Kirchweih endet im Winter!

Der Winter kommt! Foto Blöchl
 
Markus Ferber. Foto Blöchl
Begonnen hat sie im Spätsommer bei strahlendem Sonnenschein – geendet hat sie im Winter. Am zweiten Kirchweihsonntag wurde nicht nur die Zeit auf die Winterzeit umgestellt. Es wurde tatsächlich Winter! Am Morgen lag Schnee auf en Dächern und es war empfindlich kalt geworden. So kalt wie es auch um die politischen Parteien, zumindest die sog. Volksparteien bei der Landtagswahl geworden ist.



Europa steht bei den Parteien im Vordergrund.

Natürlich feierten SPD und CSU trotz der Niederlagen bei den Landtagswahlen ihre traditionellen Frühschoppe im Festzelt.
Bei der Besucherzahl sah man einen leichten Vorteil für die “Schwarzen“. Lechhausens CSU – Chef Horst Hinterbrandner hatte in seiner Begrüßung die als Redner den schwäbischen CSU – Vorsitzenden und Europaabgeordneten Markus Ferber zusammen mit der Politprominenz aus der Stadt, an der Spitze OB Dr. Kurt Gribl, begrüßen. Ferber erwähnte die Wahlergebnis nur am Rande und betonte den Regierungsauftrag für die CSU in Bayern. Einen kleinen Seitenhieb „gegen die in Berlin“ konnte er sich unter großen Beifall nicht verkneifen. Deutlich grenzte er sich von US – Präsident Trump ab, erteilte einem EU – Beitritt der Türkei eine klare Absage. Er rief auf, Europa mit offenen Grenzen zu erhalten und dafür den Schutz der EU – Außengrenzen zu verstärken. Klar distanzierte er sich von antidemokratischen Tendenzen in einigen EU -Ländern, Sonderreglungen für die Briten nach einem eventuellen Brexit lehnte er ab. Seien Kritik an bürokratischen Auswüchsen in der EU verband er mit einem Plädoyer für ein „starkes Europa im Interesse der Bürger!“ ohne übertriebene bürokratische Hemmnisse.

Bei der SPD war die Stimmung spürbar wenig optimistisch. Auch er Besuch war geringer als in den letzten Jahren. Von der Rede her begeisterte die SPD – Matadorin Maria Noichl, ebenfalls Europaabgeordnete und frischgekürte Spitzenkandidatin für die Wahl im Frühjahr 2019, das Publikum mit einer engagierten, im bayerischen Dialekt gehaltenen Rede. Kleiner Punktsieg für sie. Solidarität, Europa als wichtiger Gestaltungsraum, die Absage an ungezügelte Marktkräfte waren ihre Botschaften. Mit ihren Forderungen nach einer „moralischen Höchstgrenze“ für Managergehälter traf sie genauso das sozialdemokratische Herz, wie die Forderung nach einer Besteuerung und Begrenzung der Macht von internationalen Konzernen wie Google. „Wohnen undTrinkwasser“ als Menschenrecht sollten dabei kapitalistischen Mechanismen entzogen werden. Sie möchte wieder den Vorrang des „Wir vor dem Ich“ erreichen, eine Forderung die wohl viele unterstreichen können. „Endlich mal eine Rede ohne Politjargon!“ zeigte sich ein altgedienter Genosse zufrieden. Frank Löw und Sieglinde Wisniewski von der Lechhauser SPD hatten in ihren reden die erfolge der Partei für Lechhausen und manche Visionen für den Stadtteil vorgestellt.

Händler und Wirt zufrieden – geht die Kirchweih weiter?

Auch wenn das letzte Wochenende doch unter dem schlechten litt, im Großen und Ganzen zeigten sich die Händler und auch der Festwirt zufrieden. Besonders das erste Wochenende mit dem Bilderbuchwetter lockte sehr viele Besucher. Aber auch an den Abenden war viel Betrieb im Zelt und auch in der Budenstraße flanierten viele Menschen. Steckerlfisch und gebrannte Mandeln fanden ihre Käufer, die Jugend bevorzugte den Autoscooter. Noch nicht so richtig klar ist die Zukunft der Kirchweih, auch wenn alle Beteiligten das doch wollen. Während des Festes verstärkte sich ein Gerücht, dass das Grundstück. Auf dem das Festzelt steht und das der katholischen Kirche gehört verkauft und eventuell bebaut werden soll. Damit wäre die Zukunft wohl schwierig für Lechhausens letztes Volksfest. Wir werde dem Gerücht nachgehen und weiter berichten.
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