wertach in Inningen unterwegs war und plötzlich in eine medizinische Notsituation geriet.

Während der Fahrradtour erlitt der Rentner einen Herz-Kreislaufstillstand und stürzte vom Fahrrad. Sofort wählte seine Begleiterin den Notruf, konnte allerdings den genauen Standort im Wald nicht bestimmen.

Ein Rettungswagen sowie der Rettungshubschrauber wurden in Richtung Inningen alarmiert, die Begleiterin des Mannes wurde angewiesen in Richtung der nächstgelegenen Straße zu gehen und sich bemerkbar zu machen.

Geistesgegenwärtig erinnerte sich der Disponent in der Rettungsleitstelle, dass das Kleinalarmfahrzeug der Berufsfeuerwehr auf dem Weg nach Inningen war, um einen zugeflogenen Wellensittich abzuholen, und schickte das mit zwei Sanitätern besetzte Fahrzeug auch auf die Suche nach dem Rentner. Die Feuerwehrleute machten die Begleiterin des Verunglückten schnell ausfindig und begannen bis zum Eintreffen des Notarztes mit der Reanimation.

Der Patient wurde schließlich durch den Rettungshubschrauber mit einem stabilen Kreislauf ins Augsburger Universitätsklinikum geflogen.

Feuerwehrleute sind auch Rettungssanitäter

In Augsburg, sowie in den meisten anderen Städten auch, ist jeder Berufsfeuerwehrmann auch medizinisch ausgebildet. Seit über 25 Jahren gehört die Ausbildung zum Rettungssanitäter mit zum Grundlehrgang und ist obligatorisch um den Beruf ausüben zu können. Danach steht jedem die Möglichkeit offen sich zum  Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter weiterbilden zu lassen.

Zwei Rettungswagen betreibt die Berufsfeuerwehr im 24-Stunden Betrieb. Diese werden vorwiegend für feuerwehrspezifische Einsätze vorgehalten, werden aber gelegentlich auch zu reinen Rettungsdiensteinsätzen alarmiert, was bei Betroffenen oft Erstaunen hervorruft.

Jede Sekunde zählt bei Herz-Kreislaufstillstand

Bei einem Herz-Kreislaufstillstand zählt jede Sekunde. Je eher nach einem solchen Ereignis mit der Reanimation begonnen wird (zweimal beatmen, 30 Mal Herzdruckmassage), desto höher sind die Überlebenschancen für den Betroffenen. Dabei gilt die Faustregel, dass pro Minute in der nichts getan wird, die Überlebenschancen um zehn Prozent sinken.

"Diese Maßnahmen sind ohne medizinisches Gerät und mit minimalem Fachwissen durchführbar. Auch kann dabei fast nichts falsch gemacht werden", stellt die Berufsfeuerwehr Augsburg fest.

Unterstützt wird die Wiederbelebung durch den Einsatz von AEDs (Automatischer externer Defibrillator), die auch immer häufiger in öffentlichen Gebäuden zu finden sind. Diese versuchen, durch einen gezielten Stromstoß das Herz wieder in Gang zu bringen. Auch dabei könne nichts falsch gemacht werden, da die Geräte den Herzrhythmus auswerten und nur bei Bedarf einen Stromstoß freigeben.

"In jedem Fall ist Nichtstun die allerschlechteste Lösung", so die Feuerwehr. (pm)
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