Alevitische Gemeinde eröffnet neues Kulturzentrum und Cem-Haus in Oberhausen.

Die Verbundenheit der Religionen drückt die Kerze aus die Stadtdekan Michael Thoma /rechts) an den Vorsitzenden des Kulturzentrums Erdogan Yilmaz übergab. Foto Blöchl
 
Foto Blöchl
Augsburg: Alevitisches Kulturzentrum | Nicht ganz so auffällig und spektakulär wie das seit längerem bestehende Alevitische Zentrum in Lechhausen ist das neue Zentrum der Alevitischen Gemeinde in Oberhausen. Am nördlichen Rand des Stadtteils in der Zirbelstraße wurde vor kurzem die Eröffnung gefeiert. Viel Prominenz hatte sich eingefunden, um gemeinsam die nicht nur für die Gemeinde selbst als Ort der Begegnung konzipierten Räume ihrer Bestimmung zu übergeben. Neben Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl waren auch die beiden Referenten Dr. Stefan Kiefer und Reiner Erben zu Gast. Stadträte und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche und vieler Vereine verdeutlichten die Wichtigkeit des neuen Zentrums für den Stadtteil. Das Vorstandsmitglied der Alevitischen Gemeinde Deutschlands Ercan Kara hielt ein Grußwort. Der 2. Vorsitzende des“ Trägervereins „Alevitisches Kulturzentrum und Cem – Haus Augsburg e.V., Sinan Bozkurt betonte in seiner Begrüßung, „das Zentrum sollen und können alle Bürgerinne und Bürger nutzen“. Auch viele Veranstaltungen soll es geben, die für alle offen sein werden.

Mit einer religiösen Zeremonie um das „Licht als Symbol der Wahrheit“ wurde auch die Bedeutung des Glaubens für die Gemeinde deutlich. Das Zentrum soll neben der kulturellen Nutzung auch als Gebetshaus (Cem-Haus) dienen. Die Aleviten als Religion haben ihren Ursprung in der Türkei wurden und werden teilweise dort auch heute noch oft verfolgt und unterdrückt. Für die Aleviten sind Humanismus und Toleranz gegenüber anderen, Die Gleichberechtigung von Mann und Frau und die aktive Teilhabe an der Gesellschaft zentrale Gedanken. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt des Glaubens. Unter den ca. 700 000 Aleviten in Deutschland gibt es auch viele die sich politisch benötigen, Verantwortung in der Gesellschaft für Integration und solidarisches Zusammenleben übernehmen. Beispiel dafür sind u.a. Cemal Bozoglu als Landtagsabgeordneter der Grünen und Hüseyin Yalcin, SPD Stadtrat in Augsburg. Beide sind auch Mitglied des Trägervereins. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl betonte in seinem Grußwort die wichtige Rolle, die die Gemeinde für die Integrationsarbeit in der Stadt leistet. „Bei Ihnen weiß man woran man ist!“ Stadtdekan Michael Thoma von der evangelischen Kirch überbrachte eine Kerze als Geschenk und betonte die Bedeutung des Lichts für alle Religionen. Gedichte und Musik aus der Tradition der Aleviten begleiteten den kleinen Festakt.

Jetzt beginnt das Leben in den neuen Räumen in einem Gewerbeobjekt in der Zirbelstraße. Auf 570 qm stehen unter anderem ein Saal für ca. 150 Gäste, der auch als Gebetsraum genutzt werden wird. zur Verfügung. Kleinere Versammlungsräume, ein Café, eine Küche, ein Raum für Kinder und ein Raum für die Jugendlichen des Vereins sidn ebenfalls zu finden. Diese Räume können auch von anderen Vereinen und Organisationen genutzt werden. Das alles wurde mit viel Eigenmitteln und die tatkräftige Unterstützung aller Mitglieder des Vereins geschafft. Auch das ein Zeichnender starken Verbundenheit zu ihren Ideen und ihrer Religion. Für Oberhausen mit seiner großen kulturellen und auch religiösen Vielfalt kann dieses Zentrum der Begegnung ein weiterer wichtiger Schritt zum „friedlichen und solidarischen Zusammenleben“ sein. Das Kulturzentrum findet man in der Zirbelstraße 57.
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