Endlich fließt Wasser im Flößerpark: Lechhauser Wasserspielplatz wird eröffnet

Der Lech auf der Mauer: Bereits im Juli begannen Graffiti-Künstler mit der Gestaltung der Kletterwand neben dem Wasserspielplatz. Nun ist die Anlage einsatzbereit. Foto: Ruth Plössel / Stadt Augsburg

Nach langen Verzögerungen ist nun eine der Hauptattraktionen des neuen Flößerparks in Lechhausen einsatzbereit: Am kommenden Dienstag wird der neue Wasserspielplatz in der Grünanlage eröffnet, der eigentlich im Herbst 2018 hätte fertiggestellt werden sollen. Eine Kampfmitteluntersuchung, die in der ursprünglichen Planung nicht vorgesehen war, verzögerte den Bau ebenso wie das kontaminierte Erdreich, das ein aufwendiges Gutachten nach sich zog. Die Fertigstellung wurde im August 2018 für den kommenden Sommer vorausgesagt.

Knapp ein Jahr später gibt es nun für Kinder eine Sandfläche, Wasserspiel-Elemente und eine mit Graffiti gestaltete Kletterwand. Schon in diesem Sommer können Lechhauser und Augsburger also Abkühlung auf der mit Wasserspielgeräten ausgestatteten Asphaltfläche suchen. Umgeben ist der Spielbereich von Kunstrasen, der dem Wasser besser standhalten soll als natürliches Gras, aber dennoch gut zum Barfußlaufen geeignet ist. Wann der Rest des Flößerparks, insbesondere die geplante Ausflugsgaststätte, fertiggestellt werden können, ist währenddessen noch nicht klar.

Lechhausen hat ein "Grünflächendefizit". Das stellten Untersuchungen für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) vor nun fast zehn Jahren fest. ISEK soll Missstände in Augsburger Stadtteilen feststellen und schließlich auch verbessern. In Lechhausen lagen die festgestellten Schwächen etwa im Durchgangsverkehr, einem unattraktiven Stadtteilzentrum - und eben den fehlenden Freiflächen. Der neue Ostfriedhof, der Griesle-Park und das Lechufer sind die einzigen großen, öffentlichen Grünbereiche des Stadtteils. Besonders am Lechufer sahen die Experten unausgeschöpftes Potenzial.

Arbeiten im Flößerpark begannen 2012

Aufgrund der hohen Uferböschung sei der Zugang zum Fluss kaum möglich, es fehle an Aufenthaltsmöglichkeiten und zeitgemäßen Spiel- und Sportflächen für alle Altersgruppen: So begannen in der Stadt die Planungen für den "Flößerpark". 2012 beschloss der Stadtrat, das Projekt umzusetzen, im Jahr 2019 ist noch immer unklar, wann der Park tatsächlich fertiggestellt werden soll. Ein erster Bauabschnitt wurde bereits in den Jahren 2013/2014 abgeschlossen. Einige Spielbereiche wurden erneuert, neue Freizeitmöglichkeiten wie ein Streetball-Platz gebaut und die Wegführung erneuert. Danach passierte lange nicht viel im Flößerpark. 2017 wurden Teile der Böschung entwaldet und abgeflacht, um einen Zugang zum Lech zu ermöglichen.

Die Verzögerungen führen seit Jahren zu Verärgerung unter den Bürgern und Kritik aus der Politik. Ende 2018 stellte das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen unter Referent Reiner Erben im Umweltausschuss einen neuen Zeitplan vor. Die Umsetzung des Flößerparks hänge "von sehr vielen Faktoren" ab, heißt es darin, diese seien im Vornherein nicht durch einen Bauzeitenplan abzusehen. Gutachterleistungen, Kampfmittelräumungen oder vertragliche Regelungen würden die Umsetzung der Maßnahme verlangsamen. "Trotz der ganzen Widrigkeiten versucht das Fachamt, die Maßnahme im Rahmen seiner Möglichkeiten kontinuierlich umzusetzen", heißt es weiter.

Eine besondere Attraktion des erneuerten Parks soll die Ausflugsgaststätte "Floßlände" werden. Mit Bezug auf die historische Anlegestelle für Flöße und die Flößerei, die in Lechhausen eine große Rolle spielte, im Allgemeinen, soll sie aus Holz gebaut sein, und die Terrasse aus massiven Holzbalken wie ein Floß über die Böschung hinausragen. Eine öffentliche Freitreppe soll dann die Eingangsebene der Gaststätte mit dem Lechufer verbinden.

Die Suche nach einem Investor gestaltete sich aber als schwierig. Im Januar unterzeichneten die Stadt und Investor Umberto von Beck-Peccoz, Besitzer der Brauerei Kühbach, nun aber einen Erbbaurechtvertrag. Wie schnell jetzt mit dem Bau begonnen werden kann, hängt vor allem davon ab, wann der Investor einen Bauantrag für die Gaststätte einreicht und wann dieser genehmigt wird. Durch das Erbbaurecht hat die Brauerei Kühbach das Recht, auf dem Grundstück der Stadt zu bauen und das Lokal später zu betreiben. Die Stadt selbst wird für den Bau der Freitreppe aufkommen.
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Heinz Fleißner aus Diedorf | 02.08.2019 | 15:34  
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