Die schwer Erziehbaren: Eltern missachten Regeln an den Schulen

Gisela Shahiko (rechts) und ihrer Stellvertreterin Stefanie Moor sind engagiert für die Kinder an der Birkenauschule und manchmal etwas ratlos über das Verhalten anderer Eltern. Foto Blöchl

Der Elternbeirat der Birkenauschule ärgert sich über das Verhalten einiger Eltern. Diese würden Regeln missachten und zudem die Sicherheit in der Schule gefährden, so der Vorwurf.

Dienstagmittag an der Birkenauschule in der Schillstraße in Lechhausen. Vor der Schule stehen Eltern und warten auf ihre Kinder. Die Söldnerstraße zwischen dem Gebäude und der Kirche St. Petrus ist vollgeparkt, selbst das absolute Halteverbot scheint niemand zu stören. Es wird rangiert, gehupt – Szenen die „am Morgen richtig krass und gefährlich für die Kinder sind“, berichtet Elternbeiratsvorsitzenden Gisela Shahiko, die zwei Kinder an der Schule hat.
Eine Woche lang hatte der Elternbeirat versucht, in einer Aktion die Eltern davon zu überzeugen, dass Kinder durchaus auch zu Fuß zur Schule gehen können oder auch etwas weiter weg vom Schulgebäude aussteige könnten – mit mäßigem Erfolg, wie man sieht. Kein alleiniges Problem der Birkenauschule, sondern eines an allen Schulen stadtweit.

Ein Mann und zwei Frauen schlüpfen in das Schulgebäude – wohlwissend, dass das nicht erwünscht ist. „Soll ich sie ansprechen oder nicht?“, fragt Gisela Shahiko mehr an sich selbst gerichtet. Dieses Mal lässt sie es. Manches Mal hat sie auch schon aggressive Antworten erhalten. Nach einem Vorfall an einer anderen Schule hatte der Elternbeirat auch das Thema Sicherheit in der Schule aufgegriffen und in einem Brief, der vor der Schule verteilt wurde, insbesondere an die Eltern appelliert: „Aus diesem Anlass möchten wir Sie ganz dringend darum bitten, das Schulgebäude NICHT mehr zu betreten.“

Es halten sich aber dennoch sehr viele Eltern im Schulhaus auf. Was dazu führt, dass niemand weiß, ob unter den Eltern auch fremde Personen sind, die nicht zur Schule gehören.
Die Eltermbeiratsvorsitzende berichtet, dass sich am Morgen bis zu 60 Eltern in der Schule aufhielten und ihre Kinder bis zur Schulbank begleiten würden. In dem Brief wurde auch appelliert, den Kindern mehr zuzutrauen: „Unsere Kinder sind alle in der Lage, ihre Schultasche vom Eingang bis zum Klassenzimmer selbst zu tragen. Trauen Sie Ihrem Kind zu, dass es das alleine schafft“.

Der Aufruf scheint zumindest ein bisschen Wirkung gezeigt zu haben. Die Zahl der Eltern oder Begleitpersonen, die mit in das Gebäude gehen, habe durchaus nachgelassen, berichtet Shahiko. Trotzdem gebe es immer wieder Unbelehrbare, die glauben, das Vorrecht zu haben. Und gegen die Verkehrsrüpel, die nach wie vor in großer Anzahl vor der Schule mit der „Sicherheit der Kinder spielen“ scheint nach wie vor keine Lösung in Sicht. Auch wenn die Polizei eigentlich für andere Dinge zuständig sein sollte, als unvernünftige Eltern zu erziehen, vielleicht wäre ab und zu eine kleine Kontrolle hilfreich. Schaden würde es sicher nicht.
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