Ausstellung im Abraxas - Akustisches Denkmal für Walter Klingenbeck.

Wann? 26.07.2018 19:00 Uhr bis 19.10.2018 00:00 Uhr

Wo? Abraxas Kulturhaus, Sommestraße 30, 86156 Augsburg DEauf Karte anzeigen
Walter Klingenbeck (Foto: Abraxas)
Augsburg: Abraxas Kulturhaus | Der katholische Lehrling Walter Klingenbeck (geboren am 30. März 1924) und seine Freunde Erwin Eidel, Hans Haberl und Daniel von Recklinghausen leisteten in München Widerstand gegen das NS-Regime – durch Flugblätter, Graffiti und Experimente mit einem Radiosender. Dafür wurde Walter Klingenbeck am 5. August 1943 mit nur 19 Jahren im Gefängnis Stadelheim hingerichtet. Möglicherweise waren die Aktionen des Klingenbeck-Kreises Vorbild für die heute weitaus bekannteren Aktionen der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ in München.

Das Kulturhaus abraxas befindet sich in einem Gebäude, das von der national-sozialistischen Wehrmacht 1936/37 als Offizierskasino für die Somme-, Arras- und Panzerjägerkaserne gebaut wurde. Gerade weil das Haus ein Täterort des Nationalsozialismus ist, möchte „loop30 – der Hör-Raum im Kulturhaus abraxas“
Rund um Klingenbecks 75. Todestag am 5. August 2018 an ihn erinnern.

Wir tun dies mit einer Klanginstallation der Künstlergruppe „die grenzlandreiter“. Das „Akustische Denkmal für Walter Klingenbeck“ wurde ursprünglich 2006 für eine Gedenkprozession in Walter Klingenbecks Münchner Wohnviertel entwickelt.

Walter Klingenbecks Widerstand gegen den Nationalsozialismus wurzelte in seinem katholischen Glauben. Die Sendungen von Radio Vatikan und des deutschen Dienstes der BBC – die zu hören im Nazi-Regime verboten war – regten ihn mit zu seinen Widerstandsaktionen an. So brachten die Freunde beispielsweise das Zeichen „V“ für „Victory“ (also den bevorstehenden Sieg der Alliierten über Deutschland) an Hauswänden in München an. Weil sich Klingenbeck an seinem Arbeitsplatz – er machte eine Ausbildung zum Schaltmechaniker und hatte deshalb auch Kenntnisse der Radiotechnik - darüber unvorsichtig äußerte, wurde er verraten, verhaftet und schließlich umgebracht.

Das akustische Erkennungssignal der BBC war ebenfalls ein „V“ – das Morsesignal für den Buchstaben, drei kurze und ein langer Schlag auf einer Kesselpauke. Dieses rhythmische Motiv, unterbrochen von langen Pausen zum stillen Eingedenken an den mutigen jungen Mann, bildet das Klangmaterial dieser Installation. Ihre zeitliche Einteilung basiert auf Walter Klingenbecks Lebensdaten (30/3/1924–5/8/1943). In einem Segment des Stücks ertönt in den ersten 30 Sekunden 3-mal das Grundmotiv, dann ertönt es 19 Sekunden lang. In den nächsten 30 Sekunden ertönt das Grundmotiv 3-mal, dann folgt 24 Sekunden lang Knistern. Im anderen Segment ertönt in den ersten 43 Sekunden 5-mal das Grundmotiv, in den nächsten 19 Sekunden ertönt es 8-mal, dann ertönt wieder 24 Sekunden lang Knistern.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 26. Juli 2018 um 19 Uhr im „loop30 – der Hör-Raum im Kulturhaus abraxas“ eröffnet. Sie dauert bis zum 19. Oktober. Der Eintritt ist frei.
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