Halle 116 als Gedenkstätte erhalten und nicht als Gewerbegebiet ausweisen

Augsburg: Karl-Nolan-Straße | Die Halle 116 ist eines der wenigen Gebäude in der ehemaligen Sheridan-Kaserne in Pfersee, das noch erhalten ist. Dieses Gebäude war während der NS-Zeit ein KZ-Außenlager. In den Jahren 1944 und 1945 waren darin KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter untergebracht, die bei Messerschmitt in der Rüstungsproduktion arbeiten mussten. Nach dem Krieg diente sie den Amerikanern als Kfz-Werkstatt und Bibliothek. Die Bezeichnung „Halle 116“ wurde von den Amerikanern vergeben.

Seit Jahren liegen Vorschläge zur Nutzung der Halle 116 als Dokumentations- und Ausstellungszentrum, als Denk- und Erinnerungsort und als Begegnungsstätte vor. Seit Jahren passiert nichts. Umso mehr überrascht nun, dass ein Bebauungsplan ausliegt, der nahezu drei Viertel der Halle 116 als Gewerbegebiet ausweist, An- und Umbauten ermöglicht und nicht einmal den Abriss von Teilen der Halle generell ausschließt.

Die Halle 116 zählt zu den wenigen KZ-Gedenkstätten, die noch vollständig erhalten sind. In der Friedensstadt Augsburg ist zudem ein Dokumentationszentrum überfällig, das die Geschichte der Stadt vom Augsburger Religionsfrieden, über die schrecklichen Kriegsjahre, das KZ-Außenlager, die Präsenz der US-Armee bis zur Konversion der Militärflächen aufzeigt und mit Ausstellungen zu aktuellen friedenspolitischen Themen, sowie Konzepte zur gewaltfreien Lösung von Konflikten und Ergebnisse der Friedensforschung für Wege in eine friedliche Welt aufzeigt.

Eine gewerbliche Nutzung mit An- und Umbauten zerstört den Charakter des Gebäudes und ein Denkort, der nur ein Viertel des Gebäudes umfasst, wird als Fremdkörper an einem überwiegend gewerblich genutzten Gebäude wahrgenommen. Damit ist das Konzept der Halle als Dokumentationsort und Lernort nicht mehr realisierbar.

Es ist zu hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihre Stellungnahme bis Ende der Einspruchsfrist am 21. September um 24 Uhr online beim Stadtplanungsamt einreichen und sich für eine Widmung der gesamten Halle als Gemeinbedarfsfläche aussprechen, sowie für den Erhalt des originalen Befundes und authentischen Erscheinungsbildes dieses historischen und für Augsburgs Stadtgeschichte einmaligen Gebäudes..
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