„Ich möchte den Menschen ein gutes Leben ermöglichen!“

Das ist sein Gebiet - der neue Quartiersmanager Dr. Bernd Rebstein. Foto Blöchl
 
Auch den Helmut-haller-Platz sieht er auf einem guten Weg. Foto Blöchl

Dr. Bernd Rebstein neuer Quartiersmanager für Oberhausen.

Leicht zu finden ist er ja nicht, der neue Mann für Oberhausen. Noch weist kein Schild daraufhin, dass der neue Quartiersmanager für Oberhausen seinen Sitz in den Räumen des Allgemeinen Sozialdienstes der Stadt Augsburg hat. Dabei ist es eigentlich eine seiner Aufgaben, im öffentlichen Raum des Stadtteils zu wirken und präsent zu sein. Momentan behilft er sich noch mit Sprechstunden, die er im Drei – Auen – Bildungszentrum durchführt. Bernd Rebstein ist seit 3. April der neue, der Oberhausen „managen“ soll. Ein Begriff der ihm so nicht besonders gefällt. Rebstein ist am Bodensee aufgewachsen, nach dem Abitur ein Freiwilliges soziales Jahr in Schottland absolviert und dann in Augsburg Soziologie, Politik und Psychologie studiert. Nach der Promotion und einer wissenschaftlichen Tätigkeit an der Uni in Bayreuth will er jetzt seine Erfahrungen in der Praxis anwenden. Migration, Stadtentwicklung und andere Themen aus seiner Tätigkeit an der Universität passen zu seiner Stelle in Oberhausen. Dabei suchte er nicht gezielt diese Stelle, er wollte mit seiner Familie (Frau und 5 Kinder) nach Augsburg zurück. 

Was ist seine Aufgabe, was sind die Erwartungen?

So genau ist das gar nicht definiert. Die Stadt sieht die Aufgabe so: „Die Stadt hat die Stelle bewusst nicht im Bereich des Baureferats sondern des Sozialreferats angesiedelt. Natürlich geht es beim Quartiersmanagement häufig auch um bauliche Fragen – wie können wir unser Viertel attraktiver machen? Im Vordergrund dieser Stelle stehen aber nicht Baumaßnahmen sondern Aktivitäten mit und für die Bevölkerung im Viertel.Dazu wird sich der Quartiersmanager mit den örtlichen Akteuren vernetzen und zunächst an die vorhandenen Projekte andocken, damit diese erhalten bleiben bzw. weiter wachsen: z.B. das Café Löweneck, der MGT in der Drei-Auen-Schule, die Aktivitäten der Arge Oberhausen in der Ulmer Straße und am Helmut Haller Platz etc. Natürlich wird Herr Dr. Rebstein auch mit den anderen städtischen Dienststellen wie dem Kriminalpräventiven Rat des Referats 7 hinsichtlich des Treffs am Helmut Haller Platz oder dem Amt für Grünordnung hinsichtlich der geplanten Grünpflegemaßnahmen am Wertachweg im Konakt sein und zusammenarbeiten. Schwerpunkt seiner Arbeit ist es, die Strukturen im Stadtteil zu stärken und gute Rahmenbedingungen für Familien und Nachbarschaften zu schaffen. Das ist ein großes Betätigungsfeld, wo es wichtig ist, dass das Jugendamt mit seinen Möglichkeiten (z.B. Tschamp Ferienprogramm, Sozialdienst) helfend zur Seite steht.“ schreibt Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer auf unsere Anfrage.

Mit seiner Funktion sind sehr unterschiedliche Erwartungen verbunden – vom Kümmerer bis zum Organisator reicht dabei das Spektrum. In der kurzen Zeit muss er sich erst orientieren, Kontakte knüpfen, sich vernetzen. Deshalb ist er viel unterwegs, trifft Leute, lernt Oberhausen kennen. Er sieht sich gerne als Moderator, der versucht die Kommunikation zwischen den Menschen und unterschiedlichen Gruppen im Stadtteil aufrecht zu erhalten oder neue Stränge zu knüpfen. Er sieht ich aber auch als Ansprechpartner für die Probleme der Menschen und will Wege suchen und aufzeigen, diese zu lösen. Eine große Unterstützung hat er dabei durch die beiden früheren Quartiersmanager Heike Skok und Jan Ebnet, die jetzt schwerpunktmäßig im Viertel rechts der Wertach tätig sind. Auch SPD – Stadtrat Dieter Benkard war bereits zu Besuch um ihn kennenzulernen.


Oberhausen hat mich positiv überrascht!

Aus seiner Studentenzeit hatte er eher negative Erinnerungen, da erschien ihm Oberhausen wie ein „Ghetto in einer Großstadt!“. Diesen Eindruck hat er mittlerweile revidiert. „ich sehe zwar soziale Probleme, aber die werden gut bearbeitet!“ fasst er seine ersten Erfahrungen zusammen. Man kann den Stadtteil gut weiterentwickeln, weil er „gute Entwicklungspotentiale hat!“. Für ihn ist Oberhausen „lebendig“ mit vielen sozialen und kulturellen Angeboten. Auch den oft als Brennpunkt genannten Helmut-Haller-Platz sieht er weniger dramatisch als oft in der Öffentlichkeit dargestellt. Die jetzt gefunden Lösungsansätze sieht er als zukunftsorientiert du tragfähig. Die Integration der Flüchtlinge im Stadtteil scheint seiner Ansicht nach auf einem positiven Weg, er ist damit aber nur am Rande befasst und sieht viele Akteure die hier die notwendige Unterstützung leisten.
Aufgrund der neuen Entwicklungen im Stadtteil – neue Wohnquartiere, Bevölkerungszuwachs – sieht er die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt ein wenig problematisch. Er will durch seine „Information von unten nach oben“ dazu beitragen, auch soziale und kulturelle Aspekte in den Planungen zu berücksichtigen. In 10 Jahren sieht er Oberhausen als einen lebendigen, positiv gestimmten Stadtteil mit vielen kulturellen Angeboten renovierten Schulen, die auch stärker von außen genutzt werden können und insgesamt mit einer hohen Lebensqualität. Ob er dann noch in seiner Funktion ist? Darauf kann und will er keine Antwort geben.
Zu erreichen ist er unter der Tel.Nr. 0821-324-2815, seine Sprechstunden sind am Dienstag von 16 - 18 Uhr und am Mittwoch von 7:30 Uhr bis 9 Uhr im Drei-Auen-Bildungszentrum.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.