Wem gehörte die Boa in Oberhausen? PETA setzt Belohnung von 500 Euro aus

Eine Schlange in Oberhausen musste die Polizei einfangen. Die Tierschutzorganisation PETA hat nun eine Belohnung ausgesetzt. (Foto: Symbolbild: nailiaschwarz / 123RF.com)

In der Nacht auf Dienstag hielt eine Schlange in Oberhausen die Polizei auf Trab. Gegen 1 Uhr hatte ein Passant an einer Haltestelle der Linie 4 das Reptil entdeckt und der Polizei gemeldet. Diese fing das Tier ein. Inzwischen wurde die etwa 1,50 bis 1,70 Meter lange Boa zu einer Reptilienauffangstation in München gebracht. Die Polizei sucht nach dem Besitzer. Hätte dieser das Tier ausgesetzt, hätte er sich strafbar gemacht. Um den mutmaßlichen Täter zu ermitteln hat die Tierschutzorganisation PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt.

"Immer wieder werden Tiere von verantwortungslosen Menschen wie Wegwerfware behandelt", kritisierte Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. "Häufig sind es Reptilien, deren Halter sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen der anspruchsvollen Lebewesen auseinandergesetzt haben, und denen Aufwand, Kosten und, im wahrsten Sinne, die Tiere selbst über den Kopf wachsen."

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Besitzers führen, der das Tier mutmaßlich ausgesetzt hat, bietet die Organisation nun eine Belohnung von 500 Euro an. Zeugen könnten sich, auch anonym, telefonisch unter 01520/737-3341 an PETA wenden. Auch die Polizei sucht nach Hinweisen unter Telefon 0821/323-2510.

Die Tierschützer fordern außerdem ein generelles Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten. Eine artgerechte Haltung von Reptilien sei in Gefangenschaft nicht möglich. Zudem ist die Versorgung der Tiere nicht nur extrem kostspielig, sondern erfordert auch umfangreiches Wissen. "Ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Exoten stirbt frühzeitig, weil die Tiere nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden", schreibt die Organisation in ihrer Pressemitteilung.

PETA weist darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren verboten ist und einen Straftatbestand darstellt – das gelte ebenso für die nicht artgerechte Unterbringung und Versorgung, sowie die bewusste Unterlassung notwendiger Hilfeleistung. "Wer ein Tier findet und nicht sachkundig ist, sollte es nicht anfassen und umgehend die Polizei, Feuerwehr oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren", raten die Tierschützer. (pm)
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