Nach Ledvance-Schließung: Wie geht es mit dem Gelände weiter?

Das Ledvance-Areal wird wohl noch eine Weile ungenutzt bleiben. Foto: David Libossek


Seit Oktober vergangenen Jahres steht die Produktion im Augsburger Standort des Lampenherstellers Ledvance still. Was mit dem rund 90 000 Quadratmeter großen Gelände der Firma nun geschehen soll, darüber ist allerdings weiterhin wenig bekannt. Eine Wohnbebauung des Areals, das direkt an den Lech angrenzt, ist aber wohl nicht vorgesehen.

Wie Unternehmenssprecher Lars Stühlen bestätigt, gebe es weiterhin keine Entscheidung, was mit dem Gelände an der Berliner Allee passieren könnte. "Wir prüfen alle Optionen", so Stühlen. Einen Zeitplan, bis wann eine Entscheidung getroffen werden soll, gäbe es nicht.

Eine Wohnbebauung strebt zumindest die Stadt Augsburg nicht an. Zwar hat die Stadt keinen direkten Einfluss auf das Areal des Eigentümers Ledvance, doch laut Wirtschaftsreferentin Eva Weber soll es wohl auch weiterhin gewerblich genutzt werden. "Für das Areal gibt es keinen Bebauungsplan, es handelt sich um einen sogenannten unbeplanten Innenbereich", so Weber. "Die derzeitige gewerbliche Prägung gibt somit den Rahmen für künftige Nutzungen vor."

Welche Art von Gewerbe sich wieder auf dem Gelände ansiedeln könnte, das ist momentan noch reine Spekulation. Möglich wäre etwa eine Niederlassung eines Logistikers, eine Vermietung der Hallen und Büros an andere Unternehmen oder auch ein Abriss und kompletter Neubau von Gewerbegebäuden. Die Stadt könnte sich laut Eva Weber etwa ein Areal mit hochwertiger gewerblicher Nutzung mit einer Durchlässigkeit zum Lech und Grünverbindungen vorstellen.

Untersuchung nach Altlasten beauftragt

Eine wesentliche Voraussetzung für weitere Planungen ist eine umfängliche Untersuchung des Areals nach Altlasten. "Insgesamt ist sichergestellt, dass beispielsweise keine Auswaschungen von schadstoffbelastetem Material ins Grundwasser erfolgen können", beruhigt Eva Weber.

Bereits in den vergangenen Jahren seien bei Baumaßnahmen auf dem Gelände Altlasten sachgerecht behandelt worden. Doch Ledvance als Eigentümerin habe nun, in Abstimmung mit der Stadt, auch entsprechende Untersuchungen beauftragt. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Etwas weiter ist man schon beim Ledvance-Logistikzentrum in der Steinernen Furt und beim Bereich Maschinenbau. Hier hat das Unternehmen noch bis Weihnachten auf mögliche Angebote gewartet, die Entscheidung für die weitere Verwendung soll bereits Anfang diesen Jahres getroffen werden. Die Abteilungen Logistik und Maschinenbau laufen wohl noch bis Ende 2019 beziehungsweise September 2020 weiter und sollen danach verkauft werden.

Rund 630 Mitarbeiter des Lampenwerks und 100 Mitarbeiter der Logistik sind von der Schließung des Augsburger Standortes betroffen, deutschlandweit baut Ledvance 1300 von 2300 Stellen ab. Die Augsburger Beschäftigten hatten im vergangenen Jahr noch lange um einen Erhalt ihres Standortes gekämpft. Ein Konzept der Mitarbeiter zu einer zukunftsträchtigen Umwandlung des Unternehmens lehnte die Geschäftsführung im April ab. Man sehe in dem Standortkonzept "keine Ansatzpunkte, die das Werk in Augsburg weiterbringen", sagte damals Unternehmenssprecher Lars Stühlen. Auch zahlreiche von der IG Metall organisierte Demonstrationen führten nicht zu einem Umdenken der Geschäftsführung. (lat)
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