Die zweitälteste Augsburgerin feierte Geburtstag

Mit 107 Jahren ist Anna Lang die älteste Lechhauserin und die zweitälteste Augsburgerin. Am Wochenende feierte sie ihren Geburtstag.

Tochter, Enkel und Schwiegersohn sind da, das Telefon klingelt fast durchgehend. Deshalb flieht sie schließlich ein wenig vor dem Rummel und trifft sich im kleinen Kreis mit der Familie und engen Freunden in Bad Wörishofen. Sie freut sich auch sehr auf das Treffen mit Oberbürgermeister Kurt Gribl, der sie zum Abendessen eingeladen hat.

Und auch auf ihren Film ist sie gespannt. Ein Filmteam hat lange über ihr Leben recherchiert und gedreht, ein beeindruckendes Lebenszeugnis ist entstanden. Nun, nach fast zwei Jahren, soll er endlich im Fernsehen kommen. Am 11. Juni wird das Bayerische Fernsehen das Portrait im Rahmen der Serie „Lebenslinien“ zeigen.

Wer Anna Lang besucht, begegnet einer charmanten, fröhlichen und interessierten Dame. Ihre Jahre sieht man ihr nicht an. Sie hat sich ihr Lachen bewahrt: „Wenn ich morgens aufwache freue ich mich“, ist für sie ein Lebensgrundsatz.

Als sie geboren wurde war Lechhausen noch eine eigenständige Stadt und gehörte zu Oberbayern. Erst zwei Jahre später erfolgte die Eingemeindung zu Augsburg.
Es gab noch viele Bauern, viele Gaststätten, nur Ansätze einer Kanalisation und einer Wasserversorgung. Es war hartes Leben für das als „unehelich geborene Mädchen“, das am 5. Mai 1911 in der Klausstraße zur Welt kam. Ihre Familie war arm, der Stiefvater nicht besonders liebevoll mit ihr. Beinahe wäre sie Schauspielerin geworden, mit der später berühmten Magda Schneider war sie in der Jugend befreundet.

Gleich nach der Schule ging es dann allerdings zur Arbeit in die Weberei, dort lernte sie auch ihren späteren Mann kennen. Schon früh kam sie in Kontakt mit der Gewerkschaftsbewegung. Noch heute ist sie Mitglied der Arbeiterwohlfahrt und besucht regelmäßig die Treffen des Lechhauser Ortsvereins. Ihre Tochter kam während des zweiten Weltkriegs zur Welt, der Mann war, wie so viele, im Krieg und kam behindert zurück. Ihre Wohnung wurde durch die Bomben fast zerstört, trotzdem wohnte sie dort noch lange nach dem Krieg.

Ihr Mann starb bereits vor vielen Jahren. Anna Lang lebt immer noch allein in ihrer eigenen Wohnung und kümmert sich trotz des hohen Alters selbst um ihren Alltag.
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