Führungswechsel im Baureferat der Stadt Gersthofen

Gersthofens neuer Stadtbaumeister (Foto: Bild Stadt Gersthofen)
 
Das Büro des neuen Stadtbaumeisters
Führungswechsel im Baureferat der Stadt Gersthofen
Bisheriger Stadtplaner Roland Schmidt löst Thomas Berger ab

Roland Schmidt hat mit seinen 48 Jahren bei der Stadt Gersthofen eine beachtliche Karriere hingelegt: Er löst nach nur knapp zweijähriger Dienstzeit als Stadtplaner den in die Bauverwaltung der Stadt Augsburg gewechselten Thomas Berger als Stadtbaumeister ab.
Der mit einer Ärztin verheiratete Vater zweier erwachsener Söhne ist in Illertissen geboren, hat nach dem Abitur an der TU Kaiserslautern Architektur und Städtebau, insbesondere Raum- und Umweltplanung studiert. Dieser Studiengang wurde an der TU Kaiserslautern maßgeblich von Prof. Albert Speer aufgebaut und geprägt, mit dessen renommiertem Frankfurter Architektur- und Planungsbüro Roland Schmidt viele Jahre zusammenarbeitete und für das er auch ein knappes halbes Jahr im toskanischen Arezzo eingesetzt wude. Bis zu seinem Anstellungsvertrag bei der Stadt Gersthofen Anfang 2017 war Roland Schmidt selbständig und hat an zahlreichen Bauvorhaben mitgewirkt. Nach fast 20 Jahren Selbständigkeit suchte er eine neue Herausforderung. Er wollte nicht nur für bestimmte Teilgebiete von Bauvorhaben seine Expertise zuliefern, sondern sein Arbeitsgebiet auf das große Ganze erweitern und für die Gesamtplanung von Bauprojekten zuständig sein.
Diesen Turnaround hat der neue Leiter des Fachbereiches 3 in der Stadtverwaltung Gersthofen nun erfolgreich gemeistert. Sein Verantwortungsbereich umfasst die Funktionen Hochbau, Tiefbau, Bauverwaltung und Stadtplanung sowie die neue Abteilung Facility Management, die sich um den Unterhalt der Liegenschaften der Stadt Gersthofen kümmern soll. Dazu gehören Wohnungen, Schulen, das Rathausgebäude, das Wirtshaus zum Strasser u.a.
Viel Zeit für eine Einarbeitung wird der neue Stadtbaumeister nicht haben. Es stehen turbulente Wochen, Monate und Jahre bevor. Zahlreiche Projekte sind schon auf den Weg gebracht oder stehen an. Im kommenden Jahr wird Gersthofen einen neuen Bahnhof bauen, der mit einer dreitägigen Sperrung der Bahnstecke nach Donauwörth einhergeht. Die Bauplanung sieht einen Fußgängertunnel vor, der – nach vorheriger Fertigung – im Juni 2019 während der Streckensperrung unter den Gleiskörper geschoben werden muss. Danach beginnen die Arbeiten am Bahnhofsneubau; zu den Bahnsteigen führen Aufzüge bzw. Rampen, sodass auch die Barrierefreiheit des Bahnhofs gewährleistet ist. Im Laufe des Jahres 2020 wird der Bahnhof Gersthofen im neuen Gewande erscheinen. Die großen Bauvorhaben im Kollerhof an der Ecke Kirch- Ludwig-Hermann-Straße (Zeitfenster bis Ende 2020), sowie das Bauprojekt „Römertor“ haben das Bauamt der Stadt Gersthofen bereits passiert und sind schwerpunktmäßig in der Verantwortung der Bauherren. Für den Gersthofer Friedhof wird auch gerade ein neues Konzept entwickelt. Dieses muss sich an veränderten Gegebenheiten orientieren, da immer mehr Verstorbene feuerbestattet werden und auch neue Formen wie z.B. Rasengräber nachgefragt werden. Vor eine besondere Herausforderung werden der Stadtbaumeister und sein Team bei der Erstellung eines Gesamtmobilitäts-Konzeptes gestellt. Die bessere Anbindung der Ortsteile und des Bahnhofs an die Kernstadt Gersthofen, die immer noch latent vorhandene Planungsvariante einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 von Augsburg Nord nach Gersthofen und – eine verkehrsberuhigte Bahnhofstraße, die schon bald von der Kreisstraße in eine Gemeindestraße heruntergestuft werden soll und von da an in die Trägerschaft der Stadt Gersthofen fällt. Dabei spielt selbstverständlich die weitere Entwicklung der Bebauung des „Gersthofer Lochs“ eine wichtige Rolle, aber auch ohne eine diesbezügliche schnelle Entscheidung muss eine Verkehrsberuhigung in der Bahnhofstraße Planungspriorität haben.
Projekte wie die Dorferneuerung Hirblingen, ein weiteres Mehrgenerationenhaus, ein mit der LEW und der Stadt Augsburg zu planendes Konzept für die Erschließung des Müllbergs sind nur Stichworte für zu erwartende Aktivitäten im Baureferat.
Und dann könnte noch ein zusätzliches Großprojekt schon bald in den Fokus der Stadtplaner rücken: Ein Bauvorhaben auf dem Gelände nördlich der Thyssenstraße, das alle bisherigen Projekte in den Schatten stellen würde.
Stadtbaumeister Roland Schmidt und sein Team müssen eine äußerst stürmische Stadtentwicklung gestalten, die dem erklärten Ziel gerecht wird: Gersthofen soll zwar bis 2030 nicht mehr als 27.000 Einwohner haben. Bei den geografischen Restriktionen stellen die Schaffung von Wohnquartieren für zusätzlich etwa 4.500 Menschen sowie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept jedoch schon eine gewaltige Herausforderung dar.
                                                                                                                       Manfred Link
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