Die Firnhaberau – kurze Geschichte und viele Geschichten.

Stolz präsentieren sie ihr Werk: Von links nach rechts: Hermann Kleitner, Max Lohrmann, Peter Mader, Hugo Fössinger, Anne-Rose Niederhammer, Günter Weinhold.
 
als man die Milch noch in der Kanne holte...Foto Blöchl

Buch aus dem Zeitzeugenprojekt des Mehrgenerationentreffs vorgestellt.

Um Gegensatz zu anderen Stadtteilen oder der Stadt selbst hat die Firnhaberau nur eine relativ kurze Geschichte. Sie wurde auch nicht eingemeindet, weil sie nie selbständig war, sondern eher „ausgemeindet“, weil das Gebiet früher zu Lechhausen gehörte - wie übrigens auch die Hammerschmiede. Erst 1920 beginnt die Geschichte mit der Gründung der ersten Genossenschaft und dem Bau der ersten Häuser. Trotzdem gibt es aus dem Stadtteil viele kleine und größere Geschichten und eine ziemlich hohe Identifikation mit diesem ruhigen Viertel in der Stadt. Das zeigte sich nicht zuletzt an dem übergroßen Andrang im Saal des „Neuen Hubertushofes“ bei der Präsentation des Buches “Firhaberauer Gschicht‘n.“, Bis auf den letzten Platz waren die Stühle belegt, viele Firnhaberauer und – innen wollten den Stadtteil erfahren und ihr Buch mitnehmen. Am Rande hatte man mit kleinen Utensilien aus dem früheren Alltag die Geschichte ein wenig fassbar und sichtbar gemacht.

Anne - Rose Niederhammer, die Leiterin des Mehrgeneartionentreffs und eine der Initiatorinnen des Projekts freute sich über den regen Andrang. Die Präsentation in einer launigen Abfolge von Geschichten erheiterte und berührte die Zuhörer, so manches „ja so war es…“ und ähnliches war zu hören. Peter Mader, der auch den ersten Abend der „Firnhaberauer Gschicht‘n“ vor einigen Jahren gestatet hatte, erinnerte an die Tradition des Frühschoppens, die früher eine große Bedeutung, für ihn als Kind aber eher etwas schmerzhafte Folgen hatte. Er hatte bei einem Besuch wohl seinen Vater etwas „blamiert“. Max Lohrmann erinnerte an das Schicksal der vielen Flüchtlinge nach dem Krieg, die gar nicht so willkommen waren und ihren Beitrag auch zur kulinarischen Entwicklung durch ihr eigenen köstlichen Rezepte leisteten. Hermann Kleitner, der vielen noch als Gitarrenvirtuose und Liedermacher bekannt war, erinnerte an die Lausbubenstreiche und –eskapaden, die man in der ländlich geprägten Firnhaberau’ unter anderem beim Milchholen erleben konnte.

Fleißarbeit vieler – breite Unterstützung macht das Buch möglich.

.„Man muss wissen wo man herkommt,“ betonte Niederhammer und unterstrich wie wichtig der Zusammenhalt für das Gefühl in der Heimat zu sein sei. Nur durch die Zusammenarbeit vieler war das Projekt überhaupt ermöglicht worden Hugo Fössinger, verantwortlich für die Umsetzung und Gestaltung berichtete über mehr als 2000 Dateien mit mehr als 11 GB Volumen die zu bearbeiten waren. Auch die Zusammenführung unterschiedlicher Systeme sei eine durchaus „anspruchsvolle Aufgabe“ gewesen. Entstanden war das Projekt ja aus einer Veranstaltungsreihe im MGT, den „Firnhaberauer G’schichtn“, in der Zeitzeugen aus dem Stadtteil unterschiedlichste Aspekte der Entwicklung in der Firnhaberau erzählt und dargestellt hatten. Dort kam dann auch die Idee auf, alles in einem Buch zusammenzutragen. Und es begann eine ziemlich abenteuerliche und aufwändige Arbeit. Schreiber finden, Daten zusammenführen, Fotos editieren….Der Umfang war am Anfang noch nicht bekannt, vielleicht hätte man sonst den Mut verloren. Eine kleine Projektgruppe übernahm die Koordination und stolz präsentierten sie ihr Werk der Öffentlichkeit. Natürlich mussten auch die entsprechenden Sponsoren und Unterstützer gefunden werden. Stadtsparkasse, die Wohnbaugrippe Augsburg und die Siedlungsgenossenschaft der Firnhaberau waren mit die größten Sponsoren. Aber auch viele kleinere Unterstützer haben es schließlich ermöglicht, dass „Geschichte und Geschichten der Firnhaberau“ jetzt in einer sehr gelungenen Form als Buch vorliegen. Viele persönliche Eindrücke vom Leben im Viertel vermischen sich mit Erfahrungsberichten, der Geschichte der Kirchen und der Siedlergemeinschaften, die Erinnerung an ein reiches und auch heute noch aktives Theaterleben. Das und viele andere Mosaikstücke verbinden sich in dem Buch zu einem Kompendium über einen liebenswerten Stadtteil am Rande der großen Stadt. Es ist kein Lexikon, es ist ein Buch voll von prallem erlebten Leben. Die gelungene grafische Aufarbeitung unterstreicht die Geschichten zwischen den Buchdeckeln. die ersten Exemplare fanden reißenden Absatz. Und noch lange nach Abschluss des offiziellen Teils gab es viele Gespräche, von denen manche mit einem „weißt Du noch…“ begannen. Die Bücher gibt es jetzt gegen eine Schutzgebühr bei der Siedlungsgenossenschaft oder im MGT zu erwerben.
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