Energielabel für alte Heizkessel hilft Geld und Energie sparen

Label seit diesem Jahr Pflicht – keine Kosten für Hauseigentümer

Was man bereits von Kühlgeräten oder Wäschetrocknern kennt, kommt jetzt auch für bestehende Heizungen: Seit Januar 2019 ist das Energielabel Pflicht für Heizkessel, die vor 1996 eingebaut wurden. Es informiert darüber, wie die Anlage mit Energie umgeht – ist sie sparsam oder ein Energiefresser?



Hauseigentümer müssen dazu nichts tun: Der zuständige Kaminkehrer bringt im Rahmen der regelmäßigen Inspektion an der Vorderseite des Heizkessels ein entsprechendes Etikett an, die Kosten dafür übernimmt die Bundesregierung. Das Label gilt bundesweit und wird bis 2024 stufenweise eingeführt. Zunächst werden alle Wärmeerzeuger mit Baujahr vor 1996 ausgestattet, jedes Jahr werden weitere Jahrgänge einbezogen. „Das Energielabel macht Sinn“, sagt Margit Spöttle, Klimaschutzbeauftragte am Landratsamt Augsburg. „Hauseigentümer können damit schnell erkennen, ob ihre Anlage noch wirtschaftlich ist.“


Beste Einstufung für erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung



Angaben zu den Heizkosten macht das Label nicht, es sagt lediglich etwas zur Effizienz des Gerätetyps aus. Auf einer Skala von Grün bis Rot veranschaulicht es auf einen Blick, wie effizient der häusliche Wärmeerzeuger ist. Die Effizienzklassen reichen von A++ als derzeit beste bis E als schlechteste Einstufung. Ab 26. September 2019 kommt mit A+++ eine weitere Effizienzklasse hinzu, Klasse E entfällt. Geräte mit schlechterer Einstufung als D dürfen dann nicht mehr verkauft werden. Geräte, die Wärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung oder auf Basis von erneuerbarer Energien (zum Beispiel Pellets, Wärmepumpen oder in Kombination mit Solarthermie) produzieren, bekommen die Einstufung A+++ bis A+. Mit den Kategorien A bis D werden Geräte gekennzeichnet, die fossile Brennstoffe wie Öl und Gas nutzen. Alte Holz- und Pellet-Heizungen bekommen kein Etikett.


Label C bis D – weg mit den Energiefressern!



Etwa drei Viertel des Energieverbrauchs in deutschen Haushalten geht für die Wärmeerzeugung drauf. Rund 30 Prozent der Heizkessel in Deutschland haben mehr als 20 Jahre auf dem Buckel. Das Einsparpotenzial ist also enorm. Hat der Heizkessel die Effizienzklasse C oder D, ist er technisch veraltet und verbraucht zu viel Energie. Anlagen, die 20 Jahre und älter sind, sollte man vom Fachmann überprüfen lassen. Nicht nur, dass sie ausfallgefährdeter sind: Meist lohnt sich eine Erneuerung, denn durch den technischen Fortschritt hat sich in den letzten Jahren viel getan. Moderne Brennwertkessel haben einen deutlich geringeren Energieverbrauch als Konstanttemperatur- oder alte Niedertemperaturkessel. In Ein- und Zweifamilienhäusern lassen sich mit Geräten der neueren Generation bis zu 20 Prozent Energie und Kohlendioxid einsparen. „Verbraucher sparen mit einer effizienten Heizung nicht nur Geld, sondern tun auch etwas für den Klimaschutz“, so Margit Spöttle. „Außerdem machen sie sich ein Stück weit unabhängiger von schwankenden Energiepreisen.“



Erneuerung lohnt sich doppelt



Bessere Brennstoffausnutzung und stromsparende Pumpen führen dazu, dass sich die Investition meist nach wenigen Jahren amortisiert. Weitere Maßnahmen wie Wärmedämmung oder Fenstertausch können dazu führen, dass die neue Heizungsanlage kleiner dimensioniert werden kann. Staatliche Fördermittel machen die Investition zusätzlich attraktiv: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert den Heizungstausch mit günstigen Krediten und Zuschüssen. Von der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es Geld für erneuerbare Energien und Wärmepumpen. Auch eine Heizungsoptimierung wird bezuschusst, zum Beispiel der Einbau einer neuen Heizungspumpe oder ein hydraulischer Abgleich.


Auch eine gute Heizung kann noch besser werden



Muss es gleich eine neue Anlage sein oder genügt es, die bestehende Heizung zu optimieren? Heizkessel der Kategorie A oder B befinden sich zwar auf dem Stand der Technik, aber aus ihnen lässt sich möglicherweise mehr herausholen: durch den Einbau moderner Thermostate etwa, durch eine neue Umwälzpumpe, den hydraulischen Abgleich oder das Dämmen der Rohrleitungen. Diese Optimierungsmaßnahmen erfordern vergleichsweise wenig Aufwand und Kosten.


Landratsamt Augsburg bietet kostenfreie Infos und Beratung



Für den schnellen Überblick gibt es den interaktiven Energierechner HeizCheck unter www.landkreis-augsburg.de/klima. Damit kann man überprüfen, ob die Heizkosten zu hoch sind. Informationen zu den möglichen Kosten und Einsparungen einer Modernisierung bekommt man online unter www.sanierungskonfigurator.de. Wer mehr über den energetischen Zustand seiner Heizung oder zu geeigneten Modernisierungsmaßnahmen erfahren möchte, kann die kostenfreie Energieberatung im Landratsamt Augsburg in Anspruch nehmen: Jeden Monat informieren neutrale Experten zu den verschiedenen Möglichkeiten und auch zu Fördermitteln. Die nächsten Termine: 11. April, 23. Mai, 27. Juni 2019. Voranmeldung unter Telefon 0821 3102-2222. Telefonisch besteht eine zusätzliche Beratungsmöglichkeit unter 0821 3102-2884.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.