Lechhausen first - zumindest bei der Faschingssitzung

Die Musical Company - ein Höhepunkt an treffsicherer Satire und politischer Spitze. vl. Renate Kremer, Marcus Bernhard, Barbara Feuerer. Foto Blöchl
Die Ausrufung der „DePoVoMol“ – der demokratisch populistischen Volksmonarchie Lechhausen – war zweifelsohne einer der Höhepunkte der diesjährigen 58. Faschingssitzung der Kolpingfamilie Lechhausen. Was die „Musical Company“ mit Marcus Bernhard, Barbara Feuerer und Renate Kremer unter dem Titel „Parteifreunde“ auf die Bühne des Pfarrsaals von St. Elisabeth brachte, war sensationell. Vor allem die CSU-Staatsregierung bekam ihr sprichwörtliches Fett ab – Riedberger Horn, Machtwechsel zu König Markus und andere Themen wurden dabei zugespitzt und treffend karikiert.

Johann Mayer, der mittlerweile viele der treffenden Texte zum Programm beisteuert, glänzte selbst als „Arme Sau“, die durch Veganer und Vegetarier an Beliebtheit und Zuspruch verliert. Augustus Michael Beltran und die Lechhauser Flößerin Elisabeth Fischer nahmen sich kommunalpolitische Themen vor, wie etwa den Flößerpark als Berliner Flughafen BER in Augsburg. Stadtstreicher Klaus Kramer, mittlerweile für das Programm in der Gesamtheit verantwortlich, nahm sich die SPD mit ihrer MiGroKo vor.

Auch um die Zukunft der Sitzungen muss einem nicht Bange sein. Die jungen Schüler an der Bushaltestelle und das große Talent Marco Dobler persiflierten treffend Schulalltag und manche komisch-ironische Szene aus dem Alltag. Die Putzkolonne mit Tobias Plodeck, Christoph Appel und Caroline Geißenberger nahm eher die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Realität durch Mann und Frau aufs Korn.

Eine große Bereicherung ist Caroline Stürzl, die ein Chanson von Barbara Schöneberger „Gibt’s das auch in groß“ stimmlich gekonnt, ausdrucksstark und mit der Richtung Mischung aus Ironie und auch ein wenig Erotik vortrug. Der Jahresrückblick als Gospelgesang sah zur Melodie von „auf der schwäbsche Eisebahne“ einen „Schulzzug auf dem Weg ins Nirgendwo“. Auch Donald Trump kam zu Besuch und erklärte seinen Umgang mit Nordkorea. Und natürlich: Die „Lechhauser Muhackl“. Heuer zum ersten Mal dabei der Lechhauser Geschäftsmann Thomas Kronthaler. Auch ihm war selbst bei den derbsten Scherzen kein Lächeln zu entlocken.

Auch wenn Garde und Männerballett aufgrund von Erkrankungen personell etwas ausgedünnt waren, der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Hervorragend die Choreographien von Daniela Winkler für die „DJK – Kids“.

„Lechhausen first“ – zumindest was die Stimmung betrifft, meinte ein Besucher.
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