Lechhauser Gewerbegebiet soll erweitert werden.

Wo jetzt noch Felder und Äcker sind soll bald ein neues Gewerbegebiet entstehen.im Hintergrund Häuser der sog "Wilden Siedlung". Foto Blöchl

Diskussionsbedarf in Stadtteil und Stadtrat.


Das bestehende Gewerbegebiet in Lechhausen ist das wirtschaftlich stärkste und größte in Schwaben. Nun soll es noch zusätzlich erweitert werden. zwischen der Derchinger und Südtiroler Straße ist daran gedacht, auf ca. 90 Hektar Ackerland ein neues Gewerbegebiet auszuweisen. In ca. 2 Jahren soll es soweit sein, dass mit Bauarbeiten begonnen werden kann. Dieses Projekt ist eines der Größten der letzten Jahre und würde für die Stadt zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Vor allem kleinere und mittlere Firmen sollen dort ihre Heimat finden, die Grundstücksgrößen werden dementsprechend angepasst. Die Stadt möchte aber in dem geplanten Gebiet stärker auf die „die Vereinbarkeit zwischen Arbeit und sozialer Nutzung“ achten. Dazu sollen auch Flächen für Freizeitaktivitäten geplant werden, Restaurants und Einrichtungen wie eine Kindertagesstätte sind ebenfalls in der Überlegung.
Ganz kritiklos wird das neue Vorhaben in Lechhausen nicht hingenommen. Der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Lechhausen Peter Fischer begrüßte zwar grundsätzlich das neue Gewerbegebiet, wies aber bei der Jahreshauptversammlung auch auf die zusätzlichen Belastungen hin, die sich durch die Erweiterung für den Stadtteil ergeben würden. In einem Leserbrief an die Augsburger Allgemeine forderte er auch, dass auch zusätzliche soziale und kulturelle Einrichtungen für den Stadtteil geplant werden müssten. Auch im Stadtrat regt sich Widerstand. In der Stadtratssitzung im Juni hatte die Verwaltung das Projekt in den Stadtrat gebracht, auf Antrag der Grünen wurde mit Unterstützung der SPD aber der entsprechende Punkt von der Tagesordnung genommen. Beide Fraktionen sehen noch Erörterungsbedarf. Seitens der Grünen soll die Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes geprüft werden. Die Lechhauser SPD – Stadträtin Sieglinde Wisniewski will das Projekt zwar nicht grundsätzlich verwerfen, will aber noch weitere Informationen über „die Folgen für den Stadtteil und die Bevölkerung“. Unklar ist auch, was mit der sog. „Wilden Siedlung“ passieren wird, die etwas versteckt auf diesem Gebiet liegt. Dort sind unterschiedliche Formen von Wohnbebauung vorhanden, die dann vollständig von Gewerbeflächen umschlossen wäre.


Kommentar: Lechhausen braucht kein neues Gewerbegebiet!

Die Stadt beabsichtigt, im Nordosten von Lechhausen ein neues großes Gewerbegebiet auszuweisen. Zusätzlich zu den riesigen bereits bestehenden Flächen sollen noch einmal ca. 90 Hektar erschlossen, versiegelt und bebaut werden. Zu den bereits bestehenden geschätzt 30 000 Arbeitsplätzen werden noch einmal einige Hundert oder Tausend dazu kommen. Augsburg wächst und die Menschen brauchen Arbeitsplätze. Das bedeutet Lohn und Brot für viele Beschäftigte und ihre Familien, soweit so gut. Aber was kommt da noch auf Lechhausen zu? Natürlich auch mehr Verkehr, mehr Belastungen, mehr Menschen die von und nach Lechhausen pendeln. Die Zubringer, die den Stadtteil an drei Stellen durchschneiden, werden weiteren Verkehr aufnehmen müssen. Und die Probleme auf dem Wohnungsmarkt, in Schulen und Kindertagesstätten werden weiter wachsen. Dabei trägt Lechhausen schon mit die Hauptlast der wirtschaftlichen Entwicklung in der Stadt. Mit dieser wirtschaftlichen Entwicklung nicht Schritt gehalten hat die Entwicklung des Stadtteils selbst. Zerschnitten durch die Zubringer, keine kulturellen Einrichtungen, wenig Freizeitangebote, Mangel in Schulen und Kitas, keine weiterführende Schule…Und das „Leuchtturmprojekt“ Flößerpark dümpelt seit fast 10 Jahren vor sich hin.. Nein wir in Lechhausen brauchen eigentlich wirklich kein neues zusätzliches Gewerbegebiet mehr, wir brauchen soziale und kulturelle Investitionen im Stadtteil!! Die Stadt Augsburg braucht das neue Gewerbegebiet, denn die Menschen die in die Stadt ziehen, brauchen auch Arbeit, Für die Belastungen die der Stadtteil zu tragen hat, darf aber Lechhausen erwarten, in Zukunft auch mehr andere Einrichtungen für die Bevölkerung abzubekommen als bisher.
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