Das Schwimmbad auf dem Dach…

v.l. Christos Kislinger, Tatjana Kocher und Thomas Weitzel. Foto Blöchl
 
so der Westteil des Ofenhauses jetzt im Bau. Links die Balustrade mit dem Zugang zur neuen Brechtbühne. Foto Blöchl
Augsburg: Gaswerk |

Oder Träume um das Gaswerk!

Na ja - verwirklicht ist es noch nicht, das Schwimmbad auf dem Dach des neuen Parkhauses am Gaswerk in Oberhausen. Platz wäre dafür vorhanden, eine Realisierung scheint aber Illusion. Aber manche träumen trotzdem davon, so wie sich um das neue Gelände noch viele kreative und neue Ideen entwickeln. Schon bei der Begrüßung durch den Oberhauser SPD – Vorsitzenden Christos Kislinger Kulturreferent Thomas Weitzel und Architektin Tatjana Kocher von den Stadtwerken wurde darauf hingewiesen, dass hier nicht ein fertiges Gelände mit vielen Gebäuden einfach bezogen wird, sondern „ein Prozess über Jahre initiiert werden soll, dessen Ausgang in vielen Punkten offen ist!“ Von einem Ort der „Begabungen, der Inspiration und der für die Stadt und die umliegenden Stadtteile “ war die Rede. Insgesamt 70 000 qm warten darauf als kulturelles Zentrum erweckt zu werden. Bei einer Führung durch die Großbaustelle – die SPD Oberhausen hatte geladen und über 30 Interessierte nicht nur aus dem Stadtteil waren gekommen – standen aber die eher realistischen Rahmenbedingungen im Vordergrund, denn für den 11. Januar 2019 ist die erste Premiere auf der neuen Brechtbühne im Alten Ofenbaus vorgesehen. Die verantwortlichen Akteure zeigten sich bei der Baustellenbesichtigung durchaus optimistisch, dass dieser Termin einzuhalten ist, auch „wenn sicherlich noch nicht alles fertig sein wird!“ Andere Teilnehmer der Führung zeigten sich durchaus skeptischer.

Premiere im Januar ist sicher!?

Es ist Samstagnachmittag, überall sind Handwerker zugange, im Westflügel des vorher entkernten Gebäudes wird gerade die Bestuhlung der alten Bühne vom Kennedyplatz eingebaut. Durch die andere Gebäudestruktur sind nur noch 220 Plätze zur Verfügung, 20 weniger als bisher. Darüber liegt der neue Ballettsaal, eine herrliche Konstruktion unter einer alten Kuppel des Ofenhauses. Im Westteil ist eine Treppe eingebaut worden, die aus dem Erdgeschoss mit dem gastronomischen Angebot zur Bühne führt. Hier lässt sich erst erahnen wie es einmal aussehen wird. Aufwändige technische Konstruktionen für Heizung und Lüftung sind notwendig, Kunst am Bau soll verhindern, dass die Menschen im Restaurant das Gefühl haben in die „hohe Kuppel gezogen zu werden“. Mit viel Fantasie kann man sich vorstellen, was hier an architektonischem und bautechnischem Aufwand betrieben wird, um in der historischen Bausubstanz die neuesten technischen Voraussetzungen für gutes Theater zu schaffen.

Ohne Handwerk kein Theater – die neuen Werkstätten.

Der Neubau direkt im Anschluss an das Ofenhaus hebt sich außen und innen zwar vom technischen Denkmal ab, innen gibt es aber fließende Übergänge in die Funktionsräume auf 6 Etagen. Dabei ist eine Etage nicht für das Theater, sondern für die Künstler aus dem Kulturpark West vorgesehen, die ab dem Frühjahr ebenfalls auf das Gelände ziehen werden. Aus der Vermischung von Theater und freier Kunstszene erhofft man sich zusätzlich Impulse für beide Bereiche.

Bis zu 4,5 m hohe Kulissen müssen gefertigt und natürlich auch transportiert werden - eine enorme Herausforderung an Planer und Ausführende. Hohe Räume, große und hohe Aufzüge sollen die Logistik einfach und effektiv machen. aber auch alle anderen Gewerke des Theaters, von den Kascheuren und Näherinnen, über die Maler und Schlosser bis hin zu den Schauspielern und der Verwaltung soll hier alles konzentriert werden. Viel Leben wird es geben in den neuen Räumen und sicher eine erhebliche Verbesserung zu den Gegebenheiten am Kennedyplatz. Dass überall die neuesten Sicherheitsstandards eingehalten werden versteht sich eigentlich von selbst. Außerhalb der Gebäude für das Theater sticht vor allem das Parkhaus mit 360 bewirtschafteten Plätzen ins Auge. Die Beschäftigten des Theaters werden es genauso nutzen wie die Besucher des Theaters. Auch für 160 Fahrräder wird Platz geschaffen. Die Busanbindung an das Stadtzentrum wird ausgebaut und verdichtet, es ist eine städtebauliche „europaweit einmalige Situation mit einem Gelände so Nahe am Zentrum!“ betont Weitzel. In Richtung des großen Gaskessels, jetzt mit einem neuen silberglänzenden Anstrich wird das Gelände für das Modular-Festival vorbereitet. Es soll im kommenden Jahr bereits auf dem Gelände stattfinden. Die Werkstätten für weitere Künstler und Künstlergruppen sind ebenfalls im Bau. Man darf gespannt sein, wie sich das Zusammenleben und -wirken auf dem Gelände gestaltet, ab dem Frühjahr wird sich das Kulturareal Gaswerk entwickeln. „Eine riesige Chance für die Stadt und vor allem auch für die angrenzenden Stadtteile!“ meint dazu abschließend SPD–Stadträtin Gabriele Thoma, die als Mitglied des Kulturausschusses des Stadtrats das Projekt begleitet und voranbringt.
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