Kinder sind nach wie vor angesagt!

Geburtenrate im Landkreis erneut angestiegen

Der Trend hält an: Familien im Landkreis Augsburg bekommen wieder mehr Kinder. 2017 ist die Zahl der Geburten erneut angestiegen. 2.459 Kinder erblickten in diesem Jahr das Licht der Welt, knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor.

Landrat Martin Sailer ist von diesen Zahlen sehr angetan: „Das ist eine überaus erfreuliche Entwicklung“, so der Landkreischef, „denn es zeigt, dass der Landkreis Augsburg eine attraktive und lebenswerte Region für Familien ist.“ Zur Familienfreundlichkeit des Landkreises tragen der Ausbau der Kindertagesbetreuung und die Investitionen in Bildung und Schule bei. Auch die flächendeckende Einrichtung von Familienbüros und Familienstationen stellt einen wichtigen Baustein der Infrastruktur für Familien dar.

Regionaler Babyboom

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 785.000 Kinder geboren. Das ist ein Prozent weniger als noch 2016. Der regionale Babyboom im Landkreis Augsburg setzt sich dagegen fort. Seit 2009 – mit damals 1.796 Geburten – kommen im Augsburger Land Jahr für Jahr mehr Kinder auf die Welt. Doch wie kommt es zu dieser Entwicklung? Wieso entscheiden sich Familien wieder häufiger dafür, Kinder zu bekommen?

„Offensichtlich ist die Stimmung für Kinder derzeit da“, sagt Günter Katheder-Göllner, der im Landratsamt für die Planung im Bereich der Jugendhilfe verantwortlich ist. So wie Landrat Martin Sailer hofft er natürlich, dass Kinder im Landkreis Augsburg weiterhin angesagt bleiben. „Es gibt Anzeichen, dass familienpolitische Maßnahmen wie Elterngeld und der Ausbau der Kindertagesbetreuung den Trend zu mehr Kindern befördern“, so Katheder-Göllner. Darauf deute der Anstieg der Geburtenrate hin. Sie lag im Landkreis Augsburg im Jahr 2016 bei 1,7 Kindern pro Frau und damit deutlicher höher als in den Vorjahren. Für eine abschließende Bewertung sei es aber jetzt noch zu früh: „Die Nachhaltigkeit familienpolitischer Maßnahmen ist meist erst nach geraumer Zeit messbar, frühestens nach zehn Jahren.“ Deshalb hält man sich im Landratsamt auch mit Deutungen über die Gründe für die wieder ansteigenden Geburten zurück. Festzuhalten sei zunächst einmal, dass es derzeit einfach mehr Frauen im gebärfähigen Alter gebe – die Töchter der Babyboomer nämlich, die Ende der 80er-Jahre geboren wurden und jetzt selbst Mütter werden.

Ein weiterer Grund für steigende Geburtenzahlen liegt auch darin, dass seit einiger Zeit deutlich mehr Menschen in den Landkreis Augsburg zuziehen, als diesen verlassen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem „positiven Wanderungssaldo“. Weil sich unter den Neuzugezogenen ein nicht geringer Anteil junger Frauen und Männer befindet, gibt es schlicht und einfach auch mehr potentielle Mütter und Väter. Häusle bauen, Familie grün-den, Kinder bekommen – so geradlinig läuft Familienplanung heute zwar zunehmend seltener, aber Tatsache ist, dass sich der Zuzug junger Familien positiv auf die Geburtenzahlen auswirkt.

Wahrscheinlich ist auch die gute wirtschaftliche Lage des Landkreises Augsburg ein nicht unwesentlicher Faktor, dass sich junge Paare für die Familiengründung entscheiden.
Ob sich im Landkreis Augsburg bemerkbar macht, dass Frauen mit Migrationshintergrund mehr Kinder bekommen, darüber lässt sich nur spekulieren. Verlässliches Zahlenmaterial liegt dazu aktuell nicht vor. Dagegen kann man davon ausgehen, dass Kinder von Flüchtlingen, die bei uns geboren wurden, in der Statistik kaum eine Rolle spielen. Dafür ist der Anteil von geflüchteten Familien zu gering.

Entwicklung in den Städten und Gemeinden

Während der Landkreis seit 2009 kontinuierlich steigende Geburtenzahlen verzeichnet, findet man in den Statistiken der Städte und Gemeinden häufig ein Auf und Ab. Am ehesten entspricht die Entwicklung in den größeren Kommunen dem allgemeinen Trend. Gersthofen (+12 %) und Neusäß (+33 %) sind dabei die beiden Städte mit den höchsten Zuwächsen von 2016 auf 2017. Einzelne kleinere Gemeinden weisen 2017 sogar um zwei Drittel mehr Geburten aus als im Vorjahr.

In einigen Kommunen dagegen hat der Klapperstorch nicht mehr zu tun als in den Vorjahren. Soll heißen, dort stagnieren die Geburtenzahlen, gehen mal etwas rauf, mal etwas runter, ohne einem eindeutigen Trend zu folgen.

Was kommt da auf uns zu?

So erfreulich mehr Geburten auch sind: Was kommt da auf Schulen und Kindertageseinrichtungen zu? Mehr Geburten bedeutet in den Folgejahren auch mehr Nachfrage nach Krippen- und Kindergartenplätzen. Und wenn die Schülerzahlen nicht sinken – wie vor einigen Jahren noch prognostiziert – wird für Bildung doch mehr Geld fällig werden, als bisher angenommen. Die Hoffnung auf eine „demographische Rendite“ im Schulsystem scheint dahin zu sein.

Was den Ausbau von Bildungs- und Betreuungsangeboten betrifft, ist in den nächsten Jahren also keine Entspannung in Sicht. Landrat Martin Sailer sieht die Sache dennoch ziemlich gelassen. „Wir sind gut aufgestellt, aber es gibt auch noch genügend zu tun“, kommentiert er die aktuelle Situation. Und überhaupt: „Kinder sind etwas Schönes. Allein deswegen dürfen es auch zukünftig ruhig etwas mehr sein.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.