Baugebiet Hammerschmiede-Süd nicht unproblematisch

Hier soll ev. gebaut werden. Rechts die Kleingartenanlage Lech - Nord, links das Sozialzentrum der AWO. Foto Blöchl
Die Absicht der Stadt, im Bereich nördlich Hans-Böckler-Tangente ein neues Baugebiet Hammerschmiede-Süd auszuweisen stößt auf ein geteiltes Echo.

Das Gelände von ca. 16,6 Hektar befindet sich am südlichen Ortsrand, westlich der Neuburger Straße des Stadtteils Hammerschmiede und wird derzeit überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Der Flächennutzungsplan (FNP) sieht es in Teilbereichen als Vorbehaltsfläche für Wohnbau und als Sonderfläche mit der Kennung „Schwimmen“. Hier gab es einmal die Idee ein Hallenbad zu bauen.

Im letzten Bauausschuss sollte entscheiden werden, aufgrund des Beratungsbedarfs der Grünen wurde aber eine Entscheidung vertagt. CSU und SPD begrüßen das Vorhaben. So schreibt die SPD-Stadtratsfraktion in einer Presseerklärung: „Aus der Sicht der SPD Fraktion soll die unbebaute Fläche, zwischen der Firnhaberau und der Hammerschmiede auf jeden Fall als zukünftiges Bauland mit kurzfristiger Perspektive festgelegt werden.“ Hintergrund der Absichten ist natürlich der Druck auf dem Wohnungsmarkt in Augsburg.

Folgen sind noch nicht ausreichend durchdacht

Der Streifen zwischen der Hammerschmiede und der Firnhaberau wurde und wird oft als „Frischluftschneise“ für die Stadt bezeichnet. Eine schleichende Bebauung würde den Charakter sehr stark verändern. Denn niemand kann sagen, ob es mit der Bebauung dann nicht weitergeht bis zur Autobahn im Norden des Bereiches. Ob dabei die ökologische Funktion noch erhalten bliebe, darf zumindest bezweifelt werden. 

Das Gebiet war auch gedacht als eventueller Standort einer weiterführenden schule für Lechhausen. Dabei war ebenfalls ein Gelände an der Hans-Böckler-Straße im Gespräch. 

Am Ostrand liegt das Sozialzentrum der Arbeiterwohlfahrt, das derzeit erweitert wird. Am südlichen Rand des Gebietes befindet sich die Kleingargenanlage Lech-Nord, eine weitere kleine Anlage befindet sich in der Nähe, im Westen schließt die Anlage Am Grünland an. Auch ein Bolzplatz, der von Jugendlichen gut besucht wird, befindet sich dort.

Im Westen wird derzeit das Gebäude der alten Uni für das Bayern-Kolleg umgebaut, daraus werden zusätzliche Belastungen für die anliegenden Straßen resultieren. Die Albrecht-Dürer-Straße am Westrand ist in diesen Bereich nicht asphaltiert, auch um Scheckverkehr zu vermeiden. Bei einer großflächigen Bebauung wären hier sicher gravierende Veränderungen zu erwarten. Nicht nur die rasante Zunahme des Verkehrs, auch der Verlust von Freiflächen stellt einen erheblichen Eingriff in die Lebensqualität in diesem Bereich dar.

In Gesprächen mit Anwohnern kann man feststellen, dass vielen die Tragweite noch gar nicht so richtig bewusst ist, bei denjenigen die sich damit beschäftigt haben gibt es eine gewisse Skepsis. Die Stadt wäre gut beraten, hier früh und umfassend über das Vorhaben und dessen Konsequenzen zu informieren.
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