Fünf vor zwölf bei Ledvance: Beschäftigte und Betriebsrat erötern Schließung der Logistik

Gemeinsame Fotoaktion: Beschäftigte der Logistikabteilung Ledvance DC wollen ein Zeichen gegen die Schließung des Standortes setzen. Foto: IG Metall

Augsburg (kd) Der Schock über die geplante Schließung des Logistik-Standortes von Ledvance in Augsburg sitzt bei den Beschäftigten noch immer tief. Am Freitagmorgen fand an der Steinernen Furt eine Versammlung statt, in der rund 80 Mitarbeiter und der Betriebsrat die aktuelle Situation erörterten.

Nach der Ankündigung der Geschäftsführung im November, den Ledvance-Standort in Augsburg zu schließen, hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass auch die Logistikabteilung Ledvance DC in Augsburg dicht gemacht werden soll. Neben den 650 Mitarbeitern aus dem Werk an der Berliner Allee sind nun 100 weitere Beschäftigte des Lampenherstellers betroffen.

"Wir machen hier seit 55 Jahren einen sehr guten Job. Auch das Frauenhofer Institut hat uns in seiner Studie 2013 bestätigt, dass wir hier in Augsburg an der Steinernen Furt zu den Top-Logistikzentren in ganz Deutschland zählen", berichtete Betriebsratsvorsitzender Dieter Schneider nun. Warum die Geschäftsführung Augsburg den Rücken kehren wolle, während andere Unternehmen in die Region drängten, erschließe sich ihm nicht und sei "eine krasse Fehlentscheidung".

"Noch im Sommer 2017 hat man uns auf einer Mitarbeiterversammlung mitgeteilt, dass unser DC in Augsburg der Schlüsselfaktor in der künftigen Lagerstrategie sei. Daher verstehe ich diesen Sinneswandel nicht", erklärte Thomas Schupp, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, verständnislos.

Nach der Versammlung fanden sich die Beschäftigten zu einer Fotoaktion zusammen. Mit Weckern, die auf fünf vor zwölf gestellt sind, wollen die Mitarbeiter zeigen, dass ihre Zeit noch nicht abgelaufen ist.
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