Bürgerhaus Pfersee: Stadt geht auf Kritiker zu

Zankapfel Bürgerhaus - in diesem Bereich soll der Anbau mit der barrierefreien Erschließung entstehen. Foto Blöchl

Ein Umbau des Pferseer Bürgerhauses ist notwendig, darüber herrscht Einigkeit. Das "Wie" ist jedoch umstritten. Was passiert mit der Grünfläche? Die Entscheidung ist nun ersteinmal vertagt.

Das Bürgerhaus ist nun doch noch zum großen Streitobjekt geworden. Nachdem es anfänglich so schien, dass der geplante Umbau keine größeren Probleme machen würde, macht die Bürgeraktion Pfersee um den Vorsitzenden Dietmar Egger nun mobil gegen die Planungen. Auch die Pferseer CSU lehnt in einer Stellungnahme das bisher vorliegende Konzept ab.

In der jüngsten Stadtratssitzung wurde die Beschlussfassung verschoben. Vielmehr soll nun eine stärkere Bürgerbeteiligung erfolgen, wie Oberbürgermeister Kurt Gribl verkündete. Wenn möglich soll noch vor der regulären Sitzung im Februar ein Gespräch aller Beteiligten mit den Vertretern der Stadt stattfinden.

In einem sind sich alle Parteien seit langem einig – das Bürgerhaus ist in die Jahre gekommen, entspricht in vielerlei Hinsicht nicht mehr den Ansprüchen an ein Stadtteilzentrum. Zum einen war die Barrierefreiheit bei der Planung einst nicht berücksichtigt worden, deshalb ist das Haus für Gehbehinderte und Rollstuhlbenutzer fast unzugänglich. Aber auch das Raumangebot selbst reicht nicht mehr aus.

Das städtische Gebäude wurde in den 80er Jahren gebaut, betrieben wird es seither von der Arbeiterwohlfahrt Augsburg. Viele Gruppen und Vereine treffen sich dort, Kurse unterschiedlichster Art werden von der Volkshochschule und anderen Trägern angeboten. Der Park hinter dem Haus wird für Feste und verschiedene Veranstaltungen genutzt. Die „Afrika-Tage“ oder das alljährliche Parkfest in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Jugendzentrum „Linie 3“ gehören zum festen Bestandteil des Pferseer Veranstaltungsprogramms.

Das Bürgerhaus selbst ist auf verschiedenen Feldern aktiv, in jüngerer Vergangenheit besonders auch im Bereich Integration.

Nun gab die Aussicht auf eine massive Förderung des Bundes von über 1,4 Millionen Euro wohl den Ausschlag, einen Erweiterungsbau zu errichten. Dieser Zuschuss ist nach unseren Informationen an den Bau von familienbezogenen Angeboten gebunden. Mit diesem sollte zum einen das Bürgerhaus erweitert und barrierefrei zugänglich werden; zusätzlich sollten aber Angebote für Familien, wie eine Familienberatung und Ganztagsbetreuung für Kinder, eingerichtet werden. Daran entzündet sich Kritik. So moniert die Bürgeraktion, „dass außer dem Bemühen um eine barrierefreie Erschließung, keinerlei Vorteil oder Weiterentwicklung für das Bürgerhaus“ gegeben ist. Weiter wird vor allem kritisiert, dass „eine öffentliche Grünfläche im mit Grünflächen ohnehin unterversorgten Zentrum des Stadtteils“ geopfert werden soll. Alternativstandorte für die Nutzungsausweitung wurden vorgeschlagen.

Weiter merkt die Bürgeraktion an: „Der Grundrisskonzeption ist durchgängig anzumerken, dass mit aller Gewalt eine zusätzliche Erschließung“ untergebracht werden soll, die „die vorhandenen Strukturen bis zur Untauglichkeit verunstaltet“. Sogar von Enteignung ist bei der Bürgeraktion die Rede, weil „der Park um das Pferseer Schlössle in den 80er-Jahren unter Inanspruchnahme von Anliegerbeiträgen finanziert wurde, unter der Zusage auf dauernden Erhalt desselben“. Die vorgesehene Maßnahme stufe man „insofern als unzulässige, entschädigungslose Enteignung“ ein.

Die Pferseer SPD hingegen sieht das anders, sie unterstützt das Vorhaben. In einer Presseerklärung schreibt die Partei: Der SPD-Ortsverein Pfersee spreche sich „ für die vorgesehene Erweiterung des Bürgerhauses um einen Familienstützpunkt, die Großtagespflege und eine Erziehungsberatungsstelle aus. Viele schon bestehende Gruppen- und Kursangebote könnten so erweitert werden und auch die multifunktionalen Gemeinschaftsräume nutzen“.
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