Warum der FC Augsburg nachts landen durfte

Der Flughafen Augsburg von oben. Foto: Segelflugverein Augsburg

Warum durfte der FC Augsburg um 1 Uhr nachts am Flughafen Mühlhausen landen - trotz Nachtflugverbot? Dem wollte ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger auf den Grund gehen und bekam Antworten.

Mitte Januar hatte der FC Augsburg angefragt, vom 26. auf 27. Februar eine Nachtlandegenehmigung zu erhalten, schildert Peter Bayer, Geschäftsführer des Flughafens in seiner Antwort. Der FCA hatte am Montagabend ein Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund bestritten und wollte direkt im Anschluss zurückfliegen. Eine Einzelfallentscheidung des Luftamts Südbayern musste dafür getroffen werden.

Sorgfältig habe man abgewogen, die Lärmschutzinteressen der Anwohner seien dabei "von erheblichem Gewicht" gewesen, schreibt Ulrich Ehinger in seiner Stellungnahme. Der Leiter der Behörde begründet die letztliche Erlaubnis damit, dass "die Flugbewegung eine mit lokaler Verwurzelung" gewesen sei.

Er verweist darauf, dass der Chartermaschine auch lediglich gestattet wurde zu landen, nicht aber erneut zu starten. Das Flugzeug wurde über Nacht in Augsburg geparkt wurde. Der Jet DO 328 sei außerdem "ein modernes Flugzeug mit einer hohen Schallschutzklasse", erläutert Ehinger.

Der Nachtflug "stellte ein extrem seltenes Ereignis dar", betont auch Flughafen-Chef Bayer. "2017 waren es zwei Starts bei aktuell 56.000 Flugbewegungen", führt er aus. Das Luftamt schreibt von 18 Fällen, in denen seit 2013 eine solche Ausnahmeerlaubnis erteilt worden sei.

Oft handle es sich um Organ- und intensivmedizinische Transporte, ab und an seien Flüge wegen Sportveranstaltungen dabei. Überdies gebe es zwischen 22 und 6 Uhr außerhalb des Flughafenbetriebs Überflüge der Luftwaffe oder von Rettungs- und Polizeihubschraubern. Darunter auch Flüge, um Patienten aus kleineren Kliniken im Umland ins Zentralklinikum zu verlegen, "die irrigerweise dem Flughafen zugerechnet werden", erklärt Bayer.

Anwohnerbeschwerden zum FCA-Flug oder anderen Nachtflügen seien weder beim Flughafen noch beim Luftamt eingegangen. Auch bei Pettinger selbst habe sich niemand beklagt. Die FCA-Maschine sei von Osten her über die Miederinger Höhe eingeflogen, lässt Bayer wissen: "Ausschließlich über dünn besiedeltes Gebiet." Die tangierte Gemeinde Affing sei zeitnah informiert worden. Ihre Beteiligung an der Entscheidung sei rechtlich nicht gefordert.

Die Mehrkosten stelle der Flughafen dem Luftfahrtunternehmen in Rechnung, das sie in diesem Fall an den FCA weitergibt, beantwortet Bayer zudem die Kostenfrage Pettingers.

Der Airport-Chef nutzt sein Schreiben zudem, um die städtischen Subventionen an den Flugplatz aufzuschlüsseln: 990.000 Euro um Altschulden zu tilgen sowie 190.000 Euro Investitionszuschuss habe man 2017 erhalten.
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