Hakenkreuz auf Hausdach: Das Urteil gegen die beiden Inninger ist gefallen

Aus einer Bierlaune heraus kärcherte ein 30-Jähriger seinem Kumpel ein Hakenkreuz aufs Hausdach. Am Mittwoch standen beide vor Gericht.

Zu Geldstrafen von 5200 und 5850 Euro verurteilte Richter Roland Fink zwei Männer im Alter von 30 und 31 Jahren. Ende September, Anfang Oktober vergangenen Jahres hatte sich der jüngere bereit erklärt, seinem Kumpel beim Renovieren eines Vordachs zu helfen. Nebenbei wurde gegrillt. Aus der Bierlaune heraus spritze er schließlich mit einem Hochdruckreiniger zunächst ein X aufs Dach und ergänzte dann, witzelnd mit einem weiteren Freund, ein paar Striche: So entstand ein etwa einen Quadratmeter großes Hakenkreuz.

Am nächsten Tag wurde versucht, das Nazi-Symbol mit einem Schwamm zu verwischen. Zunächst schien das zu gelingen – doch der nächste Regen brachte das Hakenkreuz wieder hervor.

Rund drei Monate lang blieb es auf dem Hausdach an der Bobinger Straße in Inningen sichtbar. Erst im Januar erstattete ein Unbekannter Anzeige.

Vor dem Amtsgericht, wo sie sich nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen zu verantworten hatten, zeigten sich die beiden Männer einsichtig und reuig. Richter Fink glaubte ihnen, dass sie nicht dem „rechtsradikalen Sturmtrupp“ zuzurechnen sind. Er nannte das Aufbringen des Kreuzes „plakativen Unsinn“ und eine „ausgesprochene Dummheit“. (mg)
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