Wenn Linien sich treffen aber nicht kreuzen: Kommt Umsteigepunkt für Linien 22/44?

Ziemlich klein war der Plan, den Baureferent Gerd Merkle (kniend) präsentierte. Hinter ihm assistierte CSU - Fraktionschef Bernd Kränzle. Auch Bürgermeisterin Eva Weber 5.v.l. war dabei. Foto Blöchl
Wie kann die Firnhaberau besser an die Innenstadt angebunden werden? Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Linienführungen der Buslinie 22 und der neuen Linie 44.

Die beiden Linien treffen sich zwar an der Kreuzung Schillstraße/Hans-Böckler-Straße, eine Umsteigemöglichkeit gibt es bisher aber nicht. Da die Linie 22 inzwischen von der Firnhaberau über die City Galerie und die Maximilianstraße zum Königsplatz führt, hat sich auch die Fahrzeit verlängert. Mit der Linie 44 kommt man erheblich schneller ins Stadtzentrum. Das macht die neue Linie interessant und eine Verknüpfung wäre sicher eine Verbesserung für den Nahverkehr im Augsburger Norden.

Auf einem Ortstermin war nun der Eindruck zu gewinnen, dass die Kommunalwahl dem Thema neuen Auftrieb verleiht. Bürgermeisterin Eva Weber, Baureferent Gerd Merkle, die beiden Fraktionsvorsitzenden Bernd Kränzle (CSU) und Florian Freund (SPD) hatten sich eingefunden, dazu viele Stadträte von SPD und CSU, die Bürgerinitiative „Lebenswerte Firnhaberau“ und einige interessierte Anwohner aus dem Stadtteil. Nicht vertreten waren die Stadtwerke, da diese nicht Bauherr des Vorhabens sind, sondern die Stadt dafür zuständig ist. Der Initiator des Treffens, Erwin Gerblinger, wies auf die Versprechen für den Umsteigepunkt hin und forderte dessen Realisierung.

Kostenschätzung irritiert Anwohner 

Auf einem DIN-A4-Blatt er läutete Baureferent Merkle dann, was als Grobplanung im Tiefbauamt der Stadt entwickelt wurde. Dabei zeigte sich deutlich, dass sich eine Realisierung verkehrstechnisch und sicherheitstechnisch als aufwendig darstellt. Umsteigewege von bis zu 150 Meter wären dabei möglicherweise zu gehen. Ob dies dann von den Fahrgästen entsprechend angenommen würde, ist zumindest fraglich.

Die Kosten belaufen sich laut Merkle nach ersten Schätzungen auf eine mindestens siebenstellige Summe. Diese Aussage rief bei einigen Anwesenden doch einiges an Nachdenklichkeit hervor – „Millionen für ein paar Fahrgäste?“, meinte jemand skeptisch.
Ob und wie das Vorhaben überhaupt umgesetzt wird, kann derzeit nicht gesagt werden. Die Nagelprobe kommt mit dem nächsten städtischen Haushalt.

Dann müssen die entsprechenden Mittel für eine Machbarkeitsuntersuchung und die Detailplanung eingestellt werden. Niemand, auch nicht Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber, wollte sich öffentlich festlegen. Sollten die Mittel vom Stadtrat genehmigt werden, könnte etwa 2021 der Baubeginn sein. Die Vertreter der Bürgerinitiative versprachen, die Brotzeit beim Spatenstich zu spendieren, „aber nur, wenn er spätestens 201 erfolgt“. Die Skepsis war unverkennbar.
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