Bürgerhaus Pfersee: Bürgerwerkstatt diskutiert Umbau

Intensive Diskussionen - vorne links Dr. Stefan Kiefer. Foto Blöchl
 
Viele Ideen zeigen sich hier auf den bunten Zetteln und Plänen. Foto Blöchl
„Eigentlich hätte das, was wir hier machen, am Anfang der Diskussion stehen müssen!“, meinte eine Teilnehmerin der Ideenwerkstatt zum Umbau des Bürgerhauses Pfersee. Im großen Saal lagen auf den Tischen überall Pläne, Grundrisse, bunte Zettel und Stifte, Mit deren Hilfe sollten die Ideen zur Nutzung der neuen Räume entwickelt werden. Über 40 Personen waren in den engen Saal des Bürgerhauses gekommen, um Ideen für die Gestaltung des Gebäudes zu entwickeln und zu diskutieren. Der Stadtrat hatte in seiner jüngsten Sitzung entsprechende Arbeitsaufträge erteilt. Auch viele Stadträte fast aller Parteien, die Vertreter der umbaukritischen Bürgeraktion mit ihrem streitbaren Vorsitzenden Dietmar Egger an der Spitze, CSU und SPD Pfersee und viele Nutzer des Bürgerhaues waren der Einladung der Stadt gefolgt. Allein die Tatsache, wie beengt sich die Arbeitsbedingungen im Saal des zukünftigen „Altbaus" darstellten, verdeutlichte die Notwendigkeit des Umbaus. Nach der dynamischen und kontroversen Diskussion bei einer Bürgerversammlung vor einigen Wochen lag durchaus Spannung in der Luft, als Sozialreferent und Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer die Veranstaltung eröffnete.

Umbau wird nicht mehr in Frage gestellt,

Der vom Stadtrat vorgegebene Zeitplan sieht laut Kiefer dabei vor, dass im Mai eine Beschlussfassung unter Einbeziehung der Ideen aus der Werkstatt erfolgt, im Juni dann der entsprechende Antrag bei der Regierung eingereiht werden muss. War der Umbau insgesamt bei der ersten Versammlung noch in Frage gestellt worden, stellte sich diese grundsätzliche Frage beim Workshop überraschenderweise nicht mehr. Auch die neue Nutzung als Familienstützpunkt und als „Großtagespflege“ für bis zu 10 Kinder stand nicht mehr in der Kritik. Es gab zwar einige kritische Anmerkungen und Fragen zu den Vorstellungen der Architekten. Dies betraf aber architektonische Ideen und Fragen, die für den großen Teil der Besucher nur schwierig nachzuvollziehen waren. So kam aus den Reihen der Bürgeraktion die neue Forderung nach Unterkellerung des Neubaus für Lagermöglichkeiten für die Pferseer Vereine, eine „kostspielige Variante“ wie die Architekten meinten.

In kleineren Gruppen wurde dann an den Tischen diskutiert, wurden Räume und Wände verschoben, Zeichnungen in den Plänen vorgenommen. Das Raumkonzept und die unterschiedlichen Nutzungen für die verschiedenen Anforderungen der Nutzer stellte sich dabei schwieriger dar, als vielleicht mancher gedacht hatte. Es wurde kontrovers diskutiert, verhandelt und entwickelt. Es war eine spannende aber keine spannungsgeladene Atmosphäre mehr, „es war sehr produktiv und konstruktiv“, wie einige Teilnehmer feststellten. Naturgemäß konnten die komplexen Überlegungen und Planungen nicht abgeschlossen werden. Interessant war, dass sich eher eine Tendenz zu mehr Raumbedarf, insbesondere was Veranstaltungen betrifft, herauskristallisierte. Möglicherweise würde das aber eine Vergrößerung des Baus, mehr Kosten und auch stärkere Eingriffe in den anschließenden Park bedeuten. Ein Konfliktfeld, das im Vorfeld für viele Diskussionen gesorgt hatte. Bürgermeister Kiefer zeigte sich „erleichtert, dass sich die Erkenntnis über die Notwendigkeit des Um- und Neubaus bei allen Akteuren durchgesetzt hat“ und hofft jetzt, dass mit den Ergebnissen des zweiten Workshops zur Gestaltung der Außenanlagen schnell ein tragfähiges Konzept erarbeitet und vom Stadtrat beschlossen werden kann. Die Pferseer SPD-Vorsitzende und Stadträtin Angela Steinecker meinte; "Es war eine sehr gute Diskussion.Unterschiedliche Nutzer saßen mit am Tisch und haben sich Gedanken um ,ihr' Bürgerhaus gemacht. Alle haben versucht, die bestmögliche Lösung für das Bürgerhaus zu finden.  Letztendlich muss nun der Stadtrat als Bauherr die drei Vorschläge aus der Bürgerwerkstatt bewerten und auf die Umsetzbarkeit hin überprüfen. Ich bin gespannt, was herauskommen wird."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.