Mehrgenerationentreff Pfersee - Ein Netzwerk gegen Isolation

Beim Pferseer Sommerfest konnten sich Kinder an der Schleudermalmaschine kreativ austoben. Foto: Mehrgenerationentreff Pfersee
 
Die Showgruppe gibt eine Modenschau im Rot-Kreuz-Lädle Pfersee. Foto: Mehrgenerationentreff Pfersee
 
Beim Poesiebrunch gibt es jeden Monat Geschichten, Autoren, Frühstück und Gespräche. Foto: Mehrgenerationentreff Pfersee

Die Teilnehmerzahlen zeigen es: Was der Mehrgenerationentreff für Bildung, Begegnung, Kultur und Sport tut, ist im Stadtteil sehr gefragt. Eine Übersicht der aktuellen Aktivitäten.

Überall im Stadtteil, wo es öffentlich nutzbare Räume gibt, kann man den Aktivitäten des Mehrgenerationentreffs Pfersee begegnen. Zwar haben die Mitarbeiter und etwa zehn freiwillige Helfer im Christian-Dierig-Haus ihr Büro und dürfen dort auch – je nach Belegungsplan – Café, Saal und Seminarraum für ihre Veranstaltungen nutzen, doch einen „festen Wohnsitz“ haben die Netzwerker für generationenübergreifende Begegnungen nicht. So hat man zwar keinen konstanten Anlaufpunkt, verbindet aber auch die vielen Einrichtungen des Stadtteils miteinander. Enge Zusammenarbeit mit Vereinen, sozialen Einrichtungen, Wirtschaftsunternehmen und den Kirchen haben schon viele Ideen entstehen lassen und Synergien genutzt.
Menschen sollen sich begegnen – über Altersgrenzen und unterschiedliche Interessen hinweg. Auch der Austausch unter Gleichaltrigen wird gefördert – alleine zuhause sitzen muss niemand. Viele der angebotenen Veranstaltungen haben sich über Jahre entwickelt und schon ihre eigene kleine Tradition.
Im Herbst 2019 sind folgende Aktivitäten geplant oder bereits gestartet:

Wie ein Smartphone bedient wird

Besonders gefragt sind die Smartphone-Kurse, die Peter Rapolder seit drei Jahren ehrenamtlich für alle anbietet, die ihr Gerät nutzen lernen wollen. Wie telefoniert man mit einem Smartphone, wie legt man Kontakte an, wie funktioniert whatsapp, wie sichere ich Bilder und Videos, was passiert in meinen Einstellungen – das sind die Inhalte der Kurse. Rapolder zeichnet sich dabei durch eine Engelsgeduld und viel Wissen aus, was sich offenbar herumspricht. Die Kurse sind sehr beliebt und immer frühzeitig voll besetzt. Inzwischen wurde der Wunsch nach einer Version für Fortgeschrittene laut, dem man beim Mehrgenerationentreff gerne nachkommt. Die Kurse finden jeweils an fünf Terminen statt. Auch dieses Angebot war schnell ausgebucht, deshalb werden sicher weitere Kurse folgen.
Im PC-Café werden jeden Montag von 14 bis 15 Uhr Probleme mit Laptop, Handy, Tablet und Co. gelöst. Für die oben genannten Termine kommen Teilnehmer jeweils ins Café AndersWO im Dierig-Haus in der Kirchbergstraße. Weitere Termine für Computer- und Internetberatung für ältere Mitbürger finden immer wieder statt – bei Bedarf und nach Vereinbarung.

Darf ich bitten?

Hübsch gemacht erscheinen Senioren jeden Mittwoch ab 14 bis 17 Uhr im Christian-Dierig-Haus zum Tanztee. Den ganzen Nachmittag liefert ein Alleinunterhalter beliebte Melodien, die nicht nur zum Mittanzen, sondern auch Mitsingen anregen. Die Stimmung ist dabei immer sehr fröhlich und so kommen zum Stammpublikum immer wieder Neueinsteiger hinzu.

Mitspieler gesucht!

Beim Spielenachmittag treffen sich Jung und Alt zum Scrabbeln und Karteln. Schachspieler finden passende Gegner und bekannte Brettspiele warten auf Menschen, die sich nicht ärgern. Die Spieler freuen sich über neue Interessenten – gerne auch aus der jüngeren Generation. Willkommen sind Anfänger und Profis, Alleinstehende, Paare, Jung und Alt. Treffpunkt ist jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr im Dierig-Haus.

Gute Gespräche

Angeregt unterhalten wollen sich die Teilnehmer des monatlich stattfindenden Gesprächskreises. Am ersten Montag des Monats geht es im Christian-Dierig-Haus um Politisches und Gesellschaftliches. Jeder kommt zu Wort und so beschäftigte sich die Gruppe bereits mit spannenden Themen wie: „Wie beeinflusst die Digitalisierung das Leben“. Kürzlich ging es in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus darum, welchen Einfluss das 3. Reich noch heute auf unser Leben hat. Durch Berichte von Zeitzeugen, beispielsweise einer Dame die einen jüdischen Vater hatte, der im KZ umkam, war der Nachmittag mit den Jugendlichen für alle sehr berührend. Aktuelle Wahlen, Umweltschutz, Migration, AfD, was bedeutet Gerechtigkeit, was bedeutet Glücklichsein – es gibt nichts, worüber man nicht sprechen kann. Die älteste regelmäßige Teilnehmerin dieser Diskussionsrunde ist 90 Jahre. Die meisten, die einmal da waren, kommen gerne wieder. 2. Dezember, 15 bis 17 Uhr.

Poesiebrunch

Im Kulturhaus Abraxas trifft sich Karl Ricé mit Frühstücksgästen zum sonntäglichen Poesiebrunch. Zu einem bestimmten Thema passend werden Gäste eingeladen, Literatur wird vorgetragen. Auch eigene Texte der Teilnehmer finden ein Publikum. Frühstück wird mitgebracht oder kann à la carte bestellt werden. Das Abraxas unterstützt diese monatliche Veranstaltung, die schon viele Stammbesucher anzieht. Termine:  8. Dezember,  10 bis 12 Uhr.

Superhelden

Zurzeit treffen sich in Pfersee die Superhelden des Stadtteils. Kinder, die etwa zwölf Jahre alt sind, schreiben unter der Anleitung von Autorin Alexandra Tobor an fünf Nachmittagen ihre eigene Heldengeschichte im Jugendhaus Linie 3. Dabei geht es um nichts „Geringeres“ als die Rettung Pfersees. Bei Erscheinen der Pferseer Geschichten hat dieses Angebot bereits begonnen.

Showgruppe

Zehn Menschen zwischen 15 und 70 Jahren bilden die Showgruppe des Mehrgenerationentreffs. Im Oktober hatten sie ihren großen Auftritt im tim (Staatliches Textil- und Industriemuseum). „Früher war alles besser, sogar die Zukunft“ lautete das Motto für viel gezeigte Mode aus dem Rot-Kreuz-Lädle in Pfersee. Begleitet wurde die Zukunfts-Modenschau von Literatur und viel Musik. Dort erfuhr man auch, warum ein Marinekostüm ganz wunderbar zu übergroßen Plüsch-Hausschuhen passt. 

Begegnung der Generationen

Kinder aus Pferseer Einrichtungen wie Kindergärten und Grundschulen treffen sich immer wieder mit Senioren im Christian-Dierig-Haus, um gemeinsam zu musizieren und zu spielen. Dabei wird den jungen Besuchern auch das Thema Demenz in einfühlsamer Weise bekannt gemacht. Ab 10. Oktober sind es Schüler der Hans-Adlhoch-Schule, die sich mit den älteren Herrschaften zusammentun und dann insgesamt zehnmal zu Besuch kommen.

Advent

Die berühmte „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens erzählt Carl E. Ricé im Ballettsaal des Kulturhauses Abraxas am Sonntag, den 15. Dezember um 17.30 Uhr.
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