Streit um Abwehr eines Hundes vor Gericht: Tinnitus nach Schrillalarm?

Der Streit um die Abwehr eines Dalmatiners wurde nun vor dem Amtsgericht Augsburg ausgetragen. (Foto: Symbolbild / Konstantin Yolshin-123rf.com)

Streitigkeiten zwischen Hundehaltern und Spaziergängern kommen immer wieder vor. In diesem speziellen Fall, über den das Amtsgericht Augsburg zu entscheiden hatte, ging es um die Abwehr eines Hundes.

Der Kläger befand sich mit seinem nicht angeleinten Dalmatiner im Oktober des vergangenen Jahres im Sheridan-Park. Der joggende Beklagte fühlte sich von dem „angaloppierenden und Zähne fletschenden“ Dalmatiner bedroht und setzte einen sogenannten Schrillalarm ein, um den Hund abzuwehren. Durch den Schrillalarm wird ein Notsignal mit circa 110 Dezibel erzeugt. Der Hund entfernte sich daraufhin.

Der Kläger begehrte im amtsgerichtlichen Verfahren die Zahlung eines angemessenen Schmerzensgeldes, da der Beklagte ohne Anlass ein Pfefferspray in Richtung des Hundes gesprüht und den Schrillalarm ausgelöst habe. Durch den ausgelösten Schrillalarm habe der Kläger, welcher sich in der Nähe seines Hundes aufgehalten habe, ein Lärmtrauma und in der Folge einen Tinnitus erlitten.

Das Amtsgericht Augsburg hat die Klage abgewiesen, da dem Beklagten Fahrlässigkeit bei der Auslösung des Schrillalarms nicht nachgewiesen werden konnte. Das Amtsgericht begründete die Entscheidung damit, dass eine Person, die sich mit Hunden nicht auskennt – oder sogar Angst vor Hunden hat – einen Schrillalarm auslösen darf, bei einer Entfernung des Hundes von noch eineinhalb Metern. Ein Abwarten, bis der Hund zubeißt ist nicht erforderlich. In einem öffentlichen Park sei mit Personen zu rechnen, die das Verhalten von Hunden nicht einschätzen können. Über die Frage, ob ein Schrillalarm überhaupt geeignet ist, ein Lärmtrauma und in der Folge einen Tinnitus auszulösen, war daher nicht mehr zu entscheiden.

Die gegen das amtsgerichtliche Urteil eingelegte Berufung wurde zurückgenommen. (pm)
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