Auch Heimat war einmal Fremde - Ausstellung in der Alten Synagoge.

Darf man sich auf ein fremdes Gesicht setzen? Foto Blöchl
das Thema Fremde und Fremdheit, frei nach Karl Valentin ist ja der „Fremde nur in der Fremde fremd!“ ist ein uraltes Thema der Menschheitsgeschichte. Auch heute ist es angesichts von Flüchtlingselend und Migrationsdiskussionen aktueller als noch vor einigen Jahren. Eine Ausstellung in der Alten Synagoge in Kriegshaber, gestaltet von Studentinnen der Kunstpädagogik der Universität Augsburg nahm sich deises Themas an. An einem Ort, der selbst eng mit Flucht, Vertreibung und Heimatsuche verbunden ist, wurden zehn sehr bewegende Objekte präsentiert. Teils verstörend – die Möglichkeit sich auf Hocker mit Gesichtern von Trump, Erdogan anderen zu setzen löste einiges an Diskussion aus - , teils sehr nahegehend, wird Fremde zu einem Thema, das uns alle betrifft. Denn auch die Vorfahren derer die heute Heimat für sich reklamieren, waren einmal fremd. Die Ausstellung verzichtete auf einen erhobenen moralischen Zeigefinger, sie stellte eher Fragen und ließ verschiedene Antworten zu. Im Hintergrund immer die Stimmen von Menschen, man fühlt sich merkwürdig „beobachtet“ und in seiner Intimität gestört. Dr. Souzana Hazan vom jüdischen Kulturmuseum Augsburg – Schwaben wollte bei einer öffentlichen Führung „Zugänge und Ideen erschließen“ und nicht Antworten geben. Dana Hawlicki mit ihrem Exponat eines Baums, bei dem nicht genau zu erkennen ist, wo Wurzeln du Krone eigentlich beginne und enden, interpretierte damit die Fremdheit, die nur der Betrachter für sich auflösen kann. „Es gibt keine absolute Heimat, weil man irgendwo immer fremd ist oder durch Entwicklungen fremd werden kann!“ könnte der Tenor der Ausstellung gewesen sein. Ob jeder Besucher denselben Schluss für sich zog – es wird immer fremd und ein Geheimnis bleiben!
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